Sommerurlaub 2025 – Etappe 2

Etappe 2: Von Vannes nach Lorient

Während einer eher eintönigen Fahrt durch Frankreich querten wir hauptsächlich durch Landwirtschaft geprägtes Gebiet. Das sorgte bis auf einen kurzen Stau für eine ruhige Fahrt. Ralf hatte ein weiteres schönstes Dorf Frankreichs, namens Rochefort-en-Terre, recherchiert, was wir gegen 14h erreichten und uns in Ruhe ansahen. Etwas Verwirrung gab es am Parkscheinautomaten, aber das Problem konnte souverän gelöst werden.
Wir begannen unseren Rundgang am Schloß, von wo man über die Dächer von Rochefort-en-Terre auf das Umland schauen konnte. Am Tag der Musik – la fête de la musique – fand gerade ein Yogafestival statt. Auf der Wiese lagen Yogafreunde und es gab ein umfangreiches Programm bis zu den Abendkonzerten. Im Ort fanden wir die üblichen Boutiquen, die in den typischen Steinhäusern regionale Produkte, Schmuck, Lederwaren, Hexerei- und Kunstzubehör anboten. Die Häuser hatten lustige Schornsteine und manchmal sahen wir auch Fachwerk. Im schattigen Innenhof eines Restaurants gönnten wir uns erneut Galettes, bevor wir nach Vannes weiter fuhren.

Bei der Ankunft am Hotel in Vannes spürten wir die Nähe des Meeres durch feuchte, schwüle Luft bei 29°C. Unterwegs war das Thermometer bis auf 34°C gestiegen. Nach dem sehr netten Empfang erfrischten wir uns unter der Dusche. Danach schlenderten wir in die Innenstadt und machten Halt auf dem Wäschereiweg – Course de Lavoir – am Ufer des Flüsschens Marle. Hier war ein lauschiger Platz für heimliche Treffen Verliebter. 😉 Weiter ging es in Richtung Stadtmauer, die wohl vollständig erhalten ist. Die Stadt füllte sich mit Musikfreunden und Touristen für das traditionelle Fest der Musik am Mittsommertag. Wir stürzten uns mitten rein ins Getümmel und genossen den Abend. Besonders gefallen hat uns ein junges Paar, welches mit Flöte und Gitarre schottisch-irische Weisen spielte. Sie erklärten dem Publikum, dass sie zum ersten Mal und ganz spontan auf der Straße musizierten. Ihre Begeisterung sprang auf viele vorbei Laufende über, die stehen blieben, um zu lauschen. Auch ein Fanfarenzug zog uns in seinen Bann. Wir tingelten zwischen Fachwerkhäusern, blühenden Malven, dem Wahrzeichen « Weißes Hermelin » in verschiedener Ausführung, den Stadttoren zum Hafen und dem Marktplatz herum. Unseren Appetit stillten wir im Restaurant « Alte Markthalle » mit gebackenem Camembert und gegrilltem Schwein zu einem Maß Bier. Froh gestimmt kehrten wir ins Hotel zurück und schliefen seelig bis zum nächsten Morgen.

Beim Frühstück herrschte zunächst etwas Chaos, denn eine Reisegruppe besetzte lautstark den Raum. Nachdem sie verschwunden waren, wurde es ruhiger. Man hörte nur zwei altkluge Hessen debattieren, die wohl der Meinung waren, dass sie niemand verstehen würde. 😉 Für uns begann nun die Fahrt nach Lorient, wo wir unser Auto für 5 Tage in einem Parkhaus zurückließen, um mit der Fähre zur Insel Le Groix überzusetzen. Bis zum Ablegen des Schiffes blieb uns noch Zeit, um Lorient ein wenig zu erkunden. An einem Crêpes-Wagon aßen wir das vorerst letzte Galette und spazierten voller Neugier mit unseren Rucksäcken bepackt zum Hafen.

