Vor dem großen Urlaubsreport

Wir sind zwar schon eine Woche aus den Bergen des Jura und des Hohen Savoyen zurück, aber die vielen Fotos und Erlebnisse konnten wir noch nicht vollständig sichten und bearbeiten. Deshalb heute erstmal ein kleiner Zwischenbericht vom Sonntagsspaziergang in der Domäne Restinclière. Eigentlich wollten wir etwas Herbstdeko sammeln, aber da wurden wir nicht fündig. Zumindest konnten wir unseren Thymianvorrat auffrischen und nun duftet es wunderbar danach in der Küche. Wir folgten dem markierten Weg und kamen so zu einer Wanderung über Stock und Stein 🙂 Pfadfinderkinder, Nordic-Walking-Läufer, Familien mit Kindern und einzelne Spaziergänger nutzten wie wir das schöne Herbstwetter für einen Ausflug. Zum Lez kamen wir heute nicht, sondern dort wurden wir von einer Baustelle überrascht. Es scheint, dass endlich eine Brücke im Bau ist, die es ermöglichen wird, ohne Umwege bis zur Quelle des Flusses gelangen zu können. Wir sind gespannt.
Demnächst werden wir uns an den Urlaubsbericht setzen und wünschen euch morgen einen schönen Feiertag!

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Stadtspaziergang am Ende des Sommers

Ich hatte eine Verabredung an meinem freien Tag, am Ende des Sommers. Ich war mit Sylvie, einer Zeichenfreundin, verabredet am Place Albert 1ère. Von dort schlenderten wir am botanischen Garten vorbei in die Innenstadt. Ich war auf der Suche nach einem Café, aber ich konnte mich nicht erinnern, wo genau es sich befand! Montpellier mit seinen Gassen ist schön, aber auch verwirrend! Schließlich ließen wir uns am Platz Jean Jaures in einem Café nieder, aber der Service war pas terrible – nicht besonders! Wir wollten gerade gehen, da kam eine Serviererin, sozusagen in letzter Minute. Nach der Erfrischung liefen wir über die Esplanade bis nach Boutonnet, wo wir uns verabschiedeten. Ein schöner Nachmittag mit neuen Entdeckungen – so mag ich es!

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Überraschungen in Castries

Was machen wir heute am Sonntag, wo es immer noch zu warm zum Wandern war? Ich gebe zu, dass uns die seit Wochen anhaltende Hitze ermüdet und unseren WanderElan eingeschränkt hat. Nicht zu reden vom Urlaubsvertretungschaos im Heim, was mir zusätzlich Energie abverlangt. Aber auch unsere Auszeit rückt stetig näher: Noch zwei Wochen arbeiten, dann reisen wir ins Jura und ins Savoie zum Regenerieren! Aber was machen wir heute? Diese Frage stand noch immer im Raum; unsere Umgebung kennen wir schon zur Genüge, so dass wir Lust auf was Neues verspürten. Ralf dachte über eine Rundfahrt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln nach und ich schlug einen Besuch im Schlosspark von Castries vor. Diese Kleinstadt liegt ca. 15 km von Montpellier entfernt und Mr. Google gab an, dass der Park täglich geöffnet und frei zugänglich sei.
Ein Parkplatz war rasch gefunden im noch verschlafenen Städtchen und ein Rundweg war markiert. Wir lernten die Kirche St. Etienne noch kurz vor dem Gottesdienst kennen, lasen etwas über das Vermächtnis von Victor COSTE und standen schließlich beinahe resignierend und auf Mr. Google schimpfend mehrfach vor verschlossenen Toren. Wir wollten schon zurück zum Auto gehen, da entdeckte ich ein kleineres, offen stehendes Tor und meinte: Lass uns da noch nachsehen, aber wahrscheinlich ist es nur eine private Einfahrt. 🙁 Gesagt, getan – und wir waren freudig überrascht, als wir lesen konnten, dass dies der Parkeingang war!!! Gerettet! Nun liefen wir durch den sog. Formalen Garten des Schlosses und genossen den Sonntagvormittag im Grünen! So kann es gehen!

