Sommerurlaub 2026 – Etappe 1 in den Vogesen

In den Vogesen ist es schön gewesen. 🙂 Da tanzen die Hexen auf ihren Besen und wir haben nicht nur gelesen!

Unsere erste Urlaubsetappe führte uns vom 24. – 28. Mai nach Ternuay, einem kleinen Ort in den südlichen Vogesen. Die Fahrt dorthin verlief ohne Komplikationen. Wie schon desöfteren war die Punktlandung am Ferienhaus dann nicht so einfach. Das Navi hatte uns an ein außerhalb des Ortes gelegenes Gehöft dirigiert, was uns als Unterkunft ziemlich unwahrscheinlich erschien. Auch zwei weitere Häuser in der Umgebung erwiesen sich als falsch. Schließlich rief ich den Vermieter an und er fragte prompt: « Haben Sie ein weißes Auto? Dann habe ich Sie schon gesehen. Ich komme Sie abholen. » Kurz danach erschien ein freundlicher, älterer Herr, der uns zu unserem Domizil, einem hübschen Häuschen mit Terrasse, geleitete. Ehrlich gesagt waren wir erleichtert, als wir das Gîte in Augenschein nahmen, denn die anderen Häuser hatten einen suspekten Eindruck auf uns gemacht.
Nachdem uns alles gezeigt und die Kaution gezahlt worden war, richteten wir uns ein.
« Hier wirst du gut schlafen! » rief mir mein Liebster verschmitzt zu. Das Schlafzimmer war in orange gestrichen, was meine Lieblingsfarbe ist 🙂 Ich verliebte mich noch am selben Abend in den Anblick der Birken vor dem Badfenster. Zuvor hatten wir einen ersten Spaziergang in die Umgebung gemacht und uns u.a. an den Pfingstrosen sowie den herrlichen Vogelgesängen erfreut.

Tag 1 – Rundwanderung auf dem Plateau der tausend Seen

Nach dem Frühstück auf der sonnenbeschienenen Terrasse fuhren wir nach Beulotte-Saint-Laurent. Am Waldesrand fanden wir einen Parkplatz, wo ein zu einem Sitz geformter Baumstumpf meinem Liebsten als altersgerechte Anziehhilfe beim Schuhewechseln diente. 😉 Zunächst ging es leicht bergauf durch einen schattigen Mischwald. Die Vögel verwöhnten uns wieder einmal mit ihrem Gesang und auch Froschchöre waren zu vernehmen. Reihte sich doch Étang an Étang. Im ersten Teich befand sich eine Insel, auf der Birken wuchsen. An einem überdachten Picknickplatz pausierten wir und machten die Bekanntschaft mit einem französischen Pärchen. Sie erzählten von ihrem Umzug in die hiesige Gegend vor vielen Jahren und dass sie die Ruhe hier sehr schätzten. Wir begegneten uns noch weitere Male an diesem Tag.
Orchideenwiesen, Singletrails, einsame, idyllische Wassergrundstücke, eine Naturbank mit Seeblick sowie rosafarben blühende Seerosen konnten wir an unserem ersten Wandertag ausgiebig genießen. Auch waren wir positiv überrascht, dass wir nicht von unzähligen Mücken heimgesucht wurden.
Besonders interessant waren einige Schautafeln am Weg, die uns an einem Fotolehrgang teilnehmen ließen. Am letzten Rastplatz ging es um Porträtfotografie, was wir mit einem Selbstbildnis zelebrierten. Danach begann der Rückweg auf einer schier endlos scheinenden Teerstraße. Ziemlich erschöpft, aber frohen Mutes kamen wir am Auto an.
Abends spielten wir Federball und schafften nach einigem Bemühen gerade mal 20 Wechsel. 😮 Mit einer Partie Carcassonne ließen wir den schönen Tag ausklingen.

