Kunstpause

Seit fast einem Jahr besuche ich nun den Zeichenzirkel um Gaspard. Er hat mir viel beigebracht und mir gezeigt, dass ich doch malen bzw. zeichnen kann! Auch schaue ich mir Gemälde, Zeichnungen und Skulpturen mit noch anderen Augen an als zuvor. Dieser Tage öffnete die Exposition des in Montpellier geborenen und in der Umgebung lebenden Künstlers Vincent Bioulés. Ich habe heute frei und es war der Tag, an dem ich meine, im März erstandene Jahreskarte für das Museum Fabre zum ersten Mal benutzen sollte. Es hat sich mehr als gelohnt und ich werde diese beeindruckende und umfangreiche Ausstellung noch öfter besuchen. Die Bilder sind farbenfreudig, sehr varriiert – von abstrakt über Aktmalerei zu wunderschönen Landschaftsabbildungen. Diese Technik! Ich bin begeistert und habe mich – übrigens als Erste – ins Goldene Buch der Ausstellung eingetragen. Nun sitze ich auf dem Balkon und verfolge die Arbeiten am Schwimmbad. Werde ich am Wochenende dort baden?

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Architektur und Schönheit – mit Sonne

Wie Birgit schon schrieb, konnte sie mich am Wochenende leider nicht begleiten, so dass ich allein auf Entdeckung gehen musste. Wieder einmal stand das Architekturfestival an – mittlerweile schon zum 14. Mal – und wieder einmal machte es Spaß, durch die Altstadtgassen zu schlendern. Überall gab es etwas zu entdecken, nicht nur in den gestalteten Innenhöfen der Bürgerhäuser, sondern auch an anderen Ecken der Stadt. Ich verteilte das Besichtigungsprogramm auf zwei Vormittage, zumal Samstagnachmittag mit Einschränkungen aufgrund der allwöchentlich zu befürchtenden Gelbwestenausschreitungen zu rechnen war. Der Parcours bestand wieder aus 12+1 Stationen, die sich über die gesamte Innenstadt verteilten und auf einem Stickersammel-Faltblatt erläutert wurden. Besonders haben mir die Stationen 11 und 12 gefallen – und die 12 wurde auch von Birgit zu ihrer Favoritin gekürt. Viel Spaß beim Betrachten der Installationen und Impressionen!

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Architektur und Schönheit – ohne Sonne

Erfreut las ich in der Stadtzeitschrift, dass es auch in diesem Jahr wieder ein Festival der Architektur geben würde. Das Motto in diesem Jahr lautete « Die Schönheit – la beauté ». Ich war erneut begeistert von der Phantasie der Kreateure, die sie mit ihren Kunstinstallationen zum Ausdruck brachten. Freundliche junge Leute gaben bereitwillig Erklärungen zu den einzelnen Werken und beklebten meinen Stadtplan mit Vignetten. Leider fehlte die Sonne, denn einige Objekte sollten mit Reflexionen an den historischen Gemäuern für noch mehr Schönheit sorgen. Vielleicht hat mein Liebster am WE mehr Glück. Da ich Dienst habe, ging ich heute schon allein durch die Gassen. Er wird dies ebenso am Sonntag tun. Ich bin gespannt auf seine Entdeckungen und Sichtweisen; ihr auch?

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Pfingsten im Süden

Pfingsten in Montpellier. Noch immer ist es angenehm kühl und wir entschieden uns für einen ausgiebigen Stadtspaziergang am Samstagvormittag. Zunächst einmal wurden Crème fraîche und Kürbiskernbrot für die Fenchelcremesuppe gekauft. Dann suchten wir eine Eisdiele, die schon vormittags geöffnet hat, und wurden schließlich am Polygone fündig. Unterwegs begegneten wir den « Gelbwesten », die vor der alten Oper aufmarschiert waren. Schon zuvor hatten wir uns über das massive Polizeiaufgebot gewundert. Es sollte die 30. Episode werden, für die die « Gelbwesten » diesmal Montpellier als Hauptaktionsort auserkoren hatten. Ab und an krachten schon die ersten Böller… (In Zahlen: 2000 Demonstranten, darunter 400 Gewaltbereite, sowie 350 Polizeispezialkräfte). Uns stand dagegen der Sinn nach Kunst und Kultur. Also schauten wir uns die neue Ausstellung im Saal Dominique Bagouet neben dem Pavillon Populaire an, in dem Cédric Matet seine Sicht auf Montpellier und Sète darbot. Weiter ging’s durch die Gassen der Altstadt, in denen sich immer wieder neue Details entdecken lassen, zur Kunstboutique Nef (das Schiff). Auch dort gibt es immer wieder Schönes und Interessantes zu entdecken.
Den Abend verlebten wir auf dem Anwesen des Klosters von Maguelone, wo wir barocker Kammermusik lauschten, vorgetragen auf Flöte, Cello and Cembalo. Besonders der Flötenspieler faszinierte uns mit seiner virtuosen Darbietung eines Stückes von Arcangelo Corelli, der die ersten Sonaten überhaupt komponierte. Zu Hause ließen wir den schönen Tag bei einem Glas Wein auf dem Balkon ausklingen.