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Spaziergang zum Espace Dominique Bagouet

Birgit musste am Wochenende arbeiten und für die meiste Zeit war Regen vorhergesagt. Endlich! Bevor uns also der Himmel seine Küsse schickte, machte ich mich auf ins Stadtzentrum, durchquerte Antigone and besuchte die neue Ausstellung im Espace Dominique Bagouet. Inzwischen hat dieses Kleinod schon seit 10 Jahren seine Pforten für die Öffentlichkeit geöffnet – vorher beherbergte das Gebäude eine Behörde für Wasserwirtschaft. Diese Mal gab es Zeichnungen, Skizzen und Gemälde von Suzanne Ballivet (1904-1985) zu bewundern. Während der Besatzung im zweiten Weltkrieg zog Suzanne Ballivet zu Albert Dubout nach Paris, wo sie 1941 ihre erste Ausstellung hatte und die Anerkennung der Pariser Kunstwelt fand. Übrigens dauerte es weitere 27 Jahre, bis die beiden im Jahre 1968 heirateten. In den letzten Jahren ihrer künstlerischen Karriere illustrierte sie einige Bücher des französischen Kultautors Marcel Pagnol. Dem Zeichner and Karikaturisten Dubout ist übrigens ein eigenes kleines Museum in Palavas-les-Flots gewidmet, das wir schon seit längerem besuchen wollen, dessen Türen jedoch stets verschlossen waren. Mal sehen, vielleicht klappt es ja in diesem Herbst…

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Auf Entdeckung im LUMA Arles, Parc des Ateliers

Noch immer haben uns die hochsommerlichen Temperaturen fest im Griff. So entschlossen wir uns, am Sonntag nach Arles zu fahren, um dort den « Parc des Ateliers » zu besuchen. Dieser 2021 fertiggestellte Kulturkomplex stellt eine experimentelle und interdisziplinäre Plattform dar, die sich Ausstellungen, Kunst, Forschung, Bildung und Archiven widmet. Gelegen in einem ehemaligen Industriegelände, umfasst es ein von Architekt Frank Gehry entworfenes Hauptgebäude, mehrere von Annabelle Selldorf sanierte Industriebauten und einen öffentlichen, von Landschaftsarchitekt Bas Smets gestalteten Park. Diese neue Attraktion von Arles wurde Dank der LUMA Stiftung ermöglicht, die 2004 von der Schweizerin Maja Hoffmann gegründet und nach ihren Kindern Lukas und Marina benannt wurde.
Wir fuhren auf Landstraßen quer durch die Camargue nach Arles und staunten über den üppigen Verkehr. Ob es auf der Autobahn zu einer Sperrung gekommen war? Ob sie einfach vom Urlaubsreiseverkehr überlastet war? Ob all die Leute einfach nur die Maut sparen wollten? Egal, nach dennoch gemütlicher Fahrt kamen wir am Vormittag in Arles an und fanden einen Platz in unserem angestammten Parkhaus. Von dort waren es nur ein paar Schritte zum Parc des Ateliers, den man Dank seines imposanten Turms schon von weitem ausmachen kann. Wir erklommen alle neun Stockwerke des Turms, bestaunten die stählerne Rutschbahn, entdeckten die mit salzkristallenen Fliesen verzierten Flure und genossen die Aussicht über die Dächer von Arles bis hin zur Rhône. In den Untergeschossen gab es Ausstellungen moderner Kunst und Fotografie des 20. Jahrhunderts. Besonders gefielen uns die riesigen hybriden Pilze, das « Aquarium » und die « Unterwelt ». Aber auch die Fotografien aus Ghana, zwischen 1947 und 1987 von James Barnor aufgenommen, fanden unser Interesse.
Am Ende unserer Tour querten wir noch kurz die sanierten Hallen des ehemaligen Staatsbahngeländes und spazierten durch den Park. Inzwischen hatten wir ordentlich Appetit bekommen und wir waren froh, in der ehemalige Arbeiterkantine, Le Réfectoire, ein tolles Menü mit lokalen Zutaten serviert zu bekommen. Statt Wein wählten wir Wasser – es war einfach zu warm… 🙂