Tag 2 – Rund um das Schloß Lambert

Der kleine Ort Château Lambert sollte der Ausgangspunkt für unsere zweite Wanderung werden. Der von komootine angegebene Parkplatz erschien mir suspekt und ich bat Ralf weiterzufahren. Ich hielt die Ausbuchtung der Straße eher für eine Überholhilfe als für einen Parkplatz. Nach einigem hin und her landeten wir in einem Tal und dort war ein Wanderparkplatz direkt neben der Kirche ausgewiesen. Wir waren gerettet! Von dort ging es hinauf auf den Gipfel zur Skulptur der Notre-Dame, von wo aus wir einen guten Rundumblick auf die Umgebung hatten. Bei 32°C schwitzten wir ganz schön und freuten uns später über den Schatten im Wald. Leider waren die Forstwege sehr zerfahren und sowohl das Laufen sowie das Orientieren fielen uns schwer. Auch die Wanderfreude litt unter dem unwegsamen Pfad. Auf einem bemoosten Baumstamm nahmen wir unser Bananen-Picknick ein, bevor wir zum Zentrum der Naturfreunde weiter wanderten. Dort begegneten wir einigen Kindergruppen. Sie waren auf Schatzsuche, machten Geländespiele und hatten kleine Aufgaben zu erfüllen. Dies alles sollte ihnen die Natur und ihre Geheimnisse näherbringen. Wir beobachteten die Rangen und erfreuten uns an ihrer Lebhaftigkeit und ihrem Interesse. Später versuchte auch ich, Schmetterlinge zu fangen, aber es gelang mir nicht so gut.
Im Schatten der Lindenbäume, mit Blick übers Land, stärkten wir uns ein weiteres Mal. Anschließend konnten wir die Kirche besichtigen, wo gerade einige Gemeindemitglieder über Sanierungsmaßnahmen berieten. Von ihnen erhielten wir auch wertvolle Erklärungen zur Geschichte der Gemeinde.
Auf dem Heimweg füllten wir unsere Vorräte auf und kauften auch für jeden ein Kuchenstück. Während ich auf meinen Liebsten wartete, sprach mich ein halbwüchsiger Bursche nach Geld an. Ich war überrascht und fragte, wozu er es benötigte. Er antwortete, dass er etwas zu trinken kaufen wolle. Da es sehr heiß war, bot ich ihm eine Flasche Wasser aus unserem 6er-Pack an, was er gern annahm. Als wir abfuhren, sah ich, dass er einen weiteren Kunde anbettelte, und war froh, dass ich ihm kein Geld gegeben hatte. Mutprobe oder ein kleiner Schlawiner?!
Auf der lauschigen Terrasse unseres Feriendomizils schnabulierten wir Brombeer- und Heidelbeertarte. Anschließend gingen wir jeder unseren Neigungen nach: Ich aquarellierte und Ralf las.

Tag 3 – Kultur und Natur

Ralf hatte mir schon im Vorfeld der Urlaubsreise von der Anlage um die Kirche Notre-Dame-du-Haut Ronchamp vorgeschwärmt, die er bereits vor vielen Jahren vor unserer gemeinsamen Zeit erkundet hatte. Unser Ferienort lag nicht weit davon entfernt. Wir konnten sie nun zusammen erkunden. Am Eingang lasen wir davon, dass man ein Architektendiplom erhalten würde, wenn man mindestens sechs der vorgegebenen, in und um die Kirche versteckten Symbole entdeckte. Dies motivierte unsere Aufmerksamkeit zusätzlich und tatsächlich sammelten wir die nötigen Punkte. Am Ende unseres Rundganges über das Gelände erhielten wir das Diplom von einer deutschsprachigen Hostess. Außerdem erstanden wir zwei Espressotassen mit Ronchamp-Grafiken, die unsere kleine Sammlung komplettieren werden.