Der Pfingstsonntag stand ganz im Zeichen unserer Wanderlust. Nach einer langen Anfahrt stand uns nach dem langen Vortag nicht der Sinn. So entschieden wir uns für eine Tour ins Ungewisse bei Claret. Ungewiss, weil es eine Komootwanderung war und auf der dazugehörigen Analogwanderkarte keinerlei Wanderwege eingezeichnet waren. Es sollte schöner werden als gedacht! 🙂 Wir entdeckten den malerischen See von Claret (Baden allerdings verboten, da keine Aussagen über die Wasserqualität getroffen werden können). Wir naschten von einem Kirschbaum am Wegesrand. Doch noch mehr waren wir von den Ruinen zweier Wassermühlen überrascht, die versteckt in einer waldigen Schlucht verborgen waren. Und der Weg selbst zog sich wunderschön an den Steilhängen der Kalkmassive entlang. Auch das Mas Neuf (« Neues Gut ») – eines der ersten Ausflugsziele, die Ralf im Jahre 2007 nach seiner Ankunft in Montpellier inspiziert hatte – sollte wieder einmal in Augenschein genommen werden: Viel hat sich dort nicht getan… Am Oppidium trafen wir auf eine amerikanische Wandergruppe, für die dieses historische Ambiente einen ganz besonderen Reiz haben sollte: Es war die Fundstelle eines Kinderskeletts aus der Eisenzeit. Und die Grundmauern der damaligen Behausungen waren noch immer gut erkennbar. Ein schöne Wanderung, die mit einer letzten Pause am Lac de Claret zu Ende ging, bevor wir wieder in unser Auto am Rande der üppig austreibenden Weinfelder stiegen.

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Salzstange und Salzbrezel unterwegs im Aveyron

Dank Himmelfahrt stand uns ein langes freies Wochenende bevor. Und Dank der Idee, unsere Gastherme austauschen zu lassen, wurde dieses lange Wochenende nicht dem Renovieren geopfert… Was also tun? Keine Frage: Wandern! Kurzentschlossen buchten wir eine Nacht im Gîte « La Pause » in Le Rozier, dort, wo der Tarn und die Jonte zusammenfließen. Als wir nach unserer Anreise aus Montpellier am Parkplatz von Liaucous ankamen, war dieser zu unserer Überraschung vollkommen belegt, da er auch als Ausgangspunkt für den örtlichen Klettersteig dient. So planten wir um und entschieden uns für die Tour durch die Corniches du Causse Noir. Der knackige Aufstieg ließ uns ordentlich schwitzen – wir fühlten uns wie Salzstange und Salzbrezel. 🙂 Doch welch ein Blick vom Gipfel, welch grandioser Picknickplatz! Und welch toller Pfad durch die Felsenlandschaft der Corniches du Causse Noir! Anfangs konnten wir die beiden Fels-Vasen im Tal der Jonte nicht entdecken und wir befürchteten schon, dass sie eingestürzt sein könnten. Aber dann sahen wir sie doch!
Bevor es ins Tal der Jonte hinabging, bewunderten wir noch die Ruinen der alten Festung Montorsier, auch Ermitage Saint-Michel genannt. Welch abenteuerliches Bauwerk hoch oben auf den Felsen! Der Abstieg in zahlreichen Serpentinen lief sich ebensogut wie der Rest der herrlichen Tour. Voll schöner Eindrücke erreichten wir den Parkplatz von Peyreleau. Zum Apero gab’s ein erfrischendes Bier in Le Rozier. 🙂