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Flucht aus der Höhle

Seit über fünf Wochen hält uns die Sommerhitze in diesem Jahr in Atem. Ständig steigt der Mercure weit über 30°C und wir verschanzen uns in der abgedunkelten Wohnung. Wenn es so weiter geht, werden wir noch zu Höhlenbären! Heute soll es gewittern, was sich durch heftige Schwüle bemerkbar macht. Ich radelte am Morgen in die Stadt, da einiges zu erledigen war, und auch, weil ich einfach mal wieder draußen in Bewegung sein musste!
Zuerst wollte ich ein Einschreiben von der Post holen, wo ich jedoch vor verschlossener Tür stand. Sommeröffnungszeiten! Also weiter in Richtung Zentrum. Dank immer besser ausgebautem Radwegenetz gelang ich ohne Probleme zum Place de la Comedie. Dieser wird gerade umfassend umgestaltet und ich betrachtete die Fotoausstellung zu diesem Thema.
Im Einkaufszentrum Polygone gab ich neue Briefkastenschlüssel in Auftrag und schlenderte nach deren Abholung noch ein wenig durch die Innenstadt, bevor ich bei Roger Obst und Gemüse einkaufte. Am WE möchte ich einen Broccoli-Eiersalat zubereiten und erstand hierfür die Zutaten. Auch die ersten Weintrauben durfte ich verkosten – zuckersüß! Kein Wunder bei dem vielen Sonnenschein.
Langsam wurde es wärmer und schwüler, so dass ich heimfuhr und eine erfrischende Dusche nahm. Herrlich war es, mal wieder im Sattel zu sitzen und herumzustreifen!

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Zur Abkühlung ins Museum von Lodève

Das Museum von Lodève bietet immer wieder interessante Sonderausstellungen, mal impressionistische Malerei, mal Wandteppiche, mal Fotografie. Wir haben bisher kaum eine Ausstellung verpasst. Und da das Wetter uns immer noch mit hohen Temperaturen – seit Wochen täglich über 35 Grad – heimsucht, bot sich ein Besuch in den klimatisierten Räumen des Museums besonders an. Diesmal wurde Foto- und Videokunst des « artiste marcheur » (Wanderkünstlers) Eric Bourret gezeigt. Eric Bourret wurde 1964 in Paris geboren. Er lebt und arbeitet in Südfrankreich und im Himalaya. Seit Anfang der 1990er Jahre durchquert er die Welt zu Fuß, wobei er jeden Horizont in jeder Höhe durchquert und fotografische Aufnahmen macht, die er als « Erfahrung des Gehens, Erfahrung des Sichtbaren » bezeichnet. Wir als passionierte Wanderer folgten ihm gern auf seinen Ausflügen. Toll war auch, dass wir selbst kreativ werden konnten…
Da der Tag noch jung war, schlug Birgit vor, auch noch ins App’Art Atelier zu gehen, das wir auf dem Hinweg entdeckt hatten. Dort trafen wir den Künstler J. F. Caudry, der in einem Haus eine Ateliergemeinschaft betreibt. Wir (Birgit) kamen mit ihm ins Gespräch und er ließ uns durch Haus stöbern. Schaut selbst, was wir so alles gefunden haben!

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Zur Abkühlung in die Canaletten

Für den französischen Nationalfeiertag war Sommerhitze jenseits von 35 Grad angesagt. Was tun, wenn man nicht in der abgedunkelten Wohnung als Höhlenbär den Tag verschlafen will? Ein Kollege von Birgit hatte sie gefragt, ob wir Les Canelletes kennen, denn da wäre es nicht so warm. Nein, kannten wir nicht. Also wurden Vorbereitungen getroffen und schon vor 9 Uhr waren wir unterwegs. Nach knapp einer Stunde Fahrt erreichten wir den Parkplatz. Die Wanderkarte hatte einen « reglementierten Weg » ausgewiesen und wir waren unsicher, ob er begehbar sei. Er war es! Da es noch zeitig war, entschlossen wir uns zu einer größeren Wanderrunde. Zunächst folgten wir der Trasse einer historischen Eisenbahnverbindung von den Cevennen nach Nîmes, die ehedem dem Transport von Holz und Erzen diente. Schnurgerade folgten wir der Route, auf der die Sonne zusehens an Intensität zulegte. Nach einigen Kilometern erreichten wir waldiges Gelände und der Weg auf festem Waldboden tat den Füßen gut. Dennoch musste Birgit verarztet werden, denn eine Blase hatte sich an ihrer Ferse gebildet.
Schließlich gelangten wir zum Forsthaus, an dem man in den Naturpark gelangte. Als erstes machten wir einen Abstecher zur « erleuchtete Grotte ». Schaut selbst in unserer Komoot-Galerie, wie wir dort erleuchtet wurden! Zurück am Forsthaus mussten wir einer Perleidechse, die irgendwie in ein Wasserbassin geraten war, das Leben retten. Erschöpft saß sie dann erstmal mitten auf dem sonnenüberfluteten Weg und wir mussten nochmal etwas nachhelfen, damit sie im schützenden Unterholz Unterschlupf fand. Danach zog sich ein herrlicher Pfad durch den Naturpark, vorbei an einer ausgetrockneten Quelle, einer Wassertränke, mehreren Höhlen und Felsbögen. Am Ende der Tour kamen wir zum Höhepunkt der Wanderung, den eigentlichen Canolen, schmalen Gängen zwischen hunderte Meter langen Felsen. Mit eingezogenen Bäuchen zwängten wir uns immer tiefer in die Gänge, bis es wirklich nicht mehr weiterging. Und kühl war es in den Gängen – das richtige für diesen hochsommerlichen Tag!

