Sommerurlaub 2018. Teil 1: Schlösser der Loire

Ein erster Urlaubsgruß von unserer Frankreich-Rundreise. Das Wetter meint es zu gut und das Internet zu schlecht mit uns, um schon jetzt einen ausführlichen Blog zu gestalten. Aber hier gibt’s schon mal ein paar erste Eindrücke per Foto zu bewundern.

Und nun die Fortsetzung!

Gerade ist Frankreich Fußballweltmeister geworden (4:2 gegen Kroatien), mein Liebster ist in Berlin und ich sitze auf unserem schönen Balkon. Ich möchte den lauen Sommerabend nutzen, um unseren Sommerulaubsbericht zu vervollständigen.
Nach einer angenehmen Fahrt kamen wir am Abend des 18. Juni in Chailles an. Das Tor zum Paradies blieb noch geschlossen, da der Vermieter wegen beruflicher Probleme später als vereinbart am Ferienhaus ankam. Tor zum Paradies deswegen, weil sich hinter dem morschen Holztor eine Lindenallee befand, die zu einem märchenhaften Grundstück mit Park, Pool und Landhaus führte. Das von uns gemietete, großzügige Ferienhaus befand sich neben dem Wohnhaus des Vermieters und hatte ebenso eine wunderschöne Terrasse. Es war charmant dekoriert und bestens ausgestattet. Der einzige Nachteil war der Parkplatz für unser Auto direkt unter den Lindenbäumen – der Ford klebte am Ende der Tage wie ein Honigfaß. Zum Glück hinterließ dies keinen Schaden am Lack. Ein heftiger Regenguss spülte alle Spuren weg.
Nachdem wir uns eingerichtet und gespeist hatten, unternahmen wir noch einen Abendspaziergang in die Umgebung. Dabei begleiteten uns varietätenreiche Vogelgesänge. Zum Schluss entdeckte ich noch einen verwunschenen Garten, den ich heimlich betrat und bewunderte. 😉

Wir waren ja nicht zum ersten Mal an der Loire. Da es uns hier vor einigen Jahren schon so gut gefiel, machten wir die Schlossanlagen zum ersten Ziel des diesjährigen Urlaubs. Eine gute Möglichkeit, erstmal ein bißchen runterzukommen und auszusteigen aus dem Alltag. Zwei Schlossbesichtigungen standen bereits fest und jeder von uns « durfte » sich noch ein « eigenes » Schloss aussuchen. Das war gar nicht so leicht, aber wir waren mit unserer Wahl sehr zufrieden!

Ralf hatte zum Frühstück des ersten Urlaubstages Brioche in Guglhupfform besorgt. Ein Eichhörnchen sprang ganz unbekümmert durch die Bäume und die Vögel sangen auch wieder bemerkenswert schön. Sie taten dies übrigens alle Tage!
Die Anlage, die wir am 19. Juni besichtigten, war Chenonceau, ein Schloss mittlerer Größe. Hier lasen wir sehr viel über die französische Geschichte und die Dynastien. Es wird auch Damenschloss genannt, weil sein Schicksal von sechs wichtigen Frauen, z.B. Katharina von Medici, bestimmt wurde. Der Fluss Cher war außerdem die Grenze zum freien Frankreich im 2. Weltkrieg. In der Gärtnerei schwatzten wir ein wenig mit den Blumenbindern, die jeden Mittwoch neue Arrangements in die Schlossräume zaubern.
Am Nachmittag badeten wir ausgiebig im Pool und lasen auf der Sonnenterrasse.