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Sommerurlaub 2025 – Etappe 1

Der diesjährige Sommerurlaub stand unter einem besonderen Stern und er wurde etwas ganz besonderes. Zur Vorgeschichte: Ursprünglich hatten wir drei Reiseetappen geplant, die aus Besichtigungen einiger Schlösser an der Loire, der Insel Groix in der Bretagne und Wandern in den Pyrenäen bestehen sollten. Sozusagen in letzter Minute bemerkten wir beim Durchsehen der Reiseunterlagen, dass wir uns bei der Unterkunft an der Loire « verbucht » hatten. Es handelte sich lediglich um ein Zimmer ohne Küche und nicht um ein Appartement, wie wir es gedacht hatten. Dank der günstigen Fristen konnten wir noch alles ohne Verluste stornieren und beschlossen, erstmal zu Hause zu bleiben, um in Ruhe zu überlegen, wie wir die erste Urlaubswoche gestalten könnten. Dies erwies sich letztendlich als vorteilhaft, da wir in Ruhe packen konnten und schließlich mit etwas Verspätung am 19. Juni 2025 in Richtung Bretagne losfuhren. Bevor wir dort auf die Île de Groix übersetzten, gingen wir noch ein wenig auf Entdeckung. Habt ihr Lust mitzukommen?

Etappe 1: Fahrt nach Berry-Bouy/Bourges über Blesle und Charroux

Stippvisite in Blesle und Charroux, zwei von über hundert plus beaux villages de France (schönsten Dörfern Frankreichs).

Beide Orte gefielen uns gut. Am Ufer des Flüsschens Sianne nahmen wir unser kleines Urlaubspicknick ein und erfreuten uns an den zart blühenden Malven, die uns noch desöfteren während unserer Reise begegnen sollten.
In Charroux bestaunten wir besonders den Kirchturm ohne Spitze. Diese war durch einen Blitzschlag im 16. Jahrhundert zerstört worden und wurde nie wieder restauriert. Aberglaube? In einer Keramikwerkstatt erstanden wir unsere ersten Souvenirs: zwei Espressobecher, deren Verzierungen uns immer an Strand und Meer erinnern werden.

Ankunft in Berry-Bouy war gegen 18h. Ein großer Park, in dem bemerkenswerte Bäume wuchsen, ein Pool, der zum Entspannen einlud, sowie ein Garten mit Himbeersträuchern umgaben das Haus, in dem sich unser geräumiges Ferienzimmer befand. Charmant begrüßte uns die Dame des Hauses, die uns aufforderte, alles zu nutzen, was sich auf dem Gelände befand. So nahmen wir ein Bad im wohltemperierten Schwimmbecken, bevor wir auf einer der Terrassen unser mitgebrachtes Abendessen verspeisten. Wir durften auch den Kühlschrank benutzen, was bei den hochsommerlichen Temperaturen von großem Vorteil war.
Am Morgen beim Frühstück gab sie uns wertvolle Tipps und eine Landkarte für unseren geplanten Stadtrundgang durch Bourges. Sie empfahl uns einen Spaziergang durch die Marais – die Schrebergärten – zum Abkühlen, denn es waren bis zu 38°C angesagt. Dies nahmen wir dann dankbar wahr, nachdem wir das Haus von Jaques Coeur, dem reichsten Mann Frankreichs um 1400, der durch eine Intrige gestürzt wurde und niemals in diesem Haus lebte, besichtigt hatten. Zuvor wandelten wir durch die Gassen und bewunderten sowohl die Fachwerkhäuser als auch die Bauten aus der Renaissance. Mit leckeren Galettes in der Crêperie « Mamie Bigoud » stärkten wir uns, bevor es in die Kathedrale Saint-Étienne ging. Wir nahmen an einer interessanten Führung durch die Krypta, die nicht wie gewohnt unter der Erde, sondern auf ebener Erde angelegt wurde, um einen immensen Höhenunterschied beim Erweiterungsbau der Kathedrale zu überwinden, teil. Besonderheiten waren ein Meridian, die sehr bunten, comicartig gestalteten Kirchenfenster auf drei Etagen sowie der Baustil, denn es gab kein Kirchenschiff. Um Bourges herum sahen wir viele goldene Getreidefelder, aber keine Weinfelder. Am Abend badeten wir noch einmal und aßen Quiche auf der Terrasse. Die erste Etappe ging bei einem internationalem Frühstück mit einem Paar aus Holland, einem französischen und uns als deutschem Paar zu Ende. Wir wünschten uns gegenseitig gute Weiterreise und starteten in Richtung Vannes, dem nächsten Übernachtungsort auf dem Weg in die Bretagne.