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Heiße Tage in Florida

Eine Dienstreise sollte mich für eine Woche nach Florida führen, um dort auf der 7. Xanthomonas Genomik-Tagung einen Vortrag zu halten. Um mich auf die Tagung einzustimmen und der langen Reise noch etwas Urlaubsfeeling abzugewinnen, flog ich schon ein paar Tage im voraus. Doch der erste Flug wurde seitens AirFrance abgesagt und alles verschob sich um einen Tag. In Florida angekommen, erwartete mich Jonathan in einem knallroten Chevrolet Camaro Convertible! Eine Nacht verbrachten wir im Marriott Tampa Westshore-Hotel, um tags darauf zu einem komfortablen AirBnB in der Nähe von Orlando zu fahren. Inzwischen war es Mittagszeit und wir wurden im Fresh Kitchen fündig, wo man sich aus verschiedenen Komponenten selbst ein Menü zusammenstellen kann.
Jonathan hatte ein paar Ausflüge geplant. Am Samstag fuhren wir zum Kolokee Trail, einem knapp 9 km langen Rundweg durch subtropische Vegetation in Gesellschaft von Alligatoren. 😮 Und wirklich bekamen wir eines dieser Reptile zu Gesicht – allerdings in gebührender Entfernung. Nach einem kleine Snack machten wir uns auf den Rückweg, als es zu donnern anfing. Das Gewitter kam rasch näher und bald standen wir mittendrin. Welche Bäume sollte man meiden, welche nicht? Wer weiß das schon, wenn keine Buchen, Linden oder Eichen um einen herum stehen, sondern lauter subtropisches Gewächs?! Es half alles nichts, wir beschleunigten unsere Schritte und klitschnass kamen wir am Auto an. Es brauchte Tage, bis die Schuhe wieder trocken waren…

Am nächsten Morgen hatten wir uns mit einer Freundin von Jonathan, Emily, die er aus seiner Zeit in Montpellier kannte, verabredet. Sie hatte einen Ausflug zum Split Oak Trail vorgeschlagen, den wir aufgrund der vorhergesagten Hitze auf die Vormittagsstunden legten. Acht Kilometer führten uns durch Wälder und an zwei Seen vorbei, die mich an die Umgebung von Berlin erinnerten. Wir fanden den Split Oak – eine mächtige, vom Blitz geteilte Eiche. Emily erzählte von ihrer Arbeit als Sprachtherapeutin und wir versuchten, ihr unsere Projekte zu erläutern. Anschließend fuhren wir zurück nach Orlando, aßen bei den Hungry Pants frisch zubereitete Menüs und besuchten danach eine Gedenkstätte am Pulse Nachtclub, wo sich vor genau sechs Jahren ein Massaker ereignet hatte. Da ich mich seit meiner Ankunft etwas erkältet fühlte – meiner Ansicht nach eine Folge des eiskalt klimatisierten Langstreckenflugs – testete ich mich vorsichtshalber auf Covid. Oh Schreck, der Test war positiv!

Montag fuhren wir bei 100 Grad (Fahrenheit -> knapp 38 Grad Celsius) nach Clearwater Beach, wo wir im Sheraton-Hotel eincheckten. Jonathan war inzwischen auch positiv. So meldeten wir uns von der Konferenz ab und verbrachten die meiste Zeit der folgenden vier Tage in unseren Hotelzimmern. Da wir aber das Auto noch für einen weiteren Tag ausleihen konnten, unternahmen wir einen letzten gemeinsame Ausflug und fuhren zum John Chestnut Sr. Park. Dort führte ein schöner Rundweg über sumpfiges Gelände; auch vor Alligatoren wurde wieder gewarnt. Aber wir sahen nur unzähligen Eichhörnchen, verschiedene bunte Vöglein und eine größere Schildkröte, die im Wasser schwamm.