Gut gefrühstückt ging es tags darauf zur Tour, die eigentlich für den Vortag geplant war. Birgit hatte etwas Angst, dass die Route über den Klettersteig führen könnte. Welch Erleichterung, als der Zugang zum Klettersteig endlich von unserem Wanderweg mit seiner gelben Wegmarkierung abzweigte. 🙂 Erneut ging es gut bergauf, wieder auf tollem Weg und schon weniger anstrengend als tags zuvor. Waren wir nun in Übung oder lag es daran, dass es deutlich zeitiger war als am Vortag? Egal, der Weg schlängelte sich höher und höher, bis wir schließlich den Gipfel erklommen hatten und erneut unsere Blicke schweifen ließen. Inzwischen hatte sich auch die geschwätzige Wandergruppe von uns entfernt und wir konnten die Ruhe and das Vogelgezwitscher genießen.
Auf bequemen Waldwegen überquerten wir das Plateau, picknickten an einer schattenspendenden Ruine und stiegen hinab zum Weiler der Höhlenbewohner des Gorges du Tarn, den Églazines. Oberhalb des Tarns führte uns der Pfad schließlich zurück nach Liascous. Die letzten Meter durch dieses hübsche Dorf sollten es nochmal in sich haben. Aber all die Mühe wurde belohnt mit zwei Eiskugeln in Le Rozier. 🙂

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Maibesuch aus Piesteritz in Montpellier

Tag der Ankunft

Nach pünktlicher Landung direkt aus Berlin auf dem Aeroport Montpellier und einem kleinen Imbiss auf unserem Balkon spazierten mein Vati und ich am Ufer des Lez unter Platanen, vorbei an Wasserfällen und wilden Gewächsen. Eine Pause mit Käffchen und Törtchen am Rande des Weges rundeten den ersten Spaziergang ab. Die Wettervorhersage versprach Sonnenschein für die nächsten Tage, so dass das Besuchsprogramm am Folgetag seinen Lauf nehmen konnte.

Sète und Strand

Wir wollten es langsam angehen und fuhren in die Hafenstadt Sète, genauer auf den Berg Mont St. Clair. Von dort genossen wir zunächst den Ausblick auf die Stadt und den Étang de Thau. Anschließend besuchten wir die Kapelle und eine Kunstausstellung eines ortsansässigen Künstlers. Seine Arbeiten waren vielfältig und vom Ambiente der Umgebung geprägt. Weiter ging es zum Park Pierres Blanches, wo wir nach einem Spaziergang auf dem Naturlehrpfad im schattigen Patio des Restaurants Safari zu Mittag aßen. Natürlich durfte an dem herrlich blauhimmeligen Tag eine Promenade am Strand nicht fehlen. Der Wassertest mit den Füßen weckte den Wunsch nach einem Bad im Meer, aber leider hatten wir keinerlei Vorkehrungen getroffen, da wir nicht mit der angenehmen Wassertemperatur gerechnet hatten. Vielleicht werden wir dies später nachholen können? Für heute fuhren wir zurück nach Montpellier und erwarteten Ralf daheim mit dem Abendessen. Mit einer Partie Skip-Bo endete der zweite Besuchstag.

Cevennenzug und Bambouserie

Bereits im Vorfeld des Besuches hatte ich meinem Vati eine Fahrt mit dem Cevennenzug vorgeschlagen. Er war einverstanden, ich besorgte Fahrkarten und konsultierte die Fahrpläne. In der Vorsaison fahren die Züge noch nicht täglich, so dass nur der Donnerstag für unsere Unternehmung in Frage kam. Beim Eintreffen des Zuges waren wir perplex, denn an beinahe allen Waggons waren Reservierungsschilder angebracht. Aus meiner Erfahrung heraus war es jedoch ungünstig, in einem offenen Wagen zu reisen, da die Dampflok in den Tunneln doch erheblichen Dreck erzeugt und verschleudert. Schließlich entdeckten wir einen völlig leeren Wagen und nahmen darin Platz. In der Bambouserie stieg eine Reisegruppe – die Weltenbummler, offensichtlich aus Sachsen – ein, aber wir konnten unsere Plätze behalten. In Saint-Jean-du-Gard drehten wir eine kleine Runde per pedes, bevor wir uns Omelettes in einem Bistro munden ließen.

Gestärkt begaben wir uns auf die Fahrt in die Bambouserie. Dort bewunderten wir die riesigen Sequoia, die Bepflanzungen im Tal des Drachen und natürlich die verschiedenen Bambusarten. Auch das Laotische Dorf mit seinen Bambusbauten hat uns gefallen. Ein Kaffee vor der Rückfahrt tat uns beiden nach diesem bewegten Tag gut.

Einmal wieder von oben schauen!

Ein weiterer, langgehegter Wunsch unseres Gastes war es, wieder einmal von ganz oben auf die Landschaft zu schauen. Ralf konnte sich kurzfristig frei nehmen und somit den Platz des Wanderführers einnehmen. Im Vorfeld hatten wir schon einige Wege in Betracht gezogen und entschieden uns nun für den Höhenweg zum Hortus. Dieser Wandertag wurde zum vollen Erfolg für alle Beteiligten! Zum Schluss suchten und fanden wir sogar noch den auf der Karte beschriebenen Menhir versteckt hinter einem Hügel. Auch an diesem Abend wurde Karten auf dem Balkon gespielt sowie das nächste Ausflugsziel besprochen.

Unter wilden Tieren!

Auf großen Plakaten wird das ganze Jahr für einen Besuch im Safaripark bei Sigean geworben. Da wir mit unseren Besuchern stets auch neues entdecken möchten, entschlossen wir uns für eine Visite des Parks, der knapp anderthalb Autostunden von Montpellier entfernt liegt. Der Wetterbericht sprach an diesem Tag von Regenfällen in Montpellier und von Sonnenschein in Sigean, so dass wir uns nach dem Frühstück auf den Weg zu den wilden Tieren machten. Ich hatte bereits etwas preisgünstigere Eintrittskarten über eine Association gekauft, da wir auch mit Besucherandrang und Wartezeit am Eingang rechneten. Jedoch war dem nicht so. Bei unserem Eintreffen waren nur wenige Fahrzeuge vor uns. Dennoch kam es zu einigen StauStopps auf den staubigen Wegen, wenn es Tiere zu sehen gab. Nach der Rundfahrt mit dem Auto ging es zu Fuß weiter, was sich dann doch einige Stunden hinzog. Die Beobachtungen der Wasservögel und die Fütterung der Giraffen wurden zu den Höhepunkten unseres Besuches. Ein kleiner Imbiss war zu fortgeschrittener Stunde noch zu ergattern und zu Hause kochten wir dann ein kleines Mahl – Hühnerpfanne mit Couscous. « Und was machen wir morgen? » fragte unser Gast neugierig. Na, seht selbst. 🙂

Traumerfüllung!

Wovon träumst du? Einmal Kanu fahren, das wärs! Warum nicht?! Im vergangenen Jahr hatten mein Liebster und ich eine Paddeltour auf dem Gardon unternommen, was uns in guter Erinnerung geblieben war. Zudem rudert man unter dem berühmten Pont du Gard hindurch, was ein einmaliges Erlebnis ist! Wir besprachen uns kurz über die Ausrüstung, packten Getränke und Picknick zusammen und brachen gut gelaunt in den Tag auf. Was für ein Abenteuer! Wir mieteten einen Zweier und einen Einer; mein Vati kaufte sich vor dem Start noch ein paar wasserfeste Strandschuhe. Gleichmäßig verteilten wir uns auf die Boote und im Laufe des Tages wechselten wir auch mal die Plätze. So probierte ich z.B. allein mit einem Kanu zurechtzukommen und es gelang ganz gut! Riesige Fische begleiteten uns, ein Blütenteppich duftete und einige Stromschnellen wurden von uns gemeistert. Schließlich kam der Pont du Gard in Sicht und wir näherten uns der Picknickpause mit Blick auf das imposante Bauwerk. Ein heftiger Wind, ja beinahe Sturm, erforderte das Aufbieten all unser Kräfte, um unter der steinernen Brücke hindurch zu paddeln. Danach schwächelten unsere Koordination und Kraft; wir fuhren ein ganzes Stück rückwärts, trudelten von einem Ufer zum anderen, bevor wir uns unter Ralfs besorgten Blicken schließlich wieder fingen und Punkt 15h00 am Ziel ankamen. Dort erwartete uns bereits der Bus, in den wir erschöpft, aber glücklich einstiegen. Während der Rückfahrt nach Collias zum Ausgangspunkt unserer Paddeltour beruhigten sich Puls und Nerven wieder. Der Tag wurde zum unvergesslichen Erlebnis für uns Drei und ein Traum ging in Erfüllung! Am Abend gab es zur Stärkung gefülltes Gemüse – Zuccini und Champignons – mit Kartoffelbrei.