Am Mittwoch, den 20. Juni, feierte unsere Enkeltochter Mona ihren 4. Geburtstag und wir hinterließen für sie eine Sprachnachricht. In der Nacht hatten wir unruhig geschlafen, da Poltergeräusche vom Dach uns weckten. Ein Marder? Katzen? Einbrecher? Wir berichteten dem Vermieter vorsichtshalber davon.
Bereits gegen 9h00 starteten wir zum Schloss Chambord, denn wir befürchteten Besucherandrang. Doch auf dem riesigen Areal verliefen sich die Massen. In seinen Räumen werden Kunstausstellungen durchgeführt. Da es als Jagdschloss genutzt wurde, wurde die Küche besonders gut präsentiert. Beeindruckend waren auch die massive Wendeltreppe und die riesigen Säle. Schön war es auch auf der Dachterrasse herumzuspazieren und übers Land zu schauen.
Anschließend wollten wir in einem Restaurant in Saint-Dyé-sur-Loire speisen, aber dieses existierte nicht mehr. So fuhren wir nach Blois und aßen dort mit Blick auf die Loire eine Kleinigkeit in einem Bistro. Es war ein sehr heißer Tag, so dass wir nur einen ganz kurzen Stadtbummel machten und uns schnell wieder zum Pool und in den Schatten der Bäume begaben.

Der Donnerstag war mein Schlosstag. Ich hatte mich nach langem Studium des Reiseführers für eine kleine Ausgabe, dem Schloss Talcy, entschieden. Ich wurde nicht enttäuscht. Sehr nettes Personal, individuelle Einführung in den Rundgang, gut ausgestatte Räume mit leicht verständlichen Erklärungen und ein Märchenbrunnen im Hof sorgten für Begeisterung nicht nur bei mir. Aber das Tollste war der große Bauerngarten! Hier gab es viele Sitzgelegenheiten, die zum Verweilen einluden und einiges zu entdecken. Viele, die mich kennen, wissen, dass ich Himbeeren liebe! Und hier wuchsen soviele verschiedene Sorten, sogar gelbe Himbeeren gab es. Zu meiner und Ralfs Freude durften wir diese sogar nach Herzenslust verkosten. Ich war wieder einmal im Paradies: Im Himbeerenparadies! Auch Johannis- und Stachelbeeren gab es. Wir fragten später, was mit all dem Gemüse und Obst gemacht würde. Die Antwort war simpel. Das essen wir alles selbst oder die Besucher können naschen! Ist das französisch? Vielleicht!
Lustig fanden wir den Taubenturm: dort saßen jede Menge Keramiktauben in den Nestern. Das sah sehr schön aus!

Zwei weitere Höhepunkte bot dieser längste Tag des Jahres 2018: Lavardin, eines der schönsten Dörfer Frankreichs mit seiner Felsenburgruine und der Teesalon des Jardin du Plessis Sasnières. Letzteren entdeckten wir zufällig während der Rückfahrt zum Ferienhaus. Den Garten selbst schauten wir uns aus Zeitgründen nicht mehr an, aber wir genossen das romantische Ambiente im Vorgarten, der den Teesalon beherbergte. Wir ließen uns Kaffee und Kuchen schmecken und kauften noch ein Glas Quittenkonfitüre als Souvenir.
Wieder erfrischten wir uns beim Schwimmen, wir spielten Federball und waren einfach nur glücklich!

Die Tage vergingen wie im Fluge und schon war der Freitag herangekommen. Wir wollten zum Schloss Chaumont – und zwar mit den Fahrrädern! Es hatte sich angenehm abgekühlt und der Radweg verlief meist flach am Flussufer der Loire und an Feldrainen entlang. Insgesamt legten wir 26 km per Vélo zurück. Das Schloss selbst thront hoch über der Loire und hat ein riesiges Gartenareal. Im Sommer findet dort das Gartenfestival statt. Über 24 Themengärten werden gestaltet und der Besuch verlangte gute Kondition. Am besten gefiel uns das vallée de brume – das Nebeltal, ein Buchstabengarten und der Garten der Gedanken. In Strandkörben können sich die Gäste ausruhen und Kraft schöpfen, was wir ebenfalls taten.
Im Schloss wurden neben den üblichen Ausstattungen der Besitzerfamilien auch Kunstausstellungen präsentiert. Ein Teil erinnerte mich an die Exposition im ehemaligen Gefängnis von Wittenberg im Lutherjahr.
Am Abend spielten wir ein letztes Mal Federball und ließen die ersten erlebnisreichen Urlaubstage Revue passieren.

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