Die Tage im Hotel zogen sich hin. Leider konnte ich die Tagung nicht online verfolgen. Nur meinen eigenen Vortrag durfte ich per Zoom halten, doch leider sah ich keinen der im Saale Anwesenden. Einen Morgen nutzte ich für einen Spaziergang in der Nähe des Hotels, den ich « Lost Paradise » taufte. Das verlorene Paradies, denn die Zivilisation hat sich auf den Stränden breitgemacht und wartete auf geldträchtige Touristen, die in der Sonne ihre Zeit totschlagen wollten. Vom Ufer eines breiten Kanals, der zwei der benachbarten Inseln voreinander trennte, sah ich ein riesiges Tier unter der Wasseroberfläche entlanggleiten. Es sah aus wie eine seeehr große Robbe, ca. 2,5 Meter lang. Vielleicht eine Seekuh?

Am Freitag ging meine Zeit in Florida zu Ende. Wie schon die Anreise entpuppte sich auch der Rückflug als Albtraum. Der erste Flug war verspätet, der zweite abgesagt… AirFrance bot mir einen Flug drei (!) Tage später an. Doch was sollte ich in New York? Wo schlafen, wovon leben? Der Service der großen Fluggesellschaften ist inzwischen am Nullpunkt angelangt. « Glücklicherweise » bot mit Delta Airlines einen Ersatzflug für den nächsten Tag an, nachdem ich nachts von 1 bis 5 Uhr am Serviceschalter ausgeharrt hatte. Nach schlafloser Nacht in New York bestieg ich abends den Flieger nach Paris, der wiederum verspätet war, so dass ich den Anschluss nach Montpellier verpasste. Da ich nicht noch eine schlaflose Nacht auf einem Flugplatz verbringen wollte – wie von AirFrance vorgeschlagen – sprintete ich zum Taxi und nahm den nächsten Zug nach Montpellier. Erschöpft, aber glücklich fiel ich am Abend in die Arme meiner Liebsten. 🙂

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Deutschlandurlaub 2022: Dritte Woche

Etappenwanderung im Schwarzwald auf dem Alb- und dem Wolfssteig

1. Etappe: Waldshut-Albbruck-Görwihl

Am letzten Maitag begann nach einem ausgiebigen Frühstück unser Wanderabenteuer, welches ich mir seit langem gewünscht und von Ralf organisiert wurde. Unser Auto und überflüssiges Gepäck konnten wir in der Tiefgarage des Hotels « Waldshuter Hof » während der Wandertage stehen lassen. Das war sehr komfortabel!
In der Fußgängerzone erwachte das Leben. Wir kauften noch Proviant und begaben uns dann zum Bahnhof von Waldshut. Der Albsteig nimmt in Albbruck seinen Anfang. Wir stiegen in den Zug um 9h16 und konnten bereits 9h30 in Richtung Görwihl, unserem Tagesziel, losgehen .
Lebhaftes Vogelgezwitscher begleitete uns. Zahlreiche Utkieks – Ausblicke von Felsen (Peterkanzel, Kaiberfelsen) über die Landschaft sowie eine offene Kirche in Tiefensee gehörten neben dem Höllbachwasserfall (8m50 Höhe) und dem Zufluss des Höllbachs in die Alb zu den Höhepunkten des Tages. Wir registrierten allerdings zahlreiche umgefallene sowie abgestorbene Bäume und mussten desöfteren auf zerfahrenen Wegen stolpieren – dies zeugte von Unwettern, unter denen der Schwarzwald zu leiden hatte.
Am Nachmittag erreichten wir das Hotel « Alde Hotz » und tatsächlich öffnete uns ein alter Griesgram die Tür. Drinnen schien die Zeit stehen geblieben zu sein, aber das Zimmer für eine Nacht war sauber und gemütlich. Der Alte Hotz eröffnete uns auch sogleich, dass es entgegen der Reservation kein Frühstück gäbe, ganz zu schweigen von Abendessen. So machten wir uns nach erfrischender Dusche auf in den Ort. Dort entdeckten wir sowohl einen Bäcker als auch ein Restaurant. In letzterem aßen wir leckeren Wildgulasch mit Spätzle und Rotkohl. Unter einem großen Baum nahe der Kirche, in deren Innerem ein Labyrinth auf den Boden aufgezeichnet war und die sehr farbenfrohe, bunte Fenster hat, stand ein grün gestrichener ausgedienter Kühlschrank. Er war in einen Bücherschrank umfunktioniert worden. Ralf nahm sich einen schmalen Band heraus und da der Tag noch jung war, las er ihn vollständig durch. 🙂
Nachdem den ganzen Tag die Sonne schien, gab es am Abend einen recht kräftigen Regenschauer.