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Festival der Architektur in Montpellier

Und hier ein weiterer kurzer Einblick in das kulturelle Leben in unserer schönen Metropole Montpellier. Alljährlich findet das sog. Architekturfestival statt. In diesem Jahr standen die Installationen in den Höfen unter dem Motto: Gourmandise – Köstlichkeiten. Es hat wieder viel Freude gemacht, dem Kunstpfad zu folgen.

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Geradelt und spaziert

Bei angenehmen Frühsommertemperaturen holte ich heute mein Fahrrad aus dem Keller. Ich hatte mir vorgenommen, den neuen Radweg entlang der zukünftigen Straßenbahnlinie 5 auszuprobieren. Die Trasse führt auch an Ralfs Wirkungsstätte, dem IRD vorbei. Ein Spaziergang durch den Park am Zoo stand ebenfalls auf meinem Fitnessprogramm. Ich kann sagen, dass die Piste allerlei Gefahren birgt. Einige Schlenker, jede Menge Ampeln und Übergänge, bedingt durch Ausfahrten sowie Zugänge zu den verschiedenen Uni-Gebäuden müssen beachtet werden. Vor dem Kino gibt es keinerlei Geländer oder Absperrungen – wird da noch was installiert? Den Eindruck habe ich momentan nicht und ich könnte mir vorstellen, dass dies in Deutschland so nicht möglich wäre. Im Moment laufen die Fußgänger dort ohne Acht zu geben auf den Gleisen und werden sich dann ganz schön umstellen müssen, wenn die Bahnen fahren werden. Mal sehen!
Im Park arbeiteten, so wie in unserer Residenz heute, die Gärtner mit lautem Gerät und mähten alles um. Ich war fast die einzige Spaziergängerin. Nach der Runde fuhr ich heim und bewunderte die ersten Oleanderhecken in ihrer Blütenpracht.

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Sonntagsspaziergang mit Überraschungen

Mein Liebster war auf Reisen in Berlin und Brüssel, so dass ich das WE frei gestalten musste bzw. konnte. 🙂 Ich hatte gelesen, dass das Carré Sainte-Anne nach längerer Restaurierung wieder eröffnet wurde. Darauf war ich neugierig und ich spazierte durch die sonntäglichen Gassen von Montpellier. Als ich an der Kirche ankam, war sie zu meiner Überraschung geschlossen! Etwas enttäuscht begab ich mich an der Baustelle vor der Präfektur vorbei auf den Heimweg. Einen Abstecher in den Botanischen Garten ließ ich mir nicht nehmen. Dort bewunderte ich einmal mehr die vielen schönen Blüten und das in diesem Jahr besonders üppige Grün.

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Überraschungsreise ins Land der Katharer

Als Geburtstagsüberraschung hatte meine Liebste eine Reise ins Land der Katharer organisiert und mir damit einen langgehegten Wunsch erfüllt. Lasst euch mitnehmen auf diesen Ausflug zurück in eine geschichtsträchtige Zeit.

Samstag, 17.05.2025: Limoux – Abbaye de Saint-Hilaire – Abbaye d’Alet-les-Bains
Bereits während der Anfahrt gab es so einiges zu entdecken. Nach gemütlicher Fahrt steuerten wir zunächst Limoux an, wo wir nach einem Spaziergang ans Ufer der Aude schließlich in einer kleinen, aber feinen Crêperie einkehrten. Einigen mag der Ort Limoux etwas sagen, denn dort werden seit langer Zeit bekannte Schaumweine produziert: Blanquette de Limoux, Blanquette méthode ancestral und Crémant de Limoux. Interessant waren auch die farbenfrohen Tücher, die in den Gassen als Sonnenschutz aufgehängt waren.
Gut gestärkt fuhren wir auf kurvenreicher Straße nach Saint-Hilaire, um die dortige Benediktinerabtei zu besichtigen. Doch wo soll sie sich befinden? Wir parkten am Fluss und liefen ein Stück zurück. Offensictlich waren wir aus ungewöphnlicher Richtung angereist, weshalb wir keines der Hinweisschilder erblicken konnten. Wir schlenderten durch die ehemalige Abteikirche aus dem 13. Jahrhundert, den Kreuzgang aus dem 14. Jahrhundert, die Abtswohnung mit einer bemalten Holzbalkendecke aus dem 16. Jahrhundert sowie durch die in den Felsen gehauenen Vorratsräume. Dort soll 1531 der erste Schaumwein der Welt zufällig entstanden sein, heute als Blanquette de Limoux bekannt.
Da wir noch gut im Zeitplan lagen, hielten wir auf der Weiterfahrt auch noch in Alet-les-Bains an. Wir besichtigten die Ruinen der Abtei Sainte-Marie, zwei Stadttore und ein paar Fachwerkhäuser aus dem 12. und 14. Jahrhundert. Danach fuhren wir zum Ziel unserer Reise, der Herberge « Les Eaux Tranquilles » (Die stillen Wasser) im Doppelort Belvianes-et-Cavirac. Vom Eigentümer und seinen drei Labrador-Hunden wurden wir freundlich begrüßt. Und in seinem parkartigen Garten fanden wir ein schönes Plätzchen für unser abendliches Picknick.

Sonntag, 18.05.2025: Belvédère du Diable
Aufgrund der Wettervorhersagen haben wir die Wanderungen an den Anfang unserer Kurzurlaubs gestellt. Birgit hatte eine Tour ausfindig gemacht, die direkt an unserer Unterkunft starten sollte und uns erst durch den Ortsteil Belvianes und dann zum Belvédère du Diable, dem Teufelsausblick, führen würde. Stetig steigend zog sich der Pfad durchs Gehölz. Bald kamen wir an einen Aller-Retour-Abschnitt (Hin und Zurück), an dessen Ende sich ein Blick ins Tal und auf die gegenüberliegenden Felsen eröffnete. Weiter ging es duch den Wald, wobei wir immer mal weiße Plastikpilze entdeckten, deren Sinn und Zweck rätselhaft blieb. Sollte der Waldweg nachts beleuchtet sein? Wohl kaum. Irgendwann fragte Birgit, wann dann endlich der Belvédère käme? Ja, das war, als wir am Ende des Aller-Retour-Abschnitts ins Tal geblickt hatten. 🙂 Spät am Mittag erreichten wir unsere Herberge, in der wir erneut picknickten mit Birgits leckerem Olivenkuchen. Der Tag war noch jung, doch recht warm. Wir liefen nochmal los, nun ohne Gepäck, und folgten den alten Bahngleisen der Strecke nach Axat, bis wir vor einem Tunnel standen und zur Umkehr gezwungen wurden. Dann folgten wir dem FLuss, dem Oberlauf der Aude, in die entgegengesetzte Richtung und spazierten durch den anderen Ortsteil, Cavirac. Birgit war noch voller Elan und lief noch ein Stück weiter bis zum Wehr, bevor wir gemeinsam über eine Fußgängerbrücke ans andere Flussufer gelangten und zur Herberge zurückliefen. Kurz vorm Ziel wurden noch ein paar Kirschen vom Baum genascht und ein Weg zum Geburtstagsrestaurant erkundet.