Architekturbetrachtung

Von jeher interessiert sich mein Vati für Konstruktionen und Architektur. Ich schlug ihm für den letzten Tag seines Besuches einen Rundgang im Quartier Port Marianne/Richter mit Besuch des neuen Rathauses vor. Er war einverstanden. Mit der Straßenbahn fuhren wir in die Stadt und begannen unsere Tour am Bassin Jacques Coeur. Die Sonne meinte es wieder sehr gut mit uns und ihr Licht ließ die Gebäude leuchten. Im Rathaus konnten wir die neuesten Wahlergebnisse der Europawahl einsehen und einige Programmhefte mitnehmen. Am Ufer des Lez, wo gerade die Bauarbeiten für das Festival des Extremsports – FISE – im Gange waren, liefen wir in Richtung Antigone. Dieser Stadtteil begeistert immer wieder mit seiner Architektur, die an das alte Griechenland erinnert. Zur Mittagsstunde nahmen wir in einer Crêperie Platz und verspeisten Galettes sowie einen Café Gourmand. Nach der Pause setzten wir unseren Weg durch das Stadtzentrum bis zu uns nach Hause fort. Dort machten wir eine Pause im Liegestuhl auf dem Balkon.

Später wollten wir noch einmal zum Strand und vielleicht ein Bad im Mittelmeer nehmen. Ich kochte noch Kaffee, packte eine kleine Nascherei und Badesachen ein. Dann fuhren wir nach Carnon und wurden von einem doch recht kühlen Wind umfangen. Der Fußtest ergab, dass das Wasser wohl doch zu kalt zum Baden war und wir begnügten uns mit einem Spaziergang in der Nähe der sanften Wellen. Die Sonne brannte dann ganz schön beim Kaffee trinken auf unserer Haut, so dass wir es nicht allzu lange am Strand aushielten. Wegen des starken Windes hatte ich den Sonnenschirm leider zu Hause gelassen. Der Tag klang mit einer letzten Partie Skip-bo aus. Am kommenden Tag gegen 13h40 war der Rückflug reserviert, wohin ich meinen Vati begleitete. Sicher werden wir uns bald wiedersehen!

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Frühlingsurlaub 2019 – Vierte Station: Gera, Weimar und Oberhof

Gera

In Gera wurden wir von Nicole, Christian, Florian und Julius zum Kaffee mit frischem Rhabarberkuchen erwartet. Die beiden Jungs (12 J/9 J) waren sehr aufgeschlossen und verblüfften uns ein ums andere Mal. Es war eine so herzliche und warme Atmosphäre, dass wir uns rasch willkommen fühlten. Zwar herrschten ziemlich kalte Temperaturen, aber in Zwiebelschalenmanier gekleidet und mit dicken Socken in Wanderschuhen trotzten wir den Widrigkeiten der kühlen Maitage beim abendlichen Ausgang. Zum Hofwiesenparkfest, welches gerade in Gera stattfand, erwarteten wir Höhepunkte wie 2019 schwimmende Kerzen auf der Weißen Elster und das Ballonglühen! Dies wollten wir unbedingt miterleben. Thüringer Bratwurst, Röhrendetscher, Glühwein und Tanzeinlagen halfen uns, nicht vorzeitig wegen Zähne klappern aufzugeben! Noch nie war ABBA so schön. 🙂 Es wurde ein rundum gelungener Abend!
Am Sonntag frühstückten wir gemütlich mit Familie Voigt, bevor wir gemeinsam zum Otto-Dix-Haus fuhren. Der Künstler gilt als einer der wichtigen, historischen Persönlichkeiten der Stadt Gera. Die Ausstellung war kurzweilig und interessant. Danach luden uns unsere Gastgeber noch zum zünftigen Thüringer Klöße Essen ein. Nach dem üppigen Mahl verabschiedeten wir uns, denn nun erwartete uns das ehemalige Panorama Interhotel in Oberhof. Da half auch Julius’ Aussage: « Ihr könnt ruhig solange bleiben wie ihr wollt! » nichts. Die Koffer wurden verstaut und nach dem Gartenrundgang ging es endgültig weiter in den tiefen Thüringer Wald.

Oberhof

Wieso Oberhof? Diese Idee entwickelten wir, nachdem uns Thomas und Kerstin von ihrem Aufenthalt im Ahorn-Ressort-Hotel in Friedrichroda berichtet hatten. So bekamen wir Lust auf den Thüringer Wald und buchten ein Zimmer mit Halbpension für eine Woche in Oberhof. Die Wettervorhersagen waren nicht gerade positiv; sogar von Schnee und Glatteis war die Rede! Wir hatten ja keine Winterreifen und so hofften wir, dass alles nicht so schlimm werden würde! Die Fahrt von Gera in den Wintersportort verlief ohne Komplikationen. Im Hotel empfingen uns Wärme und ein gemütliches Zimmer mit weitem Blick. Schwimmbad, Sauna und super leckeres Essen sowie freundliche Bedienung in den Hotelrestaurants sorgten für eine erholsame Urlaubswoche.

Aktiv waren wir auch, wie ihr an den unten aufgezeichneten Wanderrouten erkennen könnt. Zum Glück hatte ich vorsorglich Mütze und Handschuhe eingepackt, so dass mir Schneeregen und kalter Wind nichts anhaben konnten. Für Ralf « bastelten » wir eine Mütze aus seinem Outdoorschal. Damit war auch er gut geschützt. Aufgewärmt wurde sich mit Tee – wir hatten extra einen neuen Wasserkocher in Dtl. gekauft 😉 – sowie in der Hotelsauna. Seltsamerweise waren wir dort fast immer allein, obwohl das Hotel über 488 Zimmer verfügt! Gestört hat uns dies natürlich nicht!

An meinem Geburtstag regnete es stark. Der geplante Besuch des Oberhofer Wellnessbades fiel auch ins Wasser, da es gerade in der Maiwoche wegen Renovierung geschlossen war! So bummelten wir durch den Urlaubsort, Ralf nutzte die Zeit, um sich neue Wanderschuhe zu kaufen und am Abend sahen und hörten wir die Oper « Das Schloss Dürande » im berühmten Meiniger Theater.

Weimar

Für diesen Tag war Dauerregen in Oberhof und Sonnenschein in Weimar vorhergesagt worden. Daher entschieden wir uns für eine Fahrt ins Tal. Vorsorglich kauften wir bereits im Internet Tickets für das neue Bauhausmuseum, denn von Freunden hatten wir erfahren, dass ein Besuch sonst problematisch werden könnte. Nach einer kurzen Irrfahrt durch die schlecht ausgeschilderte Stadt gelangten wir schließlich pünktlich zum Museum (man bekommt ein Zeitfenster beim Reservieren der Eintrittskarten vorgegeben). Die Ausstellung gefiel uns sehr. Danach nahmen wir einen Imbiß am Ufer des Weimarhallenteiches ein und anschließend liefen wir ein wenig durch die sonnige Innenstadt. Zum Abschluß fuhren wir zur ehemaligen Villa der Familie van de Velde, dem Haus Hohe Pappeln. Auch hier waren wir von der Architektur und dem schönen Garten begeistert. Als wir nach Oberhof zurückkehrten, regnete es wirklich wie aus Kannen. Schön, dass wir uns für Weimar entschieden hatten!

Nach diesen erlebnisreichen Wochen und den vielen Ereignissen hieß es nun wieder Abschied von Deutschland zu nehmen. Die Heimfahrt war angenehm und führte uns direkt nach Hause in unseren Kokon nach Montpellier, wo uns der von Lionel gehütete und gepflegte Balkon begrüßte. Wir werden noch sehr, sehr lange von der schönen Zeit zehren und freuen uns schon jetzt auf ein Wiedersehen!

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Frühlingsurlaub 2019 – Dritte Station: Berlin & Wittenberg

Für die Tage zwischen Enkelkinderurlaub und den Thüringer Wandertagen hatten wir Besuche in unseren jeweiligen Heimatstädten geplant. Ralf fuhr nach Berlin zu seiner Familie und ich nutzte die Heimfahrt der Nudersdorfer Mädchen als Copilotage, um zu meinen Eltern zu gelangen. Mit meinem Bruder machte ich am Maifeiertag einen Spaziergang durch Wittenberg und traf dabei Rita « aus der Buchte » mit ihrem Mann. Dieses zufällige Treffen war schön.
Am Freitag trafen wir uns mit Ralf, der nun aus der Hauptstadt zu uns stieß in Rädigke, einem Dorf im Fläming. Dort aßen wir im Gasthof Moritz zu Mittag. Anschließend erkundete ich mit Ralf den schon oft erwähnten Literaturweg. Lesefreunde haben rund um Rädigke Findlinge mit Sprüchen geschmückt und so einen kleinen Parcours geschaffen.
Am Ende des Tages konnten wir noch einen gemütlichen Abend bei Ramona und Eberhard verbringen.
Bevor wir am Samstag weiter nach Gera fuhren, spazierten wir durch das Biosphärenreservat bei Oranienbaum. Zuvor stellten wir gelesene Bücher in der BuchZelle in Wörlitz ein.

PS von Ralf: Mich führte der Maifeiertag zum Familien-Spargelessen ins Busendorfer Spargelstübchen, zu dem Peter und Christina eingeladen hatten. Tags darauf wollte ich in den Hamburger Bahnhof, doch die Schlange der Wartenden war zu lang… So vergnügte ich mich in der Friedrichstraße mit Opas Käsekuchen. 🙂

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Frühlingsurlaub 2019 – Zweite Station: Scharmützelsee und Berliner Ausflüge

Von Freiburg ging’s weiter gen Norden. Vor dem Kirchheimer Dreieck wichen wir staubedingt über Bundesstraßen aus und Ralf übernahm das Steuer bis Dannigkow. Mit großem Hallo wurden wir empfangen und erste Gepäckstücke wanderten in Fritz’ Auto. Den Abend verbrachten wir mit allerlei Gesellschaftsspielen, Carcassonne, Schach, Mikado, … Die kommenden sieben Tage sollten uns und den Enkeln gehören, zunächst vier Tage mit den Großen (Lukas und Emma) und weitere drei Tage mit den Kleinen (Nele und Mona). Dafür hatten wir ein schönes Ferienhaus vom Typ Kajüte in Wendisch-Rietz am Scharmützelsee gebucht.

Lukas und Emma.
Dienstag machten wir uns auf den Weg. Unterwegs kehrten wir in einem italienischen Restaurant am Petersdorfer See ein – Lukas und Emma ließen sich ihre Pizza munden – für Emma gab’s ein lustiges Gesicht. 🙂 Da es noch zu früh für den Bezug des Ferienhauses war, spazierten wir noch am See entlang und die Enkel spielten Verstecken im mannshohen Schilf. Am Ferienhaus angekommen, entdeckten wir das Urlaubsdomizil und freuten uns über Sauna und Whirlpool. Ein kleine Abendspaziergang führte uns zum Hafen mit seinen schönen Ferienhäusern und Bootsstegen.
Am nächsten Tag stand der erste Urlaubshöhepunkt auf dem Programm: der Kletterwald in Bad Saarow, zu dem wir per Bus gelangten. Gut eingewiesen waren Emma und Lukas in ihrem Tatendrang nicht zu bremsen – hilfsbereit stand Lukas seiner Schwester zur Seite, um sich an den Sicherheitsleinen ein- und auszuklinken. Drei Parcours wurden absolviert, manchmal klopfte uns das Herz ein wenig, aber es hat uns allen riesig Spaß gemacht! Nach einer Stärkung am Seeufer fuhren wir mit dem elektrischen Dampfer zurück nach Wendisch-Rietz – selbst Emma durfte mit an Bord, trotz des kleinen Malheurs, als ihr Fahrschein in den See flatterte… 😮
Berlin sollte unser Reiseziel am kommenden Tag sein. Unweit der Oberbaumbrücke ließen wir das Auto zurück und entdeckten die Hauptstadt per öffentlichem Nahverkehr. Geschwind brachte uns die S-Bahn zum Alexanderplatz, wo wir uns in die Reihe der Wartenden am Fernsehturm einreihten. Dank Fast Track Ticket waren wir bald auf 200 Meter Höhe und schauten auf Häuser, Busse und Züge herab. Mit dem Fernglas verfolgte Lukas aufmerksam die Landungen der Flugzeuge in Tegel – bald wird auch er mit seiner Familie von dort gen Mittelmeer starten. Gut gestärkt ging es im Doppelstockbus zum Bahnhof Zoo und weiter mit der U-Bahn zum Deutschen Technikmuseum. Während Birgit und Emma die Druckerei-, Textil- und Zuckerrübenabteilung besichtigten, erkundeten Lukas und Ralf Flugzeuge, Schiffe und Lokomotiven. Die Eiskugeln vor dem Museum retteten auch Emma den Tag. 🙂
Den letzten Tag relaxten wir mit Lukas und Emma im Thermalbad von Bad Saarow. Alle Becken wurden getestet, im Gegenstromkanal herumgewirbelt, im Klangbecken meditiert und im Außenbecken abgetaucht… Doch wo sollte man Eis essen? Birgit hatte vom Thermalbad aus einen Eisstand im Kurpark entdeckt, an dem jeder sein eigenes Eis kreieren konnte. Hmmmmm. 🙂

Nele und Mona.
Samstag war Enkelwechsel. Christian und Ina kamen aus Dannigkow und Henning brachte Nele und Mona aus Nudersdorf. Ein großes Familienpicknick am Scharmützelsee – Eis inklusive – ließ uns plaudern und lachen. Bald waren wir mit den jüngsten Enkeln allein, die sich jeden Abend im Whirlpool vergnügten.
Sonntagmorgen in Wendisch-Rietz – wer fährt denn da durchs Quartier? Wir! Per Tretauto erkundeten wir das Areal, mal sollte es in dem Fliederbusch gehen, mal wurde ein Slalom eingelegt… Am Nachmittag wurde gerodelt – auf dem Scharmützelbob. Das war ein Spaß mit Mona und Nele! Auch der Spielplatz nebenan ließ die Kinderherzen höher schlagen, bis Nele sich auf der Rutschbahn lädierte. Bald waren die Tränen gestillt und gut gekühlt wurde der Beule Einhalt geboten.
Am nächsten Morgen sollte es noch einmal nach Berlin gehen – diesmal zum Tierpark! Gut, dass wir einen Bollerwagen ausleihen konnten, in dem die zwei Süßen Platz nehmen konnten. Büffel, Bären, Kamele, Elefanten, Panzernashörner, Affen, Giraffen, Tiger… allerhand gab es zu entdecken. Besonders die beiden badenden Elefanten hatten es uns angetan! Das Aquarium im Marché Mövenpick war besser als jeder Großbildschirm, besser ließ sich das Eis nicht schlecken. 🙂 Und dann noch der Spielplatz mit Rutschenhaus und Wasserspiel – unbändig war die Energie der Beiden! Und welches war euer Lieblingstier? « Die Löwen! » Na so was, die gab es doch gar nicht zu sehen, weil das Alfred-Brehm-Haus restauriert wird. 😉
Leider war die schöne Woche bald vorüber und am Dienstag trennten sich vorerst unsere Wege. Birgit fuhr mit Claudia, Nele und Mona in Richtung Wittenberg, während Ralf mit dem Auto auf Elternbesuch nach Berlin fuhr.

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Frühlingsurlaub 2019 – Erste Station: Freiburg im Breisgau

Dieses Jahr planten wir einen Frühlings- und einen Herbsturlaub. Ersterer führte uns nach Deutschland und die erste Station legten wir in Freiburg im Breisgau ein, wo wir unseren guten alten Bekannten Harald besuchten. Die Fahrt verlief wie am Schnürchen. Harald holte uns am frühen Abend am Hotel Hirschengarten ab und wir liefen durch Landwasser zum Moosweiher. Immer wieder bestaunten wir die Frühlingspracht in den offenen Vorgärten – etwas, was wir in den zugemauerten Dörfern Südfrankreichs sehnsüchtig vermissen. Nach dem abendlichen Spargelschmaus beim Italiener ging es zurück zum Hotel in Lehen.
Tags darauf trafen wir uns mit Harald am Bahnhof und wir fuhren gemeinsam nach Aha. Aha?! Tja, so der Name eines kleinen Dorfes am Schluchsee im Schwarzwald. Eine schöne Rundwanderung oberhalb des Sees und am Ufer zurück ließ erste Urlaubsstimmung aufkommen. Selbst der Campingplatz am Schluchsee wurde verbotenerweise ohne groß zu zögern überquert… 😮 Zurück in Freiburg kauften wir Uwes Käsekuchen und tranken Kaffee daheim bei Harald. Für den Abend hatte Harald Theaterkarten für zwei unterhaltsame Einakter von Woody Allen auf einer Kleinkunstbühne besorgt: „Großstadtgeschichten“ in Harrys Depot. Nach dieser geistreichen Mixtur aus Komik und Tragik stärkten wir uns in einem marokkanischen Restaurant, bevor es tags darauf weiter gen Norden in Richtung Magdeburg gehen sollte. Wir blieben gespannt auf den Osterverkehr am Montag.

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