2. Etappe: Görwihl-Klosterweiher

Zunächst hieß es, das Bäckerfrühstück zu testen und Picknick zu organisieren, was gut klappte. Bei idealem Wetter und frisch gestärkt begann der Tag mit einem Abstieg zum Höllbach. Im ständigen Auf und Ab liefen wir weiter bis zur Teufelsküche. Danach ging es über Blumenwiesen weiter auf sehr matschigen, ungepflegten Wegen. In Immeneich, wir lernten später, dass der Ortsname tatsächlich mit Immen/Bienen zu tun hat, machten wir eine Pause auf einer wunderbaren Relaxbank an der Kapelle. Anschließend bewältigten wir einen sehr steilen Anstieg; jeder in seinem Rhythmus. Bevor wir den Dachsberg erklommen, gab es ein Picknick am Waldrand an einer Alpenpanoramatafel. Inzwischen hatte sich der Himmel zugezogen und außer der Dampfsäule des Atomkraftwerkes bei Waldshut war nichts Besonderes am Horizont zu sehen. Wo sind denn die Alpen? Wir kamen an einem Mehrfamilienhaus mitten im Wald (wer baut hier so ein Haus?) vorbei und standen völlig unerwartet vor einem Tor. Nebenan auf der Weide standen ziemlich große Rinder… Was tun? Ein Verbots- oder Warnschild war nicht zu sehen. Wir beschlossen, hindurch zu gehen, und das erwies sich als richtig. Am Ende des Wiesenweges überstiegen wir einen Elektrozaun. Nun war es nicht mehr weit bis zum Klosterweiher. Als wir am Landgasthaus « Klosterweiherhof » ankamen, begann es zu regnen. Wir wurden sehr freundlich begrüßt und eingewiesen. Im kleinen, gemütlichen Wanderzimmer fanden wir sogar einen Wasserkocher vor und brühten erstmal einen Kaffee auf. Mit dem elektrischen Gerät war auch die Teeration für den nächsten Tag gesichert! Nach dem Duschen mussten wir einige Zecken entfernen, was Dank meiner Sanitätstasche kein Problem war.
Das Abendessen nahmen wir im Restaurant des Klosterweiherhofes ein: Ralf wählte Zanderkracherli im Bierteig und ich die Tagessuppe plus geräuchertes Forellenfilet mit Toast. Schmeckte alles sehr lecker. Ein Abendspaziergang am Klosterweiher vervollständigte diesen anstrengenden, aber schönen Wandertag!

3. Etappe: Klosterweiher-Albstausee-Höchenschwand

Unsere Tour startete mit der Querung des Ortes Wittenschwand. Überall blühte es wunderbar und mit dem heiteren Himmel über uns wanderten wir guter Dinge bis zum Bildsteinfelsen. Hier erfuhren wir einiges über die Zeidlerei, Bienen und Klotzbeuten. Vom Felsen liefen wir weiter über einige geröllige Wege bis zum Albstausee, wo wir uns ein Päuschen auf einer Relaxbank und später das Picknick am Ufer genehmigten. Meine Schultern beschwerten sich heute ziemlich regelmäßig über die Rucksacklast. Daraufhin suggerierte ich meinem Liebsten für die nächste Mehrtageswanderung einen Gepäcktransfer. 🙂 Nach den ausgiebigen Ruhezeiten machten wir uns mit neuer Kraft an die Umrundung des Stausees und balancierten auch über einen Bach, ach, und da strauchelte ich, versuchte das Gleichgewicht zu halten… aber die Schwerkraft und die Sorge ums Handy waren größer: Ich klatschte rein ins Nass! Irgendwie brachte ich es fertig, mich schnell wieder aufzurappeln und da es nur Wasser war, konnte ich meinen Weg, fluchend zwar, fortsetzen. Die Kleidung von Käferchen Tollpatsch trocknete schnell. Über eine lange Holzbrücke kamen wir zum Waldrand. Der Aufstieg des Tages auf schönem weichen Waldboden begann sogleich. Eine Regenhusche brachte uns dazu, die Regensachen anzulegen. Endlich kam Höchenschwand in Sicht und wir bezogen ein großes Zimmer mit Balkon im Hotel « Cortina ». Nach der obligatorischen Dusche mit Zeckensuche unternahmen wir einen ausgedehnten Rundgang durch den Kurort. Wir landeten in einem Café und schlemmerten Törtchen sowie Milchkaffee. Bis zum italienisches Abendessen lasen wir auf dem Balkon und ordneten unsere Sachen für den nächsten Tag.