Montag, 19.05.2025: Château de Puilaurens und Spaziergang durch Axat
Nach dem Frühstück und einem nettem Gespräch mit dem französischen Paar aus der Region Var rüsteten wir uns für den Tagesausflug. Zunächst hielten wir im Nachbarort Axat, um dort Baguette für das Picknick zu kaufen. Die Bäckerei war leider geschlossen, jedoch befand sich ein Baguetteautomat gleich daneben. Zum ersten Mal probierten wir diese Art der Selbstbedienung von Backwaren aus und hielten wirklich ein frisches Brot in den Händen. Das Picknick war gesichert!
Weiter ging die Fahrt nach Puilaurens, wo wir vom Parkplatz vor der gleichnamigen Burg und vor dem Aufstieg zur selbigen eine Wanderung durch das Waldgebiet unternahmen. Wir versprachen uns schöne Fernblicke, was sich auch bewahrheitete. Der morgendliche Nebel lichtete sich immer mehr und auch vom angekündigten Unwetter gab es keine Spur. Wir genossen die Vogelgesänge, entdeckten viele verschiedene Orchideen und nahmen mal wieder eine Abkürzung à la Ralf. Ich fürchtete mich ein wenig vor einer möglichen Begegnung mit Wildschweinen, denn am Vorabend rannte ein mittleres Exemplar mitten über das Grundstück am Ferienhaus, als wir gerade am Abendbrotstisch saßen. 😮 Eine Blindschleiche stellte sich auf einem der Wanderwege tot und wartete, bis wir sie genug bewundert hatten, ehe sie sich wieder bewegte. Schließlich gelangten wir zurück zum Parkplatz. Vor der Burgbesichtigung hieß es sich erstmal auf dem großzügigen Picknickplatz zu stärken. Mit uns pausierte dort eine große schnatternde Wandergruppe, die später ebenfalls zur Burgruine kletterte.
Der Aufstieg war erwartungsgemäß steil und verlief im Zick-Zack, was der besseren Verteidigung dienen sollte. Überrascht wurden wir auf allen Burgen von Erklärungen in deutscher Sprache! Das war sehr komfortabel! Die Burgruine Puilaurens wird gerade an einigen Stellen restauriert. Interessant war ein sog. Sprachrohr im Turm der weißen Dame, mit dessen Hilfe Kommunikation bereits zu Katharerzeiten in der Burg ermöglicht wurde. Nach ausgiebigem Rundgang und dem Abstieg über einen Naturlehrpfad fuhren wir zurück nach Belvianes. Unterwegs legten wir nochmals einen Halt in Axat ein, weil ich meine Neugier stillen wollte: ein Belvedere am hoch gelegenen Kirchplatz, welches ich am Morgen wahrgenommen hatte, sowie den Bahnhof des Train rouge – Roter Zug galt es zu entdecken.
Pünktlich zur Kaffeezeit waren wir wieder an der Unterkunft. Dort ließen wir uns Käffchen und Gebäck am Ufer der Aude schmecken. Danach frönten wir einer unserer Lieblingsbeschäftigungen, dem Lesen, bis zum Apèro mit alkoholfreiem Bier sowie dem Abendessen, bestehend aus gegrilltem Lamm in Minzsoße (dem Engländer sei Dank!) mit Kartoffeln, Bohnengemüse, Karotten, Käse und Rotwein.

Dienstag, 20.05.2025: Château d’Usson, Pass, See bei Goulours und Grünes Labyrinth bei Nébias
Alles Gute zum Geburtstag, mein Liebster! Ich hatte den Geburtstagstisch gedeckt, aber die Streichhölzer, um die Kerze anzuzünden, wollten nicht funktionieren! Ralf nahm es mit Humor. Nach dem Breakfast, wie immer in Begleitung der drei Labradore und mit englischer Konversation, brachen wir gegen 10h zu unseren Tageszielen auf. Erstes Ziel war die Burg Usson. Zwar war diese, wie wir vor Ort feststellen mussten, wegen Restaurierung geschlossen, aber der Spaziergang hinauf war eine Augenweide. Der Weg war gesäumt von Ginster, Orchideen, Flieder und bereits blühenden Pfingstrosen. Besonders schön waren die Vogelgesänge. Wir warfen einen Blick durch den Zaun auf das Schloss und trabten guter Dinge wieder zum Auto zurück.
In Serpentinen ging es hinauf zu einem Pass. Dichter Nebel und eisiger Wind riefen Erinnerungen an den Islandurlaub 2011 wach. Wir verließen nur ganz kurz das Auto für ein Foto und traten dann die Fahrt hinunter zum See an. Genau dort begann es zu regnen. Aber uns als Wanderfreunde konnte dies nicht verdrießen. Wir wechselten die Schuhe, nahmen die Regenschirme und spazierten ein Stück am Stausee herum. Ein riesiger Lebensbaum ließ uns ebenso staunen wie der Campingplatz mit Ziegen und Hunden. Wegen heftiger werdenden Schauern verlagerten wir die Bananen-Kekspause ins Auto.
Ein weiteres Mal fuhren wir zu einem Pass hinauf. Ein Radlerpärchen hatte sich im Nebel und bei der Feuchtigkeit die Passtraße hoch gekämpft – alle Achtung. Für uns ging die Reise weiter hinab nach Nébias, wo wir nach dem Picknick auf dem Kirchplatz zu einem Abenteuer durch das dortige Felsenlabyrinth aufbrachen. Wie die Kinder kletterten, versteckten, jauchzten wir durch die bemooste Kalkstein-Karstlandschaft. Glücklicherweise gab es Pfeile und andere Symbole, wie orangefarbene Handabdrücke an Bäumen, um nicht völlig verloren zu gehen in dieser wundersamen Landschaft. Über drei Stunden verbrachten wir an diesem mystischen Ort und konnten nicht genug bekommen von den seltsamen Figuren und Plätzen.
Zurück in der Unterkunft wurde geduscht und sich chic gemacht für das Geburtstagsdinner im Restaurant des Hotels « Rose der Pyrenäen ». Einen Schreckmoment erlebten wir an der Rezeption, da meine Reservierung anscheinend nicht auf dem Plan stand. Eine weitere Überraschung erlebten wir dann, als wir plötzlich in deutscher Sprache angesprochen wurden. Es stellte sich heraus, dass eine größere italienische Reisegruppe erwartet wurde und wir die einzigen Gäste, die reserviert hatten, waren. Der Abend klang geschmackvoll mit Lachs, Kartoffel-Fenchelgratin und Weißwein aus. Auf dem Spaziergang zurück zum Haus naschten wir noch einmal von den Kirschen am Wegesrand, bevor wir geschafft und glücklich ins Bett fielen.

Mittwoch, 21.05.2025: Château de Peyrepertuse und Château de Quéribus
Nun hieß es schon wieder Abschied nehmen von dieser sehenswerten Kulturlandschaft mit ihren Burgruinen, Bergseen, Felsen und Wäldern. Doch die Rückfahrt sollte nochmals zweieinhalb Höhepunkte bereithalten!
Unser erstes Zwischenziel war die Burg Peyrepertuse. Diese Ruine einer Felsenburg mit einer Gesamtfläche von 7000 m² ist die größte Festungsanlage der Katharer im heutigen Frankreich. Doch größer als die Cité von Carcassonne, wie vor Ort behauptet, ist sie damit dann doch nicht. Die Burgruine befindet sich auf einem Felsen über dem Tal des Flusses Verdouble in 800 m Höhe und ist aus der Ferne kaum auszumachen. Von den Mauern der Burg bot sich ein toller Blick übers Corbières und hinüber zur Burg Quéribus, unserem nächsten Reiseziel.
Nach kurzer Fahrt erreichten wir den Parkplatz unterhalb der Burg Quéribus. Auch diese Burg erhebt sich majestätisch auf einem Felssporn übers Land. Das besondere war, dass noch einige der alten Gebäudeteile erhalten waren. Wie kraxelten durch alle Räume und Ralf ließ es sich nicht nehmen, auch noch gebückt ins Kellerverlies abzutauchen. Glücklich und voller Eindrücke liefen wir zurück zum Auto, das uns zum nahelegenenen Dorf Maury brachte. Der Name Maury ist berühmt als Weinbaugebiet, in dem mit Portweinen vergleichbare Süßweine hergestellt werden. Wir ließen es uns nicht nehmen, bepackt mit einer Kollektion von zehn Weinen die Rückreise nach Montpellier anzutreten. 🙂