Der Tag war noch jung, so dass wir eine kleine Nachmittagswanderung um das Dorf Esmoulières unternahmen. Der gut markierte Weg war leider größtenteils asphaltiert, was bei den sommerlichen Temperaturen teilweise recht beschwerlich wurde. Einiges erinnerte uns an den Böhmerwald. An einem plätschernden Bach pausierten wir auf einer klappbaren Bank. Diese Art von Picknickbänken sahen wir mehrmals in dieser Gegend, was uns überraschte. Was war der Hintergrund für die Bauweise? Mit einem älteren Paar plauderten wir ein wenig am Gartenzaun. Ansonsten war es sehr still um die Blumen- und Gemüsegärten. Auf Infotafeln lasen wir davon, wie die vielen Étangs/Teiche, die die Gegend prägen, entstanden sind. Sie wurden von Gletscherwasser gefüllt, welches bedingt durch die Granitflächen nicht abfließen oder versickern konnte. Mein Traum von einem erfrischenden Bad wurde nicht wahr, denn die meisten Gewässer waren in Privatbesitz oder viel zu morastig, um darin zu schwimmen. Nach kurvenreicher Fahrt kamen wir am Gîte an, wo unser Gegenüber wieder leidenschaftlich dabei war, Rasen und Hecke zu bearbeiten! Wir nahmen es mit Humor. 🙂

Tag 4 – Rund um La Mer im sog. kleinen Finnland

Unser letzter Urlaubstag begann mit einer Wanderung vom Nachbarort La Mer aus. Nachdem wir ein gutes Stück auf der Landstraße gelaufen waren, überraschte uns ein Strick zwischen zwei Bäumen, der den Zugang zu unserem Wanderweg verwehrte. Nach kurzer Beratung kletterten wir einfach drüber und setzten unseren Weg unbeschwert fort. Schilder mit roten Punkten und der Aufschrift Grimpeur ließen uns rätseln, welche Bedeutung sie wohl hätten. Nach einiger Überlegung kamen wir darauf, dass es was mit Hinweisen für Radler zu tun haben musste. Bergwertung! Genau! Das Trikot des Bergkönigs bei der Tour de France war mit roten Punkten bedruckt. Fröhlich liefen wir weiter und nahmen eine Walddusche unter den Blätterdächern mit musikalischer Umrahmung durch Vogelgesänge der besonderen Klasse. Während unserer Bananenpause wurden wir gemeinerweise von Bremsen und Mücken überfallen, so dass wir rasch wieder aufbrachen und ein Feuchtgebiet durchquerten. Ein kohlrabenschwarzer Bach gluckerte am Weg entlang, bis wir zu mehreren Teichen gelangten. Farn wucherte zwischen den Bäumen, Wasser glitzerte in der Sonne und Seerosen blühten. Idyllisch war es und wir genossen diesen vorerst letzten Ausflug in die üppige Natur.
Den Abend ließen wir auf der Terrasse ausklingen. Der Rasentraktor hatte Pause, so dass es gemütlich wurde. 🙂

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Wandern in Vallée de la Sorgues und auf dem Causse d’Hermilix

Nach vier Wochen war es wieder so weit. Das freie Wochenende dazwischen konnten wir leider nicht auf Tour gehen, da ein ominöser Steinschlag unsere Heckscheibe zertrümmert hatte. Nun also sollte es nochmal auf Wanderschaft gehen und ich hatte ein Ziel im Vallée de la Sorgues auserkoren. Außerdem sollte es wieder einen Dolmen zu bewundern geben. 🙂 Birgit fuhr uns nach Versols, wo ich sie zu einem Parkplatz am Flüsschen leitete. Später sahen wir, dass der Platz überflutungsgefährdet sei. Nun ja, nach Starkregen sah es nicht aus. Wir hatten sogar Glück und es blieb den ganzen Tag trocken, trotz Regenvorhersage.
Wir waren noch nicht weit gelaufen, als Birgit mich fragte: « Wo ist eigentlich das Baguette? » Oh ja, ich hatte das Baguette beim Bäcker schnell auf den Rücksitz gelegt, und da lag es auch noch. So lief ich nochmal geschwind zurück, bevor es endlich wirklich losgehen konnte. Der sanfte Anstieg von knapp 300 Höhenmetern fiel uns recht leicht. Vorbei an einer Farm mit Hundegebell führte uns der Weg zum ersten Dolmen, wo wir auf einer Wiese unsere obligatorische Bananenpause einlegten. Ein Stück weiter sollte es einen weiteren Dolmen geben, der etwas versteckt lag und auch nicht mehr so viel hermachte. Hinter dem Dörfchen Hermilix – wir mussten immer an Asterix und Obelix denken – machte der Weg einen Bogen und der Abstieg begann. Auf halber Höhe liefen wir oberhald des Baches Verzolet zurück zu unserem Ausgangsort. Am Wegesrand genossen wir unser Wanderpicknick mit Chorizo und Käseresten von Birgits Geburtstagsparty. Zurück am Auto verweilten wir noch etwas an der Sorgues, bevor wir die Heimreise mit unerwartetem Stau vor dem Tunnel von Escalette antraten. Wo kamen nur all die Autos her? Dank der verkürzten Arbeitswoche waren wohl viele auf Reisen gegangen. Aber so schön wie wir hatte es sicher kaum jemand! 🙂

