Vom 26. November bis 7. Dezember war ich mal wieder auf Reisen. Diesmal führte es mich dienstlich nach Asien, genauer nach Hanoi in Nordvietnam und Nanning in Südchina.
Hanoi
In Hanoi kamen wir zu einem Workshop zusammen, der zum Ziel hat, Krankheitserreger von Reispflanzen (Viren, Bakterien, Würmer) in Südostasien nachzuweisen. Dies ist der erste Schritt, um später diese Krankheiten erfolgreich bekämpfen zu können. In Hanoi trafen wir Kollegen aus Vietnam, Laos, Kambodscha und den Philippinen, erklärten Methoden, die wir in Frankreich entwickelt haben, führten gemeinsam ein paar Experimente durch und diskutierten die nächsten Schritte und wie wir an die dazu notwendigen Gelder kommen können.
Wie man sieht, wurde nicht nur gearbeitet, sondern auch gegessen. Manches war lecker, anderes dagegen gewöhnungsbedürftig… und so blieb ich leider nicht verschont und litt eine Nacht unter Durchfall (in Frankreich nennt man diese Art von Reisekrankheit « Tourista »). Schaut selbst, was aufgetragen wurde:
In Hanoi wohnten wir in einem kleinen, familiengeführten Hotel namens Prince II. Hanoi ist eine sehr geschäftige, um nicht zu sagen hektische und verkehrstechnisch chaotische Stadt. Von unserem Hotel aus unternahmen wir kürzere Spaziergänge und bekamen so einen ersten Eindruck vom Leben in Vietnam, den ich gern mit euch teilen möchte:
Pünktlich zum 1. Dezember wurde das Hotel weihnachtlich geschmückt und wir, Boris und ich, machten uns tags darauf per Bahn auf den Weg nach China. Der Bahnhof war schnell gefunden, der Zug komfortabel und die nächtliche Grenzabfertigung ließ Erinnerungen an Szenen aus dem kalten Krieg wachleben. Vietnam und China teilen – oder eher trennen Jahrhunderte alte Konflikte, die leider noch immer nicht beigelegt sind. Uns betraf das weniger, doch als Europäer waren wir zweifelsfrei die Exoten auf dieser Bahnfahrt. Voll Neugier studierten die chinesischen Grenzbeamten den Inhalt unserer Koffer, die wir aus dem Zug heraustragen und morgens um vier Uhr in der Frühe in der Abfertigungshalle präsentieren mussten. Doch das mussten die asiatischen Mitreisenden ebenfalls…