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Rund um das Schloss von Dio

Der Sonntag sollte laut Wetterbericht verregnet und gewittrig werden, während für den Samstag Sonnenschein versprochen wurde. Daher entschlossen wir uns zu einer Wanderung zu Beginn des WE. Dieses Mal sollte es in die Gegend vom Lac du Salagou im Hérault gehen. Bereits die Anfahrt wurde zu einem schönen Erlebnis, denn die Natur war frühlingshaft bunt und blühend. Die ausgiebigen Regenfälle der letzten Wochen verhalfen ihr zu grünen, saftigen Wiesen und frischem Laub an den Bäumen. Eine Wohltat für unsere Augen. Im kleinen Ort Dio, welches von seinem imposanten Schloss aus dem Mittelalter dominiert wird, bewunderten wir die Kirche und zahlreiche Blumenbeete. Von dort ging es steil hinauf zu einem Plateau, wo wir auf einer Bank pausierten. Was für ein schöner Platz zum Träumen und Genießen! Anschließend wanderten wir weiter durch einen riesigen Steingarten mit in voller Blüte stehenden Thymiankissen, zahlreichen Orchideen und weiteren Blumenstauden. Manchmal überkam uns ob der bewaldeten Hügellandschaften das Gefühl, in Thüringen zu sein. An einer Kapelle, die wir schon von früheren Wanderungen kannten, machten wir Rast. Ein Pilgerer ließ sich bei seinem Schläfchen nicht stören und ich bekam sogar eine kleine Schlange zu Gesicht. Von der Kapelle ging es weiter bis zum verschlafenen Ort Valquières und durch rote Mondlandschaften bis kurz vor das Ziel in DIO oder D10? Doch auf einmal war der Weg zu Ende und wir irrten etwas verwundert herum. Nachdem wir beschlossen hatten umzukehren, entdeckte ich plötzlich ein etwas zugewachsenes Schild an einem Baum, auf dem darum gebeten wurde das Tor zum Weg, der ziemlich versteckt war, wieder zu schließen! Gerettet! Wir setzten den recht kraxeligen und nochmals aufsteigenden, felsigen Weg fort und kamen geschafft, aber sehr glücklich am Ausgangsort an. Begleitet wurden wir den ganzen Tag von wunderschönem Vogelgesang, der unseren Seelen sehr gut tat.

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Kraxelei von Garrigues durch die Garrigues

Endlich hatte das Regenwetter ein Ende und die Sonne schien an meinem arbeitsfreien WE. Ralf lotste mich in den kleinen Ort Garrigues, von wo wir auf den Gipfel La Pène kraxelten. Die Wanderung begann in Ortsmitte, wo wir zum ersten Mal einen Baguetteautomaten zu Gesicht bekamen. Wir hatten bereits für unser Picknick vorgesorgt und betrachteten amüsiert das Angebot, welches sich bei unserer Rückkehr wirklich verändert hatte.
Der Aufstieg war doch recht anstrengend, verlief er doch durch ein ausgetrocknetes Bachbett und führte steil hinauf auf sehr steinigen Pfaden. Aber der Blick von oben ist dann jedes Mal tröstlich und wir verspürten wieder einmal den Wanderstolz, die Herausforderung gemeistert zu haben!

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Von Lauret zum Oppidum du Rocher du Causse

Der Frühlich war diesmal ungewöhnlich kühl und feucht, und wenn dann doch mal die Sonne schien, rief die Pflicht ins EHPAD. Aber nun spielte das Wetter endlich mal wieder mit und wir konnten zu einer Wanderung aufbrechen. Vom Örtchen Lauret, wo ich schon mehrmals an einer wissenschaftlichen Tagung teilnahm, erklommen wir zunächst einen Bergsporn mit herrlichem Blick über die Landschaft, bevor wir weiter zum Rand einer Felskante aufstiegen. Nachdem die erste Anstrengung überwunden war, lief es sich zusehens leichter. Stabiles Schuhwerk und die tolle Aussicht taten ein übriges für unsere gute Wanderlaune. Am Oppidum angekommen entnahmen wir den Schautafeln, dass der Ort schon vor 4000 Jahren besiedelt war, wovon auch die vorgefundenen Knochen eines Kindes zeugten. Danach suchten wir ein schattiges Plätzchen fürs Picknick mit Ausblick. Inzwischen war es doch schon ziemlich warm geworden – das Auto zeigte uns später 28 Grad an. Durch waldiges Gelände stiegen wir wieder hinab in die Ebene, querten den Tagungsort Auberge du Cèdre, nahmen kurz Platz in der Bücherstube von Lauret und genossen nochmal das malerische Motif mit Blick zum Oppidum. Alles in allem eine schöne Tour und ein erster Schritt hin zur Sommerfitness. 🙂

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Frühling 2025

Das Wetter in diesem Jahr ist durchwachsen und es regnet sehr viel. An einem der wenigen sonnigen Tage spazierte ich mal wieder durch den Park Meric, der einer meiner Lieblingsorte geworden ist.

Ein weiterer Lieblingsort ist der Lac du Crès, an dem wir zu jeder Jahreszeit spazieren gehen. Heute wurde er wieder einmal zu einem Ziel und ich erfreute mich u.a. an der Poesieausstellung, die mich überraschte sowie an den schönen Wolkengebilden.

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