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Wandertag im Larzac

Frühlingswetter und für mich arbeitsfrei – zwei Komponenten, die unsere Wanderlust befeuerten. Außerdem fühlten wir uns etwas « unterwandert ». 😮 Ralf hatte mich gefragt, wo ich gern kraxeln würde, und ich schlug die Gegend bei Roquefort vor. So begannen wir den Sonntag am Croix de Crepounac – Kreuz von Crepounac oberhalb von Tournemire. Gleich zu Beginn konnten wir auf eine wunderschöne Landschaft und umliegende Orte schauen. Auf einem Höhenweg liefen wir oberhalb einer Felskante, bis es an einem Abzweig ins Gelände ging. Plötzlich schrie Ralf auf: etwas Grünes huschte an uns vorbei ins Gebüsch. Es war eine Eidechse und wir sollten noch mehrere der leuchtenden Exemplare zu Gesicht bekommen.
Stetig ging es über Blumenwiesen und bald kündigte mir Ralf die erste sog. Ausgrabungsstätte abseits des Weges an. Steil hinauf, durch ein Waldstück, und dann? Hier müsste es sein! Aber außer einem toten Geier und ein paar Steinen war nichts zu sehen von Ausgrabungen. Dies wiederholte sich noch einige Male und als letztes sollte sogar ein Dolmen zu besichtigen sein. Meine Begeisterung hielt sich in Grenzen, aber Ralfs Ehrgeiz war weiterhin wach. Dies wurde belohnt. Tatsächlich befand sich ein beachtliches Bauwerk auf einem abgesperrten Weidegrundstück hinter Buschwerk. So kamen wir doch noch zu unserem Wanderhighlight. 🙂
Am Ende der Wanderung stiegen wir noch einmal zum Kreuz hinauf, um unseren mitgebrachten Kaffee und die Aussicht zu genießen. Ein Paraglider schwebte vor uns und konnte beinahe in unsere Tassen schauen. 🙂 Es knatterte aus dem Tal herauf und bald entdeckten wir eine Kolonne von Motorradfahrern, die dann um uns herum auftauchten. Am Parkplatz blitzten die Maschinen in der Sonne und wurden von einem der Fahrer bewacht. Wir fuhren voller Eindrücke und gut gelaunt heim, wo wir unserer Enkeltochter Nele zum 14. Geburtstag gratulierten.

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Frühlingsurlaub in der Provence/Luberon

Da unser Urlaub zum Jahreswechsel wegen Krankheit ausgefallen war, holten wir diesen nun mit einem Aufenthalt im Luberon nach. Wir hatten eine FeWo im uns bereits bekannten Städtchen L’Isle-sur-la-Sorgue gemietet und einige Ausflugsziele geplant. Auf dem Weg zum Urlaubsort besuchten wir eine Ausstellung der Sammlung von Oscar Ghez im Palais Caumont in Aix-en-Provence. Dort und während der gesamten Fahrt regnete es in Strömen.  An den nächsten Tagen war  das Wetter insgesamt sonnig. Allerdings frischte der Wind immer mehr auf, bevor es am Tag der Abreise zu einem empfindlichen Temperaturabfall kam.

Tag 1: Montag, 23.3.2026

Für den ersten Urlaubstag war eine Wanderung durch die Veroncle-Schlucht geplant. Den kleinen, unscheinbaren Wanderparkplatz fanden wir nach kurzer Zeit und hatten von dort einen schönen Blick auf das Dorf Gordes sowie auf blühende Kirschbäume. Ein junges Pärchen gesellte sich zu uns und es stellte sich heraus, dass sie aus England kamen, um die Gegend hier zu entdecken. Wir unterhielten uns kurz und gingen dann jeder seiner Wege. Steil hinab führte ein Pfad in die Schlucht bis zu einer Mühlenruine. Von dort kletterten wir ein Stück hinauf, bis wir zu einem schmalen Weg gelangten, der völlig überschwemmt war. Vor uns lief bereits eine drei-köpfige Familie und wir bemerkten, dass sie barfuß durch eine Wasserstelle wateten. Wir taten es ihnen gleich und erlebten so eine unfreiwillige Kneippkur. Danach musste eine Leiter erklommen werden, um die Wanderung fortzusetzen. Ich war bereits oben, als mir die drei wieder entgegen kamen. « Oh, geht es nicht weiter? » fragte ich. « Zu viel Wasser, zu gefährlich! » bekam ich zur Antwort. Ihr Akzent verriet mir, dass es sich nicht um Franzosen handelte und ich fragte, woher sie kommen. Sie waren aus Kanada, also wahrscheinlich Wildniserfahren. Ich rief Ralf zu, er solle unten bleiben, weil wir abbrechen müssten. Ich stieg sehr vorsichtig wieder hinab und schweren Herzens drehten wir um. Der Tag war noch jung und so begaben wir uns auf eine zweite Wanderung in den Zedernwald.

Zunächst bestand der Wald fast nur aus Kiefern und besonders ich fragte mich, wieso das Gebiet Zedernwald hieß! Es ging stetig bergauf und auf einmal waren sie da: Die Zedern und die tollen Blicke aufs Umland. Am Wegesrand blühten Orchideen, Traubenhyazinthen und der von uns so genannte falsche Ginster. Am Belvedere machten wir Picknick. Danach ging es ziemlich kraxelig bergab bis zur Pestmauer. Diese war im Jahre 1721 errichtet und von tausenden Soldaten bewacht worden, um die Ausbreitung der Pest auf die damalige Grafschaft zu unterbinden. Wir wanderten 1100 m weiter an ihr entlang und staunten über ihren gut erhaltenen Zustand. Nach der Rückkehr ins Ferienhaus bot Ralf an, für das Abendessen zu sorgen. Er kaufte ein und es gab Pizza mit Rotwein zum Ausklang des spannenden Wandertages.

Tag 2: Dienstag, 24.3.2026

An einer Klosteranlage fuhren wir auf einen als privat markierten Parkplatz, der aber nicht nur für die Besucher des Klosters Notre-Dame de vie angelegt worden war. Von dort sollten wir lt. Komootine eigentlich einer Straße folgen, aber ich entdeckte einen unscheinbaren Wegweiser mit der Aufschrift Chemin Estive – Sommerweg. Dieser Weg führte an einem Bach entlang und war viel schöner als die Straße. Bald kamen wir zum Abzweig und mussten erste Wasserlachen umklettern. Der Boden an trockenen Stellen der Schlucht war übersät von Steinen und immer wieder zwangen uns Wasserbecken zu artistischen Einlagen. Schließlich beschlossen wir umzukehren und einen anderen Wanderweg oberhalb der Schlucht zu nehmen. Ein kräftiger Anstieg führte bis zu Felsformationen, über die wir kraxