Sommerurlaub 2018. Teil 2: Die Normandie

Nach der Besichtigung einiger Schlösser der Loire stand in der zweiten Urlaubswoche die Entdeckung der uns unbekannten Region Normandie an. Der Teil, den wir besuchten, heißt in französischer Sprache la Manche – der Ärmel und liegt am Ärmelkanal. 😉
Die Fahrt über Land war relaxt. Mit Hilfe der modernen Technik im Auto fanden wir das Ferienhaus, welches auf dem Grundstück einer Farm am Ende eines Feldweges gelegen war, ohne Probleme. Bereits während der Reise fielen uns die weiten Felder, die normannischen Steinhäuser sowie die Dorfkirchen auf. Natürlich gab es auch jede Menge Schilder und Wegweiser, die auf die geschichtsträchtigen Orte während der Weltkriege hinwiesen. Teilweise fanden wir die touristisch anmutende Vermarktung dieser traurigen Ereignisse befremdlich. Dies hat sicherlich mit unserer eigenen Geschichte zu tun und wir besichtigten keines dieser Monumente.
Ich selbst war sehr überrascht von der Schönheit der Landschaft und vor allem die der Strände! Diese erinnerten an ihre karibischen Pendants. Offensichtlich hatten wir auch viel Glück mit dem Wetter, denn es gab nur sonnige Tage. Damit wurde meine Vorstellung von einer grauen, kargen, kühlen Region komplett widerlegt! Ein Besuch lohnt sich wirklich!
Ein kleiner Wermutstropfen war, dass z.B. zahlreiche Restaurants, Crêperien oder Museen erst im Juli zur französischen Ferienzeit öffneten. Doch ein Tipp unserer Vermieterin ließ uns die Boucherie/Traiteur – Fleischerei in Périers ausprobieren, wo wir zwei sehr leckere Gerichte kauften und mit Appetit aßen.
Die Woche war geprägt von Küstenwanderungen, Radfahren, Relaxen unterm Sonnenschirm und Fußballschauen. Ein Höhepunkt war unsere erste Fahrt mit einem Tandem, was nach kurzer AnlaufAngstKrise ziemlich gut gelang. Wir schafften eine von Ralf geplante 5km-Runde auf abendlich ruhigen Straßen. 🙂 Schön waren auch die Ausblicke auf die in der Ferne lockenden Kanalinseln und den berühmten Mont St. Michel.
Von Aurélie, Olivier und ihren 3 irischen Wolfshunden, von uns Ponys ob ihrer Größe genannt, wurden wir herzlich im Gîte l’Ètot Fossey begrüßt und gründlich deutsch durch das geräumige, separat gelegene Ferienobjekt geführt. Selbst Kamin, Billardtisch und Tischfußball fehlten nicht! Im Außengelände dominierten herrlich blühende Rosenhecken, eine großzügig angelegte Terrasse und ein Spielplatz mit der Möglichkeit, Boule zu spielen! Als Willkommensgruß gab es frische Eier (die Hühner fütterten wir später mit Begeisterung), eine Flasche Cidre und selbstgemachtes Beerengelee – logisch, dass wir uns gleich wohl fühlten!
Nun laden wir euch ein, unserer Reise zu folgen!

Unterwegs von Blois an der Loire in die Normandie besichtigten wir das romantische Dorf Saint-Cénerei-le Gérei. Dort konnten wir in einem Gartenrestaurant die einzigen Crêpes unseres Urlaubs essen. 😮

Ausgeruht und nach einem Frühstück auf der schattigen Terrasse, welches mit einem Besuch der Ponys vonstatten ging, fuhren wir zu unserem ersten Wanderziel, der Steilküste von Flamanville. Die Wanderung wurde in zwei Etappen aufgezeichnet, da komootine leichte technische Probleme hatte. Gleich zu Beginn nahm uns die Romantik vom Schloss Flamanville mit See und Park gefangen. Wir verweilten einige Zeit träumend und zeichnend auf einer Bank. Anschließend liefen wir durch einen dichten Wald, bis wir zur Küste gelangten. Das Bild, welches sich uns dort bot, ist nicht mit Worten zu beschreiben – einfach nur wunderschön! Erinnerungen an Irland und die Bretagne kamen auf; dennoch war es hier wieder ein bißchen anders. Der Anblick des Strandes wollte wie gesagt so gar nicht zu meinen Vorstellungen von der Normandie passen. 😉
Nach dem Apéro und dem Abendessen wagten wir noch einen kleinen Spaziergang rund um Marchésieux.

Am Montag, den 25.6.2018, fuhren wir zur Ostküste in den Hafenort Barfleurs. Auf dem Weg dorthin machten wir einen Abstecher zu einer berühmten Bäckerei, die sich auf das Backen von Brioche und Financiers spezialisiert hat. Beides war soooo lecker!
Wir wanderten auf dem GR 223 zunächst auf einer schmalen Mauer – ein sehr ungewöhnlicher Wanderweg – aus dem Ort hinaus in die Felder. Vorbei an einer Windmühle, mehreren Campingplätze, einer Segelschule liefen wir und dann sahen wir ihn schon von weitem: den schlanken Leuchtturm von Gatteville. Später stiegen wir die 365 Stufen bis zu seiner Spitze hinauf und ließen uns von einem zufällig anwesenden Einheimischen die Umgebung erklären. Dies war sehr interessant für uns! Zuvor folgten wir dem Dünenweg und ließen uns schließlich vom Anblick des blauen Meeres und dem augenscheinlich sandigen Strand dazu verleiten, unsere Badesachen anzuziehen! Doch was für eine optische Täuschung: der Sand entpuppte sich als kleinsteinig und pieksig, das Wasser war eiskalt! Unsere Ärmelkanaltaufe wurde also auf später verschoben. Sonne hatten wir nach der Wanderung genug getankt, so dass wir in die angenehm kühle Unterkunft zurückkehrten.

In unserem Ferienhaus gab es neben dem Tandem auch eine kleine Auswahl von Fahrrädern. Da ich passionierte Radlerin bin, stand ein Ausflug mit dem Vélo auf meiner Wunschliste. Ralf fand ebenfalls Gefallen an der Idee und plante für uns die Tour. Unterwegs besichtigten wir Dorfkirchen, die glücklicherweise alle offen für Besucher waren! An einem Museum, welches nur freitags im Juli und August für 2h öffnet, machten wir eine längere Pause und erkundeten ausführlich den frei zugänglichen Garten und die Nebengelasse. Einen Feldlehrpfad, der eigentlich für Fußgänger angelegt worden war, absolvierten wir strampelnd und manchmal keuchend. 😉 Unser Endziel, den Etang de Sarcelles, fanden wir erst nach einigen Umwegen und Orientierungsübungen. Am See aßen wir im Schatten unsere Brote und als ich voller Energie aufstand, achtete ich nicht auf meine Umgebung und stürzte aus der Holzbank. Die Wunde am Schienbein begleitete mich die ganze restliche Urlaubszeit, jedoch beeinträchtigte sie nicht meinen Tatendrang und meine Wanderfreude. 🙂

Der Mittwoch sollte sich als Traumtag entpuppen, an dem wir den nordwestlichsten Zipfel mit den steilsten Klippen der Region la Manche, die Nez de Joubourg – die Nase von Jobourg erwanderten. Sei es das Hameaux Samson mit seinen normannischen Häusern und Gärten, der intensive Heuduft, seien es die karstigen Felsen und die Lagunen – all dies trug zu unserer Begeisterung bei. Einem älteren Ehepaar verdankten wir unser erstes gemeinsames Foto in diesem Urlaub. Zu einem späteren Zeitpunkt fanden wir zufällig eine neue Funktion zum Fotografieren und schossen dann auch einige Selbstporträts.

Auch der Donnerstag stand wieder ganz im Zeichen der felsigen Küste und dem normannischen Hinterland. Zum Frühstück bekamen wir Besuch: die dreifarbige Glückskatze schlich vom Feld herbei, um uns zu begrüßen. Ralf gab ihr etwas Milch und so schlossen sie Freundschaft. Geduldig wartend saß sie fortan öfter auf dem Grundstück.
In Périers kauften wir Baguette und leckere Kirschen fürs Picknick und fuhren dann weiter nach Carolles, dem Ausgangspunkt der Wanderung. Es sollte der wärmste Tag der Woche werden, was sich am Ende auch bewahrheitete. Durch das sog. Tal der Maler spazierten wir auf einer ehemaligen Bahnstrecke im Schatten hoher, alter Bäume bis zum Küstenweg. Dieser begann am Ortsausgang mit einem heftigen Aufstieg. Im Sonnendunst entdeckten wir die Abtei Mont Saint Michel. Von unserem Ausguck sah es dort still und friedlich aus, aber vor Ort tummelten sich sicher unzählige Touristen! Uns genügte daher der Blick aus der Ferne auf die Silhouette.
Auf dem schön kraxeligen und schmalen Wanderweg kreuzten Riesenlibellen unsere Blicke und wir begegneten Vauban, dem wohl berühmtesten Festungsbaumeister des 17.Jahrhunderts in Frankreich. Zwei seiner Steinhäuser spendeten uns kurz Schatten.
Endlich tauchten wieder die ersten Gehöfte von Carolles und sein verlockender Strand vor uns auf. Wir brauchten unbedingt eine Erfrischung und wir wollten es wagen, im Ärmelkanal zu baden! Die hölzernen Badehäuschen entpuppten sich beim Näherkommen leider als Ruinen, doch wir konnten uns lebhaft ihre Restaurierung und Nutzung ausmalen. Ein recht scharfer, ungemütlicher Wind kühlte uns auf dem Weg zum Wasser schon gut ab, so dass das Eintauchen in die Fluten nicht leicht war. Ich schaffte es einmal unterzutauchen. Ein wenig liefen wir noch durch das milchige Wasser, bevor wir zum Parkplatz aufstiegen und heimfuhren.
Am Abend machten wir dann unsere erste, abenteuerliche Tour mit dem Tandem. 🙂

Ausgeschlafen und mit leichter Wehmut planten wir unseren letzten Ausflug in der Normandie. Dieser führte uns nach Carteret, einem Küstenort zwischen Flamanville und Carolles. Das Wetter meinte es wieder sehr gut mit uns – Sonne, blauer Himmel, ein leichtes Lüftchen. Wir querten den Hafen und kauften im Ort einige Postkarten. Sacht stieg der Weg hinauf zu den Felsen und einer Kirchenruine. Von dort ging es weiter durch eine einmalige Dünenlandschaft, die einiges an Kondition abverlangte. Das Stapfen durch den weichen Sand war nicht immer angenehm. Durch eine Kastanienallee gelangten wir zur Kirche St. Louis, wo von einem Tonband Erläuterungen auch in deutscher Sprache zu hören waren. Im Schatten eines Baumes machten wir begleitet von herrlichem Vogelgesang Picknick am Parkplatzrand. Bei der Rückfahrt nahmen wir bereits einen kleinen Abschied von dieser besonderen Region. Später besuchten wir ein letztes Mal die Hühner, Hasen, Hunde und Gastgeber.
Tags darauf brachen wir zur dritten und letzten Station unseres Urlaubs – der Region Haut Jura/Hohes Jura – auf.

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Sommerurlaub 2018. Teil 1: Schlösser der Loire

Ein erster Urlaubsgruß von unserer Frankreich-Rundreise. Das Wetter meint es zu gut und das Internet zu schlecht mit uns, um schon jetzt einen ausführlichen Blog zu gestalten. Aber hier gibt’s schon mal ein paar erste Eindrücke per Foto zu bewundern.

Und nun die Fortsetzung!

Gerade ist Frankreich Fußballweltmeister geworden ( 4:2 gegen Kroatien), mein Liebster ist in Berlin und ich sitze auf unserem schönen Balkon. Ich möchte den lauen Sommerabend nutzen, um unseren Sommerulaubsbericht zu vervollständigen.
Nach einer angenehmen Fahrt kamen wir am Abend des 18. Juni in Chailles an. Das Tor zum Paradies blieb noch geschlossen, da der Vermieter wegen beruflicher Probleme später als vereinbart am Ferienhaus ankam. Tor zum Paradies deswegen, weil sich hinter dem morschen Holztor eine Lindenallee befand, die zu einem märchenhaften Grundstück mit Park, Pool und Landhaus führte. Das von uns gemietete, großzügige Ferienhaus befand sich neben dem Wohnhaus des Vermieters und hatte ebenso eine wunderschöne Terrasse. Es war charmant dekoriert und bestens ausgestattet. Der einzige Nachteil war der Parkplatz für unser Auto direkt unter den Lindenbäumen – der Ford klebte am Ende der Tage wie ein Honigfaß. Zum Glück hinterließ dies keinen Schaden am Lack. Ein heftiger Regenguß spülte alle Spuren weg.
Nachdem wir uns eingerichtet und gespeist hatten, unternahmen wir noch einen Abendspaziergang in die Umgebung. Dabei begleiteten uns varietätenreiche Vogelgesänge. Zum Schluß entdeckte ich noch einen verwunschenen Garten, den ich heimlich betrat und bewunderte. 😉

Wir waren ja nicht zum ersten Mal an der Loire. Da es uns hier vor einigen Jahren schon so gut gefiel, machten wir die Schlossanlagen zum ersten Ziel des diesjährigen Urlaubs. Eine gute Möglichkeit erstmal ein bißchen runterzukommen und auszusteigen aus dem Alltag. Zwei Schlossbesichtigungen standen bereits fest und jeder von uns « durfte » sich noch ein « eigenes » Schloss aussuchen. Das war gar nicht so leicht, aber wir waren mit unserer Wahl sehr zufrieden!

Ralf hatte zum Frühstück des ersten Urlaubstages Brioche in Guglhupfform besorgt. Ein Eichhörnchen sprang ganz unbekümmert durch die Bäume und die Vögel sangen auch wieder bemerkenswert schön. Sie taten dies übrigens alle Tage!
Die Anlage die wir am 19. Juni besichtigten, war Chemonceau, ein Schloss mittlerer Größe. Hier lasen wir sehr viel über die französische Geschichte und die Dynastien. Es wird auch Damenschloss genannt, weil sein Schicksal von sechs wichtigen Frauen, z.B. Katharina v. Médici, bestimmt wurde. Der Fluß Cher war außerdem die Grenze zum freien Frankreich im 2. Weltkrieg.
In der Gärtnerei schwatzten wir ein wenig mit den Blumenbindern, die jeden Mittwoch neue Arrangements in die Schlossräume zaubern.
Am Nachmittag badeten wir ausgiebig im Pool und lasen auf der Sonnenterrasse.

Am Mittwoch, den 20. Juni feierte unsere Enkeltochter Mona ihren 4. Geburtstag und wir hinterließen für sie eine Sprachnachricht. In der Nacht hatten wir unruhig geschlafen, da Poltergeräusche vom Dach uns weckten. Ein Marder? Katzen? Einbrecher? Wir berichteten dem Vermieter vorsichtshalber davon.
Bereits gegen 9h00 starteten wir zum Schloss Chambord, denn wir befürchteten Besucherandrang. Doch auf dem riesigen Areal verliefen sich die Massen. In seinen Räumen werden Kunstausstellungen durchgeführt. Da es als Jagdschloss genutzt wurde, wurde die Küche besonders gut präsentiert. Beeindruckend waren auch die massive Wendeltreppe und die riesigen Säle.
Schön war es auch auf der Dachterrasse herumzuspazieren und übers Land zu schauen.
Anschließend wollten wir in einem Restaurant in Saint Dyé speisen, aber dieses existierte nicht mehr. So fuhren wir nach Blois und aßen dort mit Blick zur Loire eine Kleinigkeit in einem Bistro. Es war ein sehr heißer Tag, so dass wir nur einen ganz kurzen Stadtbummel machten und uns schnell wieder zum Pool und in den Schatten der Bäume begaben.

Der Donnerstag war mein Schlosstag. Ich hatte mich nach langem Studium des Reiseführers für eine kleine Ausgabe, dem Schloss Talcy, entschieden. Ich wurde nicht enttäuscht. Sehr nettes Personal, individuelle Einführung in den Rundgang, gut ausgestatte Räume mit leicht verständlichen Erklärungen und ein Märchenbrunnen im Hof sorgten für Begeisterung nicht nur bei mir. Aber das Tollste war der große Bauerngarten! Hier gab es viele Sitzgelegenheiten, die zum Verweilen einluden und einiges zu entdecken. Viele, die mich kennen wissen, dass ich Himbeeren liebe! Und hier wuchsen soviele verschiedene Sorten, sogar gelbe Himbeeren gab es. Zu meiner und Ralfs Freude durften wir diese sogar nach Herzenslust verkosten. Ich war wieder einmal im Paradies: Im Himbeerenparadies! Auch Johannis- und Stachelbeeren gab es. Wir fragten später, was mit all dem Gemüse und Obst gemacht würde. Die Antwort war simpel. Das essen wir alles selbst oder die Besucher können naschen! Ist das französisch? Vielleicht!
Lustig fanden wir den Taubenturm: dort saßen jede Menge Keramiktauben in den Nestern. Das sehr schön aus!

Zwei weitere Höhepunkte bot dieser längste Tag des Jahres 2018: Lavardin, eines der schönsten Dörfer Frankreichs mit seiner Felsenburgruine und der Teesalon des Jardin de Plessin. Letzteren entdeckten wir zufällig während der Rückfahrt zum Ferienhaus. Den Garten selbst schauten wir uns aus Zeitgründen nicht mehr an, aber wir genossen das romantische Ambiente im Vorgartem, der den Teesalon beherbergte. Wir ließen uns Kaffee und Kuchen schmecken und kauften noch ein Glas Quittenkonfitüre als Souvenir.
Wieder erfrischten wir uns beim Schwimmen, wir spielten Federball und waren einfach nur glücklich!

Die Tage vergingen wie im Fluge und schon war der Freitag herangekommen. Wir wollten zum Schloss Chaumont und zwar mit den Fahrrädern. Es hatte sich angenehm abgekühlt und der Radweg verlief meist flach am Flussufer der Loire und an Feldrainen entlang. Insgesamt legten wir 26 km per Vélo zurück. Das Schloss selbst thront hoch über der Loire und hat ein riesiges Gartenareal. Im Sommer findet dort das Gartenfestival statt. Über 24 Themengärten werden gestaltet und der Besuch verlangte gute Kondition. Am besten gefiel uns das Vallée de brume – das Nebeltal, ein Buchstabengarten und der Garten der Gedanken. In Strandkörben können sich die Gäste ausruhen und Kraft schöpfen, was wir ebenfalls taten.
Im Schloss wurden neben den üblichen Ausstattungen der Besitzerfamilien auch Kunstausstellungen präsentiert. Ein Teil erinnerte mich an die Exposition im ehemaligen Gefängnis von Wittenberg im Lutherjahr.
Am Abend spielten wir ein letztes Mal Federball und ließen die ersten erlebnisreichen Urlaubstage Revue passieren.

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13. Festival der Architektur in Montpellier

Da ich etwas älter bin als Birgit, war es für mich schon das 13. Festival der Architektur in Montpellier. 🙂 Dank Birgits Vorbereitungen konnte ich mich gleich am Sonntagmorgen mit dem Ausstellungsplan in der Hand und Birgits Smartphone in der Tasche auf den Weg machen. Anfangs war es noch leer, doch es dauerte nicht lange und die Höfe waren gut gefüllt mit neugierigen Besuchern. Das Schöne an dieser Ausstellung ist, dass man Zutritt zu den Höfen alter Bürgerhäuser hat, die sonst unseren Blicken verborgen bleiben. Und der andere Effekt ist, dass man auch sonst die Welt, die Stadt, die Häuser, die Wände mit geschärftem Blick erfasst und manch hübsches Detail entdeckt. Schaut, was ich alles gesehen habe auf meinem Rundkurs durch Montpellier Altstadt!

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10. Festival der Architektur in Montpellier

Gespannt lief ich am heutigen Vormittag zum Touristenbüro in der Innenstadt und fragte nach einem Stadtplan anlässlich des 10. Festivals der Architektur. Diesen bekam ich prompt und sogleich machte ich mich auf den Weg. Unterwegs besorgte ich noch ein Geburtstagsgeschenk für unsere Mona und staunte über das schöne Wetter.
Dann tauchte ich ein in die Ausstellung der verschiedenen Installationen, die unter dem Motto « Technologie » in einigen sonst unzugänglichen Innenhöfen der alten Stadthäuser zu sehen waren. Ich ließ mir Etiketten auf meinen Plan kleben und hörte aufmerksam den Erklärungen der ArchitekturBetreuer zu. Immer wieder ging es um das unsichtbare Internet und die Daten, die uns umschwirren, ohne dass wir sie riechen, spüren oder sehen können. Das Thema und seine Umsetzungen gefielen wir mir außerordentlich gut! Viele Kindergruppen waren unterwegs und so bereitete das Entdecken der Objekte noch mehr Freude. Zum Essen wählte ich ein kleines Bistro und genehmigte mir einen erfrischenden Salat namens Buddha Bowl. 😉 Viele Menschen mit Festivalplänen in den Händen und suchenden Blicken liefen an mir vorbei.
Nun sitze ich auf dem Balkon und werde meine Notizen studieren und dem Rundgang nachspüren.
Da ich am WE Dienst habe, musste ich leider allein herumgehen. Für Ralf brachte ich einen druckfrischen Plan mit und so kann er ebenfalls auf Vignettenjagd gehen. 🙂

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Letzte Trainingseinheit vor dem Sommerurlaub

Die letzte Möglichkeit, vor unserem Urlaub nochmals die Wanderschuhe zu schnüren, bot sich am vorigen Wochenende. Wir stiefelten durch die Dank des vielen Regens noch grüne Garigue, zum Fluss Herault. Die von komootine vorgeschlagene Wanderroute begann mal wieder auf Privatgelände und da hab ich gestreikt. Nach den Erfahrungen, die wir neuerdings häufiger machen mussten, hatte ich beschlossen, die Indikationen « Proprieté Privé! Defense d’entrer! – Privatbesitz! Betreten Verboten! » zu respektieren. Ralf ließ sich vom Hinweis einer Autofahrerin überzeugen und wir passten uns dem zugänglichen Wegenetz an. Der Fluss hatte starke Strömung, so dass wir nicht wie geplant baden konnten. Allerdings war das Wasser auch relativ frisch… Nach einem ausgiebigen Picknick, traten wir den Rückweg an. Plötzlich grunzte es im Gebüsch. 😮 Mit lautem Rufen und Stöcke schlagen verjagte mein Liebster die Schwarzkittel und weiter ging es ohne Komplikationen bis zum Auto!

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Blumiges Sonntagsglück

Auch für Sonntag waren nur leichte Bewölkung und geringe Regenwahrscheinlichkeit vorhergesagt, so dass wir die rare regenfreie Zeit der letzten Wochen nutzen wollten, um hinaus zu gehen! Schon am Vorabend hatte Ralf Tee gekocht und die Tour im Kopf. Wir waren sehr beschwingt vom Fado-Konzert am Samstagabend, wo uns der portugiesische Sänger Duarte mit seinen Gitarristenkollegen verzaubert hatte.
Gespannt fuhren wir bis zum Hameau « le Camp », das am Ende der Welt zu liegen schien, und stellten uns die große Frage: Wo werden wir das Auto parken können? Unsere Sorge war unbegründet, denn es gab einen extra ausgeschilderten Wanderparkplatz. Ein Stein fiel besonders Ralf vom Herzen. 🙂 Zunächst liefen wir einige Zeit auf der Straße, bevor wir auf den GR 71 abbogen. Wir warfen kurz einen Blick auf das romantisch gelegene Gîte und dann wanderten wir weiter durch die üppig blühende Natur. Der viele Regen ließ Blüten und Grün sprießen; Fotomotive en masse!
Nach den Wiesenwegen kamen wir durch einen Kiefernwald und danach traten wir hinaus auf einen schmalen Höhenweg. Von dort sahen wir die Autobahn, die gut gefüllt mit Wohnwagen tief unter uns lag. Schließlich kamen wir in ein von Felsen dominiertes Areal, wo ich als bekannte Kraxlerin voll auf meine Kosten kam! Der wunderbar erschlossene und gut ausgeschilderte Felsenrundgang bildete den Höhepunkt und Abschluss unseres Sonntagswandertages.
Als ich froh gelaunt den Kofferraum öffnete, um meine Schuhe zu wechseln, erwartete mich eine süße Überraschung: eine Tüte Madeleines lag einladend neben der Picknickdecke! Hinter mir kicherte es. Ralf war es wieder mal gelungen, einen meiner Wünsche zu erfüllen: Unterwegs hatte ich mir vorgestellt, dass wir nach der Wanderung noch ein wenig auf der Decke liegend im Gras träumen würden, aber leider hatten wir nichts zu naschen dabei …
Voilà, Träume können in Erfüllung gehn!

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Wanderung zur Vidourle-Schleife

Zarte weiße Wölkchen und eine Regenwahrscheinlichkeit von nur 20 Prozent ließen uns zu einer Wanderung am Fluss Vidourle hinreißen. Nach beschaulicher Fahrt durchs Land parkten wir vor der Mairie des Örtchens Lecques. Schuhe gewechselt, Sonnenschutz aufgetragen und los ging’s über Feldwege zur Vidourle-Schleife. Wir liefen und liefen und liefen, freuten uns an der üppigen Vegetation – jedoch, den Fluss bekamen wir kein einziges Mal zu Gesicht. Die Schleife konnten wir nur auf der Landkarte bewundern und die vorsorgliche Mitnahme meines Badeanzuges war sinnlos! Trotzdem tat es gut, durch die Natur zu wandern und den Vögeln zu lauschen!

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Achtung! Verboten für Public! Privatgelände!

Nach dem intensiven Wandererlebnis am Samstag spürten wir noch mehr Wanderlust am Sonntag! Picknick mit Tee und entsprechende Kleidung waren rasch zusammengepackt. Vor Ort stießen wir auf ein eierkuchenfarben-verblasstes Verbotszeichen, welches zum Ignorieren einlud. Nach einem abenteuerlichen Aufstieg à la Indiana Jones begegneten wir einem Garriguebauern, der uns darauf hinwies, dass wir uns auf Privatgelände befänden. Er gestattete uns zwar das weitere Benutzen der Wege, aber scheinbar wusste er um die gesperrte Zone, durch die der geplante Abstieg via Fluss Hérault führen sollte. Wir liefen mehrmals in die Irre. Als es dann auch noch zu regnen anfing, entschlossen wir uns schließlich zur Umkehr. Der Weg zurück zur Straße war steil und steinig, aber sicher erreichten wir unser Auto. Komoot weiß eben nicht alles! Die Wanderung tat uns und unseren Muskeln gut – trotz alledem!!!

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Mal wieder auf Schusters Rappen!

Während ihr in Deutschland schwitzt und einige Gegenden auch unter Unwettern zu leiden haben, herrscht hier seit Wochen unbeständiges Wetter mit reichlich Niederschlägen und Temperaturen um 20 °C. Wir konnten bisher nur wenige Wanderungen unternehmen und freuten uns nun auf ein angeblich regenfreies Wochenende! Rasch war eine Tour geplant und nach routinierter Vorbereitung ging es auch schon los. Nach einer Stunde Fahrtzeit kamen wir in Saint-Pierre an, bekamen den letzten freien Parkplatz und liefen vergnügt im Sonnenschein los. Gleich zu Anfang bewunderten wir eine alte Mühle aus der Ferne. Sie war von Freunden alter Architektur hergerichtet worden. Die Temperaturen erlaubten es, dass wir die Hosenbeine abtrennten. Allerdings hatten wir weder an Sonnenmilch noch an unsere Sonnenhüte gedacht! Das rächte sich besonders bei Ralf – sein Nacken brannte am Abend wie Feuer!
Weiter gemächlich bergan wanderten wir zum Col de bout du Monde – Ende der Welt und genossen den herrlichen Blick bis Lodève. Ein weiterer Höhepunkt der Wanderung war die Ruine einer Schäferei. Wir spürten förmlich die Zauberkräfte auf uns wirken. Ein besonders schönes und seltenes Exemplar einer Orchidee wuchs in unmittelbarer Nähe und wurde von Ralf aufgenommen. Das Picknick machten wir am Eingang einer Höhle, wozu wir unerlaubterweise über einen Zaun stiegen. Hier konnten wir eine smaragdgrüne Eidechse beobachten, die sich in der Sonne aalte. Anschließend liefen wir weiter und kamen zu einem Weidegelände. Ralf öffnete und schloss zahlreiche Weidezäune. Am Ende wies ein Schild darauf hin, dass es sich hier um Privatbesitz handelte – zu spät, wir hatten es bereits durchquert – zum Glück ohne Komplikationen! Zwei schneeweiß leuchtende Riesenchampignons zogen unsere Blicke an und veranlassten uns zum Späßchen mit Sonnenbrillen. 🙂
Zum Schluss kamen wir noch an einem idyllischen Weiher vorbei, der sich allerdings nicht für ein von mir so beliebtes Jungbrunnenbad eignete. Ein Handtuch hatte ich für alle Fälle dabei!

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Wer P sagt, muss auch B sagen!

Die zweite Station unserer Frühlingsreise war die ungarische Hauptstadt Budapest, die ich wie Prag zum ersten Mal besuchte. Mit dem Zug gelangten wir sehr bequem von P nach B. Vom Westbahnhof war es nur ein kurzer Fußmarsch bis zur Unterkunft The Nest. Die Wohnung lag zwar wieder unterm Dach, doch diesmal gab es einen Fahrstuhl und es galt nur wenige Treppenstufen zu bewältigen! Zu unserer Erleichterung fanden sich sowohl Einkaufsmöglichkeiten als auch eine Sparkasse in unmittelbarer Nachbarschaft. Nach kurzer Erfrischungspause und ersten Fotos vom Domizil gingen wir auch gleich los!
Ralf meinte, er kenne Budapest wie seine Westentasche und dies bewies er mehrmals während unseres Aufenthaltes.
Nun, bereits am ersten Abend führte er mich zielsicher über eine Hauptstraße, dann nach links und schon waren wir mittendrin im ungarischen Abendleben. Dazu gehörte natürlich ein Spaziergang am Donauufer und ein erster Blick auf das Gebäude des Parlaments! Riesig und verspielt, beleuchtet und majestätisch – vielleicht ein wenig größenwahnsinnig? Fotografiert wurde wieder viel und die Touristen scheuten sich auch nicht, an einem Mahnmal für jüdische Opfer zu posieren. Der Anblick der nachgebildeten Schuhe ließ mir einen Schauer über den Rücken laufen; zu meinem Entsetzen waren sogar Kinderschuhe dabei! Später entdeckten wir an der Kettenbrücke ein charmantes Plätzchen: Stranddisko, Stühle wahllos aufgestellt zum Schauen, Bierchen trinken, Quatschen… Auch wir ließen uns an einem Abend hier nieder und beobachteten den Schiffsverkehr und die Lichter der Stadt!

Nach Morgeneinkauf und Frühstück präparierten wir unsere Sachen für den Ausflugstag. Mit der Straßenbahn 2 fuhren wir bis hinaus an den Stadtrand, da wo Nationaltheater und das Ludwigmuseum vergeblich auf die Weltausstellung warten. An der dortigen Schiffsanlegestelle bestiegen wir ein Wassertaxi und schipperten an den mächtigen Bauten der Innenstadt vorbei bis zur Margareteninsel. Dieses grüne Eiland bietet den Einwohnern und Besuchern Raum für Spaziergänge, Erholung und Picknick. Ein Schwimmbad lädt zur Erfrischung ein und ein großer Springbrunnen fesselt mit seinen Wasserspielen.
Wir wurden Zeugen eines Familien- und Kinderfestes auf der großen Festwiese. Lustig war, dass jedes Kleinkind ein Laufrad bei sich hatte. Wir versuchten das Mysterium aufzuklären, was aber schwierig war. Wenn wir es richtig verstanden haben, waren die bunten Spielzeuge eine Art Eintrittskarte für die Festivitäten. Wir beobachteten schmunzelnd die zahlreichen geparkten Fahrzeuge und das lustige Treiben an den verschiedenen Aktivitätspunkten des Festes. Kinder anzuschauen ist immer ein fröhliches Erlebnis.
Später liefen wir über die Margaretenbrücke hinüber in den Stadtteil, wo Burg und Kathedrale ihren Platz haben. Während eines Gewittergusses saßen wir gerade geschützt unter dem Sonnenschirm in einem Gartenrestaurant. Zwei ältere Damen auf einer Bank hatten es weniger bequem. Sie pilgerten schließlich langsam in verschiedene Richtungen, ohne Rücksicht auf ihre adrette Kleidung nehmen zu können.
Als es nur noch von weitem grollte, liefen wir weiter zur Fischerbastei und schließlich wieder hinab zur Donau. Unterwegs begegneten uns auch wieder viele feiernde Menschen, Brautpaare, Künstler und Musik. Budapest erschien mir schon jetzt deutlich lebhafter und fröhlicher als Prag! Am Abend aßen wir in einem exzellenten Restaurant, in dem das Menü vom Koch nach einem Roman oder Krimi zusammengestellt wird. 🙂

Nach dem ereignisreichen Stadttag hatten wir Lust auf Natur. Budapest ist geprägt von Parks und den Budaer Bergen. Um dorthin zu gelangen, benutzten wir verschiedene Transportmittel. Zuerst mit der Straßenbahn bis zur Zahnradbahnhaltestelle. Anschließend stiegen wir um in die ehemalige Pioniereisenbahn, die noch immer durch Kinder in Partnerschaft mit Erwachsenen betreut wird. Seltsam anmutend der Pioniergruß an jedem Bahnhof. 😉
Vom Bahnhof liefen wir dann durch herrlichsten Laubwald zum Elisabethturm, ein beliebtes Ausflugsziel für Familien. Natürlich bestiegen wir auch diesen Turm und wurden mit einer tollen Aussicht auf die ungarische Hauptstadt belohnt. Eine kleine Bananenpause auf einer Bank und weiter ging es noch ein wenig durch den Wald. Da Sonntag war, hatte ich Kleid und Sandaletten statt Wanderkleidung gewählt, was aber keine großen Schwierigkeiten bereitete. 🙂 Hinab von den Bergen schwebten wir mit dem Sessellift und berührten die Baumwipfel der Vorstadt. Herrliches Gefühl!
Angekommen an der Talstation erinnerte sich Ralf an vergangene Zeiten: Camping als Jugendlicher. Flucht 1989. Kirche der Malteser mit Beratungsstützpunkt der damaligen Bundesregierung. Wir diskutierten viel auf dem Weg durch das Wohnviertel und angesichts der vorhandenen Mahnmäler. Der Fall der Berliner Mauer sowie die anschließende Vereinigung Deutschlands wird immer Gänsehaut und Erinnerungen bei uns hervorrufen. Müde kamen wir im Nest an und ruhten uns erstmal aus, bevor es am Abend nochmals hinaus ging zum Essen. Mit der TRAM bis zur Petöfibrücke, Abendessen im Theaterrestaurant Puder und dann per pedes bis zur Kettenbrücke, wo wir gemütlich ein Bierchen am Donauufer genossen.


Heftiger Wind schlug uns entgegen, als wir nach dem Frühstück das Haus verließen. Ralf führte mich diesmal zum Andrassy Boulevard. Vom Oktogon promenierten wir bis zum Heldenplatz, wiederum gigantische Skulpturen und viele schöne Villen waren zu verzeichnen. Außerdem erregte ein Eisenkettendenkmal unsere Aufmerksamkeit auf den ersten Metern des Boulevards. Es handelte sich symbolisch um den Eisernen Vorhang. Anschließend entdeckten wir noch eine Porträtgalerie an der gegenüber liegenden Hauswand. Sie zeigte die Konterfeis von zwischen 1956 – 1960 ermorderten Aktivisten. Wieder lief Gänsehaut über unsere Haut angesichts der Ereignisse in der jüngeren Geschichte des Landes und Europa.
Árpád und seine Stammesfürsten grüßten mit grimmiger Miene bei der Ankunft am Heldenplatz. Meine besondere Aufmerksamkeit wurde von der reich verzierten Kunsthalle in Anspruch genommen. Wir liefen dann weiter zum Stadtwäldchen und labten uns am Grün und Beobachtungen von einer bunt bemalten Parkbank aus. Ralf las mir aus dem Reiseführer vor und dadurch bekam ich ungeplant Lust auf einen Zoobesuch. In Budapest soll sich das schönste Elefantenhaus Europas befinden – das wollte ich prüfen! Ich wurde nicht enttäuscht! Japanischer Garten, viele Details und Erklärungen zu den Kontinenten und Tieren sowie schließlich das sehr schöne Haus der Dickhäuter begeisterten uns sehr. Ein 7-Monate junges Elefantenkind trug ebenfalls zur Belustigung bei.
Nach dem Zoo spazierten wir noch zum Schloss « Kunterbunt » – von uns so getauft, da es aus vielerlei Baustilen zusammengesetzt wurde. Hier wieder ein Brautpaar beim Fotoshooting, wobei die junge Braut recht verkrampft und nichts so recht glücklich drein schaute… Leider machten nun meine Akkus im Telefon und auch das Ersatzakku schlapp, so dass es vom Rest des Tages keine Bilder mehr gibt. 🙁
Mit der ältesten Metro des europäischen Festlandes ratterten wir nun zurück zum Oktogen und verspürten Appetit. Im Grand Café Budapest stillten wir diesen mit Omelett und Bagel. Kreuz und quer ging’s anschließend durch die abwechslungsreichen Straßen bis in unser Urlaubsappartement. Am Abend kochten wir selbst und ließen wohlig erschöpft die Seele ohne Abendprogramm baumeln.

Strömender Regen seit der Nacht bewahrheitete die Wettervorhersage, so dass wir erst einmal im Haus bleiben mussten. Ich vervollständigte meine Aufzeichnungen, Ralf plante. Pünktlich gegen 11 Uhr ließ der Regen nach und wir kundschafteten erst noch den Bustransfert zum Flughafen für die Abreise aus. Metro Nr. 3 befindet sich seit November 2017 im Bauzustand, so dass wir auf den Bus 100E zurückgreifen wollten.
Nun ging es in die Vacy ucta, einer alten-neuen Einkaufsstraße Budapests. Das war Folter! Da wir nur begrenztes Gepäck hatten, nahmen wir uns schon vor Antritt der Reise vor, nix, aber auch gar nix zu kaufen! Letztendlich haben wir uns dran gehalten, aber…
Eine Markthalle, der Panorama-Innenhof, Jugendstilhäuser, alte Traditionsgeschäfte – auch hier waren wieder Lebhaftigkeit und Stolz in der Luft! Augenweiden über Augenweiden! Wir besichtigten eine Synagoge und kosteten von den Törtchen im Kaffeehaus Auguszt.
Mit Sicht auf die vielen Restaurants und Bistros fiel es später schwer, sich zu entscheiden! Schließlich nahmen wir im Blue Bird Café Platz und wurden nicht enttäuscht! Nach dem Mahl verspürte ich den Wunsch, noch einmal ans Wasser zu laufen. Dort nahmen wir dann Abschied von Donau, Kettenbrücke und Trubel. Viele Menschen flanierten im Sonnenschein und wir fuhren mit der Bahn heim, um unsere Koffer zu packen.

Am Mittwoch, den 16. Mai, unserem 6. Hochzeitstag, kehrten wir voller schöner Eindrücke heim nach Montpellier. Da es sich um die Zuckerhochzeit handelte, kredenzte mir mein Liebster während der 5-stündigen Wartezeit einen HimbeerHerzKeks mit Kaffee auf dem Flughafen in Basel – wenn das nicht wahre Liebe ist. 🙂

Publié dans 2018, Birgit, Ralf, Ungarn | Marqué avec | Commentaires fermés sur Wer P sagt, muss auch B sagen!