4. Etappe: Höchenschwand – Waldshut

Unsere letzte Etappe war auch die Längste: 22km und 1050 Höhenmeter bzw. Abwärtsmeter und auch nochmal 380m in die Höhe! Ich gestehe, dass ich ganz schönen Respekt davor hatte, aber wir bewältigten die Wanderung ohne Probleme! Wir sind in Form!
Durch den Kurpark gelangten wir am Morgen zum Wolfssteig, denn den Albsteig verließen wir nun. Er führt ja weiter bis zum Feldberg und zurück nach St. Blasien, aber das heben wir uns für später mal auf.
Während wir so guter Dinge durch den Morgen spazierten, öffnete sich plötzlich vor uns das Schweizer Alpenpanorama! Das war sehr beeindruckend! Wir versuchten es im Foto festzuhalten, aber das war schwierig.
Der Wolfspfad ist über lange Zeit ein wunderschöner Single Trail und hält allerlei Animationen/Informationen für Familien mit Kindern und andere neugierige Wanderer bereit. An der Dumrighütte fanden wir ein Märchenbuch, einen Sandkasten mit Tierspurstempeln und mehrere Bänke zum Ausruhen. Nun ging der Wolfssteig in den Wolfspfad am Wolfsbach über. Wieder begegneten wir keinem Menschen! Ein kürzerer Aufstieg nach Nöggenschwiel brachte uns zum Schwitzen. Da kam die Wasserfontäne zum Erfrischen gerade recht! Inzwischen zogen dunkle Wolken auf, Gewitter drohte. Auch da hatten wir Glück, denn just am Wegesrand stand die Heubachkapelle und bot uns Schutz, bis sich die Wetterlage beruhigt hatte. Immer wieder regnete es. Jedoch zögerten wir, unsere Regenkleidung anzuziehen. Zudem verspürten wir langsam auch Hunger. Wir hofften auf ein trockenes Plätzchen und wirklich kamen wir zu einer Bank vor einem großen Holzreservoir. Aber kaum hatten wir uns nieder gelassen, tropfte es schon wieder los. Wir bauten uns ein kleines Dach und ließen uns die Wurstsemmeln trotz allem schmecken. Ein Reh beobachtete uns – oder beobachteten wir es?
Frisch gestärkt begaben wir uns zum hoffentlich letzten Aufstieg des Tages. Ralf hatte etwas Vorsprung, als ein Autofahrer hielt und mir eine Mitfahrgelegenheit anbot; ich hatte ihm wohl leid getan. 😉
Oh! Was war das? Ein Kirschbaum mit dunkelroten Früchten! Waren sie schon reif? Und ob! Wir labten uns daran, bevor wir im strömenden Regen auf einem Teersträßchen bis zum Wildparkgehege bei Waldshut wanderten. Der Wanderweg führte mitten durch den Park, wie wir nach einigem hin und her bemerkten. Nachdem wir verschiedene Treppensteige getippelt waren, erreichten wir gegen 17h15 glücklich und auch geschafft das Hotel « Waldshuter Hof »! Hier genehmigten wir uns am Abend das 3-Gänge-Menü und einen Grappa Nonino sowie Walnussgeist – oder war es doch eher Himbeergeist? Egal!
Das Wanderabenteuer war zu Ende. Auf uns wartete das Abenteuer Heimreise. Wir hatten weder den Beginn der Pfingstferien in Deutschland noch das Urlaubsziel Frankreich in Betracht gezogen und waren umso erstaunter, dass wir 1,5h im Stau an der Mautstelle in Mulhouse stehen mussten, um 2,90 Euro Maut zu entrichten! C’est fou! Das ist verrückt!

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