Sommerurlaubs Sammelei

Hallöchen, hier noch ein paar Schnappschüsse von unserem Sommerurlaub, die nicht mit Komoot aufgezeichnet wurden.

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Sommerurlaub 2018. Teil 3: Massiv des Jura

Als ich das Wort Jura in eine Suchmaschine im Internet eingab, erhielt ich drei verschiedene Bedeutungserklärungen. Jura steht für Rechtswissenschaft, ein Gebirge und eine Periode in der Erdgeschichte. Wir verbrachten unsere dritte Urlaubswoche im Höhenzug Jura. Mir war dieses Gebiet nur wegen einer meiner Lieblingskäse – Comté – geläufig. Dass man dort aber wandern kann und es viele Wälder gibt, dies war mir bisher nicht bekannt.
Wir hatten ein Appartement im kleinen Urlaubsort Mijoux, reimt sich auf Bijoux – Schmuckstück :-), gebucht. Den Schlüssel sollten wir im Touristenbüro bekommen. Bei unserer Ankunft nach einer anstrengenden, mehrstündigen Fahrt standen wir jedoch gegen 19h vor verschlossener Tür. Was tun? Ich wählte die angegebene Telefonnummer und landete bei einem AB, wo ich eine Nachricht hinterließ. Während wir überlegten, was wir noch tun könnten, bemerkte ich eine gestikulierende Frau am Ende der Straße. Waren wir gemeint oder der andere Fußgänger? Ich ging vorsichtig auf sie zu und sah zu meiner Erleichterung, dass sie vor unserem Hotel stand – wir waren gemeint! Dann ging alles recht schnell. Wir füllten den Scheck aus und Ralf holte das Auto zum Parkplatz. Währenddessen zeigte mir die Empfangsdame die Zimmer. Als sie die Spülmaschine öffnete, war diese nicht ausgeräumt, was der Dame einen leichten Schock versetzte. Da es ihr so furchtbar peinlich war, gab sie uns ohne Umschweife eine andere Ferienwohnung. Dort hatten wir dann sogar eine schöne Terrasse und mehr Platz – danke an die Person, die vergaß, das Geschirr wegzuräumen. Wir haben davon profitiert. 🙂

Nun hatten wir auch wieder Internet und Ralf plante eine erste Wanderung für den nächsten Tag. Mit dem Lift wollten wir hinauffahren und eine Kammwanderung machen. Sonntags ab halb 11 Uhr sollte der Lift seinen Dienst aufnehmen. Bei unserer Ankunft an der Talstation war weit und breit kein Mensch zu sehen. Was war los? Wir lasen nochmal genauer im Reiseheft nach und stellten fest, dass die Öffnungszeiten erst ab 7. Juli galten! Französische Ferienouverture! Ralf war ziemlich sauer; ich meinte dagegen locker, dass wir doch auch das Stückchen hochlaufen könnten! Aber darauf war mein Liebster gar nicht vorbereitet und so stiefelten wir zurück, um umzuplanen.

Dank Komootine fand Ralf bald eine passende Wanderung. Relativ spät kamen wir an diesem Tag weg. Doch wir wurden belohnt: Im Schatten dichter Wälder, am Ufer der Valserine und mehreren erfrischenden Quellen entlang zog sich der schmale, weiche Wanderweg hinauf und hinab. Es war ein heißer Sommersonntag, an dem wir beide ein kurzes Jungbrunnenbad an der sog. Teufelsbrücke nahmen. Eine längere Pause machten wir im Schatten eines Baumes auf einer Wiese neben einem Gehöft, das Ziegenkäse herstellt. Heu lag zum Trocknen da und die Ziegenherde hatte sich ebenfalls in schattige Gefilde zurückgezogen. Ralf träumte ein wenig und ich zeichnete. Auf dem Rückweg schlängelte sich plötzlich ein Reptil vor uns durch das Gebüsch. Blindschleiche? Ringelnatter? Viper? Genau konnten wir es nicht erkennen.
Dann trafen wir eine Radlergruppe – mehrere Kinder und zwei Erwachsene – die offensichtlich auf einem Irrweg waren, denn zum Radeln, selbst mit VTT, war der Fußweg keineswegs geeignet. Wir rieten ihnen umzukehren, was sie kurz darauf auch taten.
Unterwegs naschten wir wieder mal von fremden Beeren und bedauerten den Zustand von mehreren angefangenen Bauernhäusern. Was mag wohl passiert sein, dass die Bauherren ihre Träume zurückließen?
Am Abend schauten wir Fußball: Kroatien besiegte Dänemark beim Elfmeterschießen!

Die Runden im Jura waren oftmals relativ kurz, so dass wir auch mal zwei Wanderungen an verschiedenen Orten absolvierten. So am Dienstag, den 2. Juli. Nach dem Frühstück auf der Terrasse fuhren wir los, um den Crêt de Chalam zu erklimmen. Die Wege waren gut ausgezeichnet und führten steil hinauf zum Gipfel. Herrlich war es, die Blumenwiesen anzuschauen und den zahlreichen Vogelgesängen zu lauschen. Enzian und Türkenbundlilien wurden zu unseren Lieblingen. Auf dem Gipfel bot sich uns ein 360°-Rundumblick. Steil und klettrig ging es auch wieder hinab. Im Informationszentrum am Ausgangspunkt der Wanderung lasen wir noch über ehemalige Grenzverhältnisse im 16. Jh., die Evolution der Landschaft und ein Hospital, welches hier im 2. Weltkrieg beherbergt war.
Da wir noch nicht müde waren und der Tag noch jung war, wanderten wir anschließend zu den Kaskaden des Flumen. Auf dem Weg begegneten wir Moosgeistern und machten unser Picknick auf Steinen am Wasser. Die Felswände waren hunderte Meter hoch.
Leider hat es mit der Technik von Komoot Probleme gegeben, so dass es keine Aufzeichnung dieser Wanderung gibt. 🙁
Wir fuhren anschließend tanken und einkaufen und retteten uns auf die schattige Terrasse vor der Sommerhitze. Auch an diesem Abend gab es ein spannendes Fußballspiel, was wir verfolgten. Japan gegen Belgien. Japan verlor 2:3 in der allerletzten Minute nach einem harten Kampf.

Nach einer gewittrigen Nacht mit erfrischenden Regengüssen wurde Ralfs Wunsch nach einer Wanderung im sog. kleinen Schottland erfüllt. Im Wanderführer heißt sie auch Vier-Seen-Wanderung. Der Parkplatz an der Fromagerie = Käserei war leicht erreichbar. Eine große Holzschnitzerei befand sich ebenso auf dem Gelände. Dort wollte ich nach der Wanderung eigentlich mal reinschauen, aber es kam anders.
Der Tagesmarsch begann gemütlich mit Kuhglockenorchester, Landhäusern, Bauerngärten, Brunnen und einer Kirchenbesichtigung. Ein Hermelin oder ein anderes Mardertier huschte an uns vorbei, als wir den Lac de Narlay von weitem erkannten. Zwei Pferde weideten. Wir bewunderten das glasklare Wasser und die darauf schwimmenden Haubentaucher. Die Landschaft genießend folgten wir dem schattigen Uferweg zum See genannt Petit Maclu. Wilde Camper machten hier laut Musik und ignorierten das Badeverbot mit jugendlicher Unbekümmertheit. Felsenwände säumten das Tal und schon waren wir am Lac Grand Maclu angekommen. Einsam stand ein Häuschen an seinem Rand und wir fragten uns, wer dort wohl sein Domizil hat. Seerosen und wieder sehr klares Wasser sowie dichter Bambusbewuchs waren die Markenzeichen des dritten Sees. Am vierten und vorerst letzten See des Tages, dem Lac de la Motte, machten wir unsere wohlverdiente Picknickpause. Nur die Temperatur und ein vages Verbotsschild konnten uns von einem Badeversuch abhalten. 😉 Wenigstens die Füße hielten wir ins Wasser. Es war ein so wunderschönes Plätzchen!
Beim folgenden kleinen Abstecher in ein Sumpfgebiet begegneten wir einer Gruppe junger Leute, die sich als Biologen bei der Untersuchung der Biodiversität in dem Gebiet entpuppten. Wir hatten da erst einen anderen Verdacht!
Beinahe zurück am Parkplatz entdeckten wir ein Hinweisschild auf die Kaskaden des Flusses Herisson – auf deutsch heißt der Fluss übrigens Igel. Im Wanderführer werden die Kaskaden als sehenswürdig beurteilt. Dass sie sich in der Nähe der Seen befanden, hatten wir nicht geahnt! Da wir neugierig und fit waren, beschlossen wir eine zweite Runde anzuhängen. An der Straße stand extra ein Häuschen der Touristenbehörde und ein junger Mann fragte uns freundlich, ob er uns helfen könne. Zuerst hielten wir uns bedeckt, aber schließlich kamen wir ins Gespräch. Siehe da, er hatte auch mal deutsch gelernt und mit Hilfe der Texte von Ramstein versucht, sein Niveau zu halten! 🙂 Nach der Konversation hielten wir ein Faltblatt mit Wegbeschreibung in den Händen und konnten uns somit gut orientieren.
Insgesamt bewältigten wir 7 km und 250 Höhenmeter. Relativ steil ging es hinab und logischerweise ebenfalls wieder hinauf. Doch die Stationen mit verschiedenen Wasserfällen, Ruinen und Felsformationen belohnten unseren sportlichen Einsatz! Die Holzschnitzerei betrat ich anschließend nicht mehr, denn es war spät geworden.
Am Abend sahen wir das Spiel England gegen Kolumbien, was England gegen die leider unfair spielenden Südamerikaner verdient im Elfmeterschießen gewann!

Die anspruchvollste und schönste Wanderung im Jura wurde die Mittwochstour. Der Wetterbericht hatte unbeständiges Wetter und Regen für den Nachmittag prophezeit, so dass wir relativ früh auf der Piste waren. Mit dem Auto fuhren wir zur
oberen, noch geschlossenen Liftstation am Col de la Faucille. Von hier führte ein Singletrail stetig bis zum Grand Montrond aufwärts. Von dort sahen wir bereits den Mont Blanc, Genf und den Lac Leman = Genfer See vor uns. Dies war aber nur die erste Etappe! Weiter wanderten wir über einen Kammweg bis zu einem Punkt, von wo wir den Colomby de Gex ausmachen konnten. Direkt vor uns lag ein sehr steilen Abstieg. Wir hatten ja schon einige Kilometerchen in den Beinen. Sollten wir es wagen, zum weit und breit höchsten Gipfel weiter zu gehen? Der Ehrgeiz war größer als die Furcht vor Erschöpfung! Stolz erreichten wir den Punkt und verweilten erstmal eine Weile auf der Alm mit Blick auf Genf und umliegende Gebirge. Wir wagten nicht an den Rückweg zu denken. Schließlich hörten wir ein fernes Grollen und brachen auf. Der Weg zurück wurde mit mindestens 8-10 x Auf und Ab zu einer schweißtreibenden Angelegenheit. Endlich kam der Petit Montrond mit seiner Wetterstation in Sicht. Uns trennten scheinbar nur noch wenige Meter! Weit gefehlt! Erstmal ging es nochmal richtig runter und auf der anderen Seite hoch! « Jetzt ist es aber genug! » rief ich ungeduldig. Zuvor hatte mich ein brummendes, undefinierbares Insekt wie ein Heliokopter viele Male umkreist. Beinahe senkrecht stiegen wir über die sommerliche Blumenwiesenskiabfahrtspiste zur Station mit Parkplatz ab. Auch meinem rechten Knie reichte es und ich hinkte die letzten Meter auf meinen Liebsten gestützt zum Auto.
Das Wetter hatte gehalten, wir konnten auf der Terrasse sitzen, der schönen Randonée nachspüren und uns erholen. Dieser Abend war fußballfrei und so spielten wir mal wieder Karten bei einem Gläschen Wein. 🙂

Morgennebel, Regen und eine Temperatur von 13 °C ließen die Natur aufatmen. Wir fuhren über den Berg nach Genf, wo zumeist die Sonne schien! Lediglich zwei kurze Regenschauer ließen uns Schutz unter Bäumen suchen. Ralf hatte sich gut informiert und steuerte ein Parkhaus direkt an der Brücke zur Uferpromenade an. Im Parkhaus gab es eine Besonderheit: Es hingen Zettelblöcke an den Säulen, auf denen man sich seinen Standort notieren konnte: schweizerisch-praktisch durchdacht!
Durch den Jardin Anglais – Englischer Garten liefen wir zur berühmeten Blumenuhr. Diese wurde gerade manikürt. 🙂 Interessant anzuschauen, wie mit Nagelschere, Bartschneider und Staubsauger agiert wurde. Am Ende des Tages schauten wir nach der Fahrt mit dem Riesenrad nochmals vorbei, um das Pflegeergebnis zu bewundern.
Wir bummelten erstmal am See entlang und bestaunten die Riesenfontäne – Jet d’eau -, die wir tags zuvor vom Colomby de Gex aus schon ausgemacht hatten, von nahem. Das Wasser schießt aus einem Überdruckventil 60 Meter in die Höhe und wurde nur zufällig zu einem Wahrzeichen der Schweizer Diplomatenstadt. Im Anschluss querten wir ein Areal mit einem Bücherturm. Im Sommer kann hier gespielt, gelesen und relaxt werden. In Hochbeeten wuchsen üppig Kräuter und Gemüsepflanzen. Es gab eine Bühne und Bars. Noch war es hier menschenleer, aber am Abend würde es sicher voller werden.
Weiter ging es durch einen Park mit riesigen alten Bäumen und gepflegten Blumenbeeten. Auf der Suche nach der Altstadt trafen wir auf eine russisch-orthodoxe Kirche, ein Unigebäude und die Kathedrale. Eine « richtige » Altstadt hat Genf scheinbar nicht oder wir fanden sie nicht?! Wir promenierten nur durch einige Straßen mit Geschäften, deren Fassaden aus Holz gearbeitet sind. Interessiert besahen wir uns die Mauer der Reformatoren und die Promenade des Bastions. Auch Luther ist hier verewigt.
Im ehemaligen Maschinenhaus einer Pumpstation befinden sich jetzt Restaurants und Ausstellungsräume. Wir flanierten immer der Nase nach, bis wir genug hatten. Frohgelaunt fuhren wir zurück nach Mijoux. Hier erfuhren wir, dass den ganzen Tag schlechtes Wetter herrschte! Gut, dass wir andere Pläne geschmiedet hatten.

Auch für unseren letzten Urlaubstag war durchwachsenes Wetter mit Regen angedroht. Morgens erledigten wir einige Einkäufe und entschlossen uns dann doch zu wandern. Es sollte erneut ein Doppel-Touren-Tag werden. Die erste Tour führte uns auf den Mont Fier. Ein gemächlicher Weg und dann ein schöner Talblick am steil abfallenden Fels.

Die zweite Tour war eher ein Spaziergang rund um den Lac de Lamoura. Sehr idyllisch und geradezu paradiesisch war dieses Kleinod mit Minischwimmbad und Lehrpfad. Mein Liebster ließ es sich nicht nehmen, in die Rolle des Bademeisters zu schlüpfen, indem er auf den verwaisten Rettungsturm kletterte! Oh-là-là!
Nach diesen gemütlichen Runden kehrten wir pünktlich zum Spiel Frankreich gegen Uruguay ins Hotel zurück.
Später begannen wir, Sachen zu packen und langsam Abschied zu nehmen vom Jura und vom Urlaub.

Ehe wir endgültig nach Hause nach Montpellier fuhren, machten wir noch einen Abstecher in eines der schönsten Dörfer Frankreichs, nach Pérouges. Wer mit uns schon mal in La Couvertoirade war, kann sich vorstellen, wie romantisch es war. Wer nicht, der erkennt es vielleicht auf den Fotos! Eine Entdeckung war ein Papierlädchen, die andere Entdeckung waren die Galettes von Pérouges. Wir kauften zum Apéro vom Galette und was Gedrucktes im Papierladen.
Gut gefüllt mit Eindrücken und guter Laune starteten wir um die Mittagszeit zur Autobahn, nicht wissend, dass der Ferienreiseverkehr dermaßen dicht war und wir letztendlich auf die Landstraße auswichen. Statt 5 Stunden waren wir 9 Stunden unterwegs. Doch selbst das konnte unser Hochgefühl nach den drei erlebnisreichen Wochen nicht trüben!

La France est un beau pays, voilà! Frankreich ist ein schönes Land! Wir durften dies wieder einmal erleben!
Wenn euch unser Reisebericht gefallen und neugierig gemacht hat, dann sind wir froh und zufrieden! Wir freuen uns auf eure Kommentare!

Publié dans 2018, Birgit, Frankreich, Ralf | Marqué avec | Laisser un commentaire

Sommerurlaub 2018. Teil 2: Die Normandie

Nach der Besichtigung einiger Schlösser der Loire stand in der zweiten Urlaubswoche die Entdeckung der uns unbekannten Region Normandie an. Der Teil, den wir besuchten, heißt in französischer Sprache la Manche – der Ärmel und liegt am Ärmelkanal. 😉
Die Fahrt über Land war relaxt. Mit Hilfe der modernen Technik im Auto fanden wir das Ferienhaus, welches auf dem Grundstück einer Farm am Ende eines Feldweges gelegen war, ohne Probleme. Bereits während der Reise fielen uns die weiten Felder, die normannischen Steinhäuser sowie die Dorfkirchen auf. Natürlich gab es auch jede Menge Schilder und Wegweiser, die auf die geschichtsträchtigen Orte während der Weltkriege hinwiesen. Teilweise fanden wir die touristisch anmutende Vermarktung dieser traurigen Ereignisse befremdlich. Dies hat sicherlich mit unserer eigenen Geschichte zu tun und wir besichtigten keines dieser Monumente.
Ich selbst war sehr überrascht von der Schönheit der Landschaft und vor allem die der Strände! Diese erinnerten an ihre karibischen Pendants. Offensichtlich hatten wir auch viel Glück mit dem Wetter, denn es gab nur sonnige Tage. Damit wurde meine Vorstellung von einer grauen, kargen, kühlen Region komplett widerlegt! Ein Besuch lohnt sich wirklich!
Ein kleiner Wermutstropfen war, dass z.B. zahlreiche Restaurants, Crêperien oder Museen erst im Juli zur französischen Ferienzeit öffneten. Doch ein Tipp unserer Vermieterin ließ uns die Boucherie/Traiteur – Fleischerei in Périers ausprobieren, wo wir zwei sehr leckere Gerichte kauften und mit Appetit aßen.
Die Woche war geprägt von Küstenwanderungen, Radfahren, Relaxen unterm Sonnenschirm und Fußballschauen. Ein Höhepunkt war unsere erste Fahrt mit einem Tandem, was nach kurzer AnlaufAngstKrise ziemlich gut gelang. Wir schafften eine von Ralf geplante 5km-Runde auf abendlich ruhigen Straßen. 🙂 Schön waren auch die Ausblicke auf die in der Ferne lockenden Kanalinseln und den berühmten Mont St. Michel.
Von Aurélie, Olivier und ihren 3 irischen Wolfshunden, von uns Ponys ob ihrer Größe genannt, wurden wir herzlich im Gîte l’Ètot Fossey begrüßt und gründlich deutsch durch das geräumige, separat gelegene Ferienobjekt geführt. Selbst Kamin, Billardtisch und Tischfußball fehlten nicht! Im Außengelände dominierten herrlich blühende Rosenhecken, eine großzügig angelegte Terrasse und ein Spielplatz mit der Möglichkeit, Boule zu spielen! Als Willkommensgruß gab es frische Eier (die Hühner fütterten wir später mit Begeisterung), eine Flasche Cidre und selbstgemachtes Beerengelee – logisch, dass wir uns gleich wohl fühlten!
Nun laden wir euch ein, unserer Reise zu folgen!

Unterwegs von Blois an der Loire in die Normandie besichtigten wir das romantische Dorf Saint-Cénerei-le Gérei. Dort konnten wir in einem Gartenrestaurant die einzigen Crêpes unseres Urlaubs essen. 😮

Ausgeruht und nach einem Frühstück auf der schattigen Terrasse, welches mit einem Besuch der Ponys vonstatten ging, fuhren wir zu unserem ersten Wanderziel, der Steilküste von Flamanville. Die Wanderung wurde in zwei Etappen aufgezeichnet, da komootine leichte technische Probleme hatte. Gleich zu Beginn nahm uns die Romantik vom Schloss Flamanville mit See und Park gefangen. Wir verweilten einige Zeit träumend und zeichnend auf einer Bank. Anschließend liefen wir durch einen dichten Wald, bis wir zur Küste gelangten. Das Bild, welches sich uns dort bot, ist nicht mit Worten zu beschreiben – einfach nur wunderschön! Erinnerungen an Irland und die Bretagne kamen auf; dennoch war es hier wieder ein bißchen anders. Der Anblick des Strandes wollte wie gesagt so gar nicht zu meinen Vorstellungen von der Normandie passen. 😉
Nach dem Apéro und dem Abendessen wagten wir noch einen kleinen Spaziergang rund um Marchésieux.

Am Montag, den 25.6.2018, fuhren wir zur Ostküste in den Hafenort Barfleurs. Auf dem Weg dorthin machten wir einen Abstecher zu einer berühmten Bäckerei, die sich auf das Backen von Brioche und Financiers spezialisiert hat. Beides war soooo lecker!
Wir wanderten auf dem GR 223 zunächst auf einer schmalen Mauer – ein sehr ungewöhnlicher Wanderweg – aus dem Ort hinaus in die Felder. Vorbei an einer Windmühle, mehreren Campingplätze, einer Segelschule liefen wir und dann sahen wir ihn schon von weitem: den schlanken Leuchtturm von Gatteville. Später stiegen wir die 365 Stufen bis zu seiner Spitze hinauf und ließen uns von einem zufällig anwesenden Einheimischen die Umgebung erklären. Dies war sehr interessant für uns! Zuvor folgten wir dem Dünenweg und ließen uns schließlich vom Anblick des blauen Meeres und dem augenscheinlich sandigen Strand dazu verleiten, unsere Badesachen anzuziehen! Doch was für eine optische Täuschung: der Sand entpuppte sich als kleinsteinig und pieksig, das Wasser war eiskalt! Unsere Ärmelkanaltaufe wurde also auf später verschoben. Sonne hatten wir nach der Wanderung genug getankt, so dass wir in die angenehm kühle Unterkunft zurückkehrten.

In unserem Ferienhaus gab es neben dem Tandem auch eine kleine Auswahl von Fahrrädern. Da ich passionierte Radlerin bin, stand ein Ausflug mit dem Vélo auf meiner Wunschliste. Ralf fand ebenfalls Gefallen an der Idee und plante für uns die Tour. Unterwegs besichtigten wir Dorfkirchen, die glücklicherweise alle offen für Besucher waren! An einem Museum, welches nur freitags im Juli und August für 2h öffnet, machten wir eine längere Pause und erkundeten ausführlich den frei zugänglichen Garten und die Nebengelasse. Einen Feldlehrpfad, der eigentlich für Fußgänger angelegt worden war, absolvierten wir strampelnd und manchmal keuchend. 😉 Unser Endziel, den Etang de Sarcelles, fanden wir erst nach einigen Umwegen und Orientierungsübungen. Am See aßen wir im Schatten unsere Brote und als ich voller Energie aufstand, achtete ich nicht auf meine Umgebung und stürzte aus der Holzbank. Die Wunde am Schienbein begleitete mich die ganze restliche Urlaubszeit, jedoch beeinträchtigte sie nicht meinen Tatendrang und meine Wanderfreude. 🙂

Der Mittwoch sollte sich als Traumtag entpuppen, an dem wir den nordwestlichsten Zipfel mit den steilsten Klippen der Region la Manche, die Nez de Joubourg – die Nase von Jobourg erwanderten. Sei es das Hameaux Samson mit seinen normannischen Häusern und Gärten, der intensive Heuduft, seien es die karstigen Felsen und die Lagunen – all dies trug zu unserer Begeisterung bei. Einem älteren Ehepaar verdankten wir unser erstes gemeinsames Foto in diesem Urlaub. Zu einem späteren Zeitpunkt fanden wir zufällig eine neue Funktion zum Fotografieren und schossen dann auch einige Selbstporträts.

Auch der Donnerstag stand wieder ganz im Zeichen der felsigen Küste und dem normannischen Hinterland. Zum Frühstück bekamen wir Besuch: die dreifarbige Glückskatze schlich vom Feld herbei, um uns zu begrüßen. Ralf gab ihr etwas Milch und so schlossen sie Freundschaft. Geduldig wartend saß sie fortan öfter auf dem Grundstück.
In Périers kauften wir Baguette und leckere Kirschen fürs Picknick und fuhren dann weiter nach Carolles, dem Ausgangspunkt der Wanderung. Es sollte der wärmste Tag der Woche werden, was sich am Ende auch bewahrheitete. Durch das sog. Tal der Maler spazierten wir auf einer ehemaligen Bahnstrecke im Schatten hoher, alter Bäume bis zum Küstenweg. Dieser begann am Ortsausgang mit einem heftigen Aufstieg. Im Sonnendunst entdeckten wir die Abtei Mont Saint Michel. Von unserem Ausguck sah es dort still und friedlich aus, aber vor Ort tummelten sich sicher unzählige Touristen! Uns genügte daher der Blick aus der Ferne auf die Silhouette.
Auf dem schön kraxeligen und schmalen Wanderweg kreuzten Riesenlibellen unsere Blicke und wir begegneten Vauban, dem wohl berühmtesten Festungsbaumeister des 17.Jahrhunderts in Frankreich. Zwei seiner Steinhäuser spendeten uns kurz Schatten.
Endlich tauchten wieder die ersten Gehöfte von Carolles und sein verlockender Strand vor uns auf. Wir brauchten unbedingt eine Erfrischung und wir wollten es wagen, im Ärmelkanal zu baden! Die hölzernen Badehäuschen entpuppten sich beim Näherkommen leider als Ruinen, doch wir konnten uns lebhaft ihre Restaurierung und Nutzung ausmalen. Ein recht scharfer, ungemütlicher Wind kühlte uns auf dem Weg zum Wasser schon gut ab, so dass das Eintauchen in die Fluten nicht leicht war. Ich schaffte es einmal unterzutauchen. Ein wenig liefen wir noch durch das milchige Wasser, bevor wir zum Parkplatz aufstiegen und heimfuhren.
Am Abend machten wir dann unsere erste, abenteuerliche Tour mit dem Tandem. 🙂

Ausgeschlafen und mit leichter Wehmut planten wir unseren letzten Ausflug in der Normandie. Dieser führte uns nach Carteret, einem Küstenort zwischen Flamanville und Carolles. Das Wetter meinte es wieder sehr gut mit uns – Sonne, blauer Himmel, ein leichtes Lüftchen. Wir querten den Hafen und kauften im Ort einige Postkarten. Sacht stieg der Weg hinauf zu den Felsen und einer Kirchenruine. Von dort ging es weiter durch eine einmalige Dünenlandschaft, die einiges an Kondition abverlangte. Das Stapfen durch den weichen Sand war nicht immer angenehm. Durch eine Kastanienallee gelangten wir zur Kirche St. Louis, wo von einem Tonband Erläuterungen auch in deutscher Sprache zu hören waren. Im Schatten eines Baumes machten wir begleitet von herrlichem Vogelgesang Picknick am Parkplatzrand. Bei der Rückfahrt nahmen wir bereits einen kleinen Abschied von dieser besonderen Region. Später besuchten wir ein letztes Mal die Hühner, Hasen, Hunde und Gastgeber.
Tags darauf brachen wir zur dritten und letzten Station unseres Urlaubs – der Region Haut Jura/Hohes Jura – auf.

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Sommerurlaub 2018. Teil 1: Schlösser der Loire

Ein erster Urlaubsgruß von unserer Frankreich-Rundreise. Das Wetter meint es zu gut und das Internet zu schlecht mit uns, um schon jetzt einen ausführlichen Blog zu gestalten. Aber hier gibt’s schon mal ein paar erste Eindrücke per Foto zu bewundern.

Und nun die Fortsetzung!

Gerade ist Frankreich Fußballweltmeister geworden (4:2 gegen Kroatien), mein Liebster ist in Berlin und ich sitze auf unserem schönen Balkon. Ich möchte den lauen Sommerabend nutzen, um unseren Sommerulaubsbericht zu vervollständigen.
Nach einer angenehmen Fahrt kamen wir am Abend des 18. Juni in Chailles an. Das Tor zum Paradies blieb noch geschlossen, da der Vermieter wegen beruflicher Probleme später als vereinbart am Ferienhaus ankam. Tor zum Paradies deswegen, weil sich hinter dem morschen Holztor eine Lindenallee befand, die zu einem märchenhaften Grundstück mit Park, Pool und Landhaus führte. Das von uns gemietete, großzügige Ferienhaus befand sich neben dem Wohnhaus des Vermieters und hatte ebenso eine wunderschöne Terrasse. Es war charmant dekoriert und bestens ausgestattet. Der einzige Nachteil war der Parkplatz für unser Auto direkt unter den Lindenbäumen – der Ford klebte am Ende der Tage wie ein Honigfaß. Zum Glück hinterließ dies keinen Schaden am Lack. Ein heftiger Regenguss spülte alle Spuren weg.
Nachdem wir uns eingerichtet und gespeist hatten, unternahmen wir noch einen Abendspaziergang in die Umgebung. Dabei begleiteten uns varietätenreiche Vogelgesänge. Zum Schluss entdeckte ich noch einen verwunschenen Garten, den ich heimlich betrat und bewunderte. 😉

Wir waren ja nicht zum ersten Mal an der Loire. Da es uns hier vor einigen Jahren schon so gut gefiel, machten wir die Schlossanlagen zum ersten Ziel des diesjährigen Urlaubs. Eine gute Möglichkeit, erstmal ein bißchen runterzukommen und auszusteigen aus dem Alltag. Zwei Schlossbesichtigungen standen bereits fest und jeder von uns « durfte » sich noch ein « eigenes » Schloss aussuchen. Das war gar nicht so leicht, aber wir waren mit unserer Wahl sehr zufrieden!

Ralf hatte zum Frühstück des ersten Urlaubstages Brioche in Guglhupfform besorgt. Ein Eichhörnchen sprang ganz unbekümmert durch die Bäume und die Vögel sangen auch wieder bemerkenswert schön. Sie taten dies übrigens alle Tage!
Die Anlage, die wir am 19. Juni besichtigten, war Chenonceau, ein Schloss mittlerer Größe. Hier lasen wir sehr viel über die französische Geschichte und die Dynastien. Es wird auch Damenschloss genannt, weil sein Schicksal von sechs wichtigen Frauen, z.B. Katharina von Medici, bestimmt wurde. Der Fluss Cher war außerdem die Grenze zum freien Frankreich im 2. Weltkrieg. In der Gärtnerei schwatzten wir ein wenig mit den Blumenbindern, die jeden Mittwoch neue Arrangements in die Schlossräume zaubern.
Am Nachmittag badeten wir ausgiebig im Pool und lasen auf der Sonnenterrasse.

Am Mittwoch, den 20. Juni, feierte unsere Enkeltochter Mona ihren 4. Geburtstag und wir hinterließen für sie eine Sprachnachricht. In der Nacht hatten wir unruhig geschlafen, da Poltergeräusche vom Dach uns weckten. Ein Marder? Katzen? Einbrecher? Wir berichteten dem Vermieter vorsichtshalber davon.
Bereits gegen 9h00 starteten wir zum Schloss Chambord, denn wir befürchteten Besucherandrang. Doch auf dem riesigen Areal verliefen sich die Massen. In seinen Räumen werden Kunstausstellungen durchgeführt. Da es als Jagdschloss genutzt wurde, wurde die Küche besonders gut präsentiert. Beeindruckend waren auch die massive Wendeltreppe und die riesigen Säle. Schön war es auch auf der Dachterrasse herumzuspazieren und übers Land zu schauen.
Anschließend wollten wir in einem Restaurant in Saint-Dyé-sur-Loire speisen, aber dieses existierte nicht mehr. So fuhren wir nach Blois und aßen dort mit Blick auf die Loire eine Kleinigkeit in einem Bistro. Es war ein sehr heißer Tag, so dass wir nur einen ganz kurzen Stadtbummel machten und uns schnell wieder zum Pool und in den Schatten der Bäume begaben.

Der Donnerstag war mein Schlosstag. Ich hatte mich nach langem Studium des Reiseführers für eine kleine Ausgabe, dem Schloss Talcy, entschieden. Ich wurde nicht enttäuscht. Sehr nettes Personal, individuelle Einführung in den Rundgang, gut ausgestatte Räume mit leicht verständlichen Erklärungen und ein Märchenbrunnen im Hof sorgten für Begeisterung nicht nur bei mir. Aber das Tollste war der große Bauerngarten! Hier gab es viele Sitzgelegenheiten, die zum Verweilen einluden und einiges zu entdecken. Viele, die mich kennen, wissen, dass ich Himbeeren liebe! Und hier wuchsen soviele verschiedene Sorten, sogar gelbe Himbeeren gab es. Zu meiner und Ralfs Freude durften wir diese sogar nach Herzenslust verkosten. Ich war wieder einmal im Paradies: Im Himbeerenparadies! Auch Johannis- und Stachelbeeren gab es. Wir fragten später, was mit all dem Gemüse und Obst gemacht würde. Die Antwort war simpel. Das essen wir alles selbst oder die Besucher können naschen! Ist das französisch? Vielleicht!
Lustig fanden wir den Taubenturm: dort saßen jede Menge Keramiktauben in den Nestern. Das sah sehr schön aus!

Zwei weitere Höhepunkte bot dieser längste Tag des Jahres 2018: Lavardin, eines der schönsten Dörfer Frankreichs mit seiner Felsenburgruine und der Teesalon des Jardin du Plessis Sasnières. Letzteren entdeckten wir zufällig während der Rückfahrt zum Ferienhaus. Den Garten selbst schauten wir uns aus Zeitgründen nicht mehr an, aber wir genossen das romantische Ambiente im Vorgarten, der den Teesalon beherbergte. Wir ließen uns Kaffee und Kuchen schmecken und kauften noch ein Glas Quittenkonfitüre als Souvenir.
Wieder erfrischten wir uns beim Schwimmen, wir spielten Federball und waren einfach nur glücklich!

Die Tage vergingen wie im Fluge und schon war der Freitag herangekommen. Wir wollten zum Schloss Chaumont – und zwar mit den Fahrrädern! Es hatte sich angenehm abgekühlt und der Radweg verlief meist flach am Flussufer der Loire und an Feldrainen entlang. Insgesamt legten wir 26 km per Vélo zurück. Das Schloss selbst thront hoch über der Loire und hat ein riesiges Gartenareal. Im Sommer findet dort das Gartenfestival statt. Über 24 Themengärten werden gestaltet und der Besuch verlangte gute Kondition. Am besten gefiel uns das vallée de brume – das Nebeltal, ein Buchstabengarten und der Garten der Gedanken. In Strandkörben können sich die Gäste ausruhen und Kraft schöpfen, was wir ebenfalls taten.
Im Schloss wurden neben den üblichen Ausstattungen der Besitzerfamilien auch Kunstausstellungen präsentiert. Ein Teil erinnerte mich an die Exposition im ehemaligen Gefängnis von Wittenberg im Lutherjahr.
Am Abend spielten wir ein letztes Mal Federball und ließen die ersten erlebnisreichen Urlaubstage Revue passieren.

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13. Festival der Architektur in Montpellier

Da ich etwas älter bin als Birgit, war es für mich schon das 13. Festival der Architektur in Montpellier. 🙂 Dank Birgits Vorbereitungen konnte ich mich gleich am Sonntagmorgen mit dem Ausstellungsplan in der Hand und Birgits Smartphone in der Tasche auf den Weg machen. Anfangs war es noch leer, doch es dauerte nicht lange und die Höfe waren gut gefüllt mit neugierigen Besuchern. Das Schöne an dieser Ausstellung ist, dass man Zutritt zu den Höfen alter Bürgerhäuser hat, die sonst unseren Blicken verborgen bleiben. Und der andere Effekt ist, dass man auch sonst die Welt, die Stadt, die Häuser, die Wände mit geschärftem Blick erfasst und manch hübsches Detail entdeckt. Schaut, was ich alles gesehen habe auf meinem Rundkurs durch Montpellier Altstadt!

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10. Festival der Architektur in Montpellier

Gespannt lief ich am heutigen Vormittag zum Touristenbüro in der Innenstadt und fragte nach einem Stadtplan anlässlich des 10. Festivals der Architektur. Diesen bekam ich prompt und sogleich machte ich mich auf den Weg. Unterwegs besorgte ich noch ein Geburtstagsgeschenk für unsere Mona und staunte über das schöne Wetter.
Dann tauchte ich ein in die Ausstellung der verschiedenen Installationen, die unter dem Motto « Technologie » in einigen sonst unzugänglichen Innenhöfen der alten Stadthäuser zu sehen waren. Ich ließ mir Etiketten auf meinen Plan kleben und hörte aufmerksam den Erklärungen der ArchitekturBetreuer zu. Immer wieder ging es um das unsichtbare Internet und die Daten, die uns umschwirren, ohne dass wir sie riechen, spüren oder sehen können. Das Thema und seine Umsetzungen gefielen wir mir außerordentlich gut! Viele Kindergruppen waren unterwegs und so bereitete das Entdecken der Objekte noch mehr Freude. Zum Essen wählte ich ein kleines Bistro und genehmigte mir einen erfrischenden Salat namens Buddha Bowl. 😉 Viele Menschen mit Festivalplänen in den Händen und suchenden Blicken liefen an mir vorbei.
Nun sitze ich auf dem Balkon und werde meine Notizen studieren und dem Rundgang nachspüren.
Da ich am WE Dienst habe, musste ich leider allein herumgehen. Für Ralf brachte ich einen druckfrischen Plan mit und so kann er ebenfalls auf Vignettenjagd gehen. 🙂

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Letzte Trainingseinheit vor dem Sommerurlaub

Die letzte Möglichkeit, vor unserem Urlaub nochmals die Wanderschuhe zu schnüren, bot sich am vorigen Wochenende. Wir stiefelten durch die Dank des vielen Regens noch grüne Garigue, zum Fluss Herault. Die von komootine vorgeschlagene Wanderroute begann mal wieder auf Privatgelände und da hab ich gestreikt. Nach den Erfahrungen, die wir neuerdings häufiger machen mussten, hatte ich beschlossen, die Indikationen « Proprieté Privé! Defense d’entrer! – Privatbesitz! Betreten Verboten! » zu respektieren. Ralf ließ sich vom Hinweis einer Autofahrerin überzeugen und wir passten uns dem zugänglichen Wegenetz an. Der Fluss hatte starke Strömung, so dass wir nicht wie geplant baden konnten. Allerdings war das Wasser auch relativ frisch… Nach einem ausgiebigen Picknick, traten wir den Rückweg an. Plötzlich grunzte es im Gebüsch. 😮 Mit lautem Rufen und Stöcke schlagen verjagte mein Liebster die Schwarzkittel und weiter ging es ohne Komplikationen bis zum Auto!

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Blumiges Sonntagsglück

Auch für Sonntag waren nur leichte Bewölkung und geringe Regenwahrscheinlichkeit vorhergesagt, so dass wir die rare regenfreie Zeit der letzten Wochen nutzen wollten, um hinaus zu gehen! Schon am Vorabend hatte Ralf Tee gekocht und die Tour im Kopf. Wir waren sehr beschwingt vom Fado-Konzert am Samstagabend, wo uns der portugiesische Sänger Duarte mit seinen Gitarristenkollegen verzaubert hatte.
Gespannt fuhren wir bis zum Hameau « le Camp », das am Ende der Welt zu liegen schien, und stellten uns die große Frage: Wo werden wir das Auto parken können? Unsere Sorge war unbegründet, denn es gab einen extra ausgeschilderten Wanderparkplatz. Ein Stein fiel besonders Ralf vom Herzen. 🙂 Zunächst liefen wir einige Zeit auf der Straße, bevor wir auf den GR 71 abbogen. Wir warfen kurz einen Blick auf das romantisch gelegene Gîte und dann wanderten wir weiter durch die üppig blühende Natur. Der viele Regen ließ Blüten und Grün sprießen; Fotomotive en masse!
Nach den Wiesenwegen kamen wir durch einen Kiefernwald und danach traten wir hinaus auf einen schmalen Höhenweg. Von dort sahen wir die Autobahn, die gut gefüllt mit Wohnwagen tief unter uns lag. Schließlich kamen wir in ein von Felsen dominiertes Areal, wo ich als bekannte Kraxlerin voll auf meine Kosten kam! Der wunderbar erschlossene und gut ausgeschilderte Felsenrundgang bildete den Höhepunkt und Abschluss unseres Sonntagswandertages.
Als ich froh gelaunt den Kofferraum öffnete, um meine Schuhe zu wechseln, erwartete mich eine süße Überraschung: eine Tüte Madeleines lag einladend neben der Picknickdecke! Hinter mir kicherte es. Ralf war es wieder mal gelungen, einen meiner Wünsche zu erfüllen: Unterwegs hatte ich mir vorgestellt, dass wir nach der Wanderung noch ein wenig auf der Decke liegend im Gras träumen würden, aber leider hatten wir nichts zu naschen dabei …
Voilà, Träume können in Erfüllung gehn!

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Wanderung zur Vidourle-Schleife

Zarte weiße Wölkchen und eine Regenwahrscheinlichkeit von nur 20 Prozent ließen uns zu einer Wanderung am Fluss Vidourle hinreißen. Nach beschaulicher Fahrt durchs Land parkten wir vor der Mairie des Örtchens Lecques. Schuhe gewechselt, Sonnenschutz aufgetragen und los ging’s über Feldwege zur Vidourle-Schleife. Wir liefen und liefen und liefen, freuten uns an der üppigen Vegetation – jedoch, den Fluss bekamen wir kein einziges Mal zu Gesicht. Die Schleife konnten wir nur auf der Landkarte bewundern und die vorsorgliche Mitnahme meines Badeanzuges war sinnlos! Trotzdem tat es gut, durch die Natur zu wandern und den Vögeln zu lauschen!

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Achtung! Verboten für Public! Privatgelände!

Nach dem intensiven Wandererlebnis am Samstag spürten wir noch mehr Wanderlust am Sonntag! Picknick mit Tee und entsprechende Kleidung waren rasch zusammengepackt. Vor Ort stießen wir auf ein eierkuchenfarben-verblasstes Verbotszeichen, welches zum Ignorieren einlud. Nach einem abenteuerlichen Aufstieg à la Indiana Jones begegneten wir einem Garriguebauern, der uns darauf hinwies, dass wir uns auf Privatgelände befänden. Er gestattete uns zwar das weitere Benutzen der Wege, aber scheinbar wusste er um die gesperrte Zone, durch die der geplante Abstieg via Fluss Hérault führen sollte. Wir liefen mehrmals in die Irre. Als es dann auch noch zu regnen anfing, entschlossen wir uns schließlich zur Umkehr. Der Weg zurück zur Straße war steil und steinig, aber sicher erreichten wir unser Auto. Komoot weiß eben nicht alles! Die Wanderung tat uns und unseren Muskeln gut – trotz alledem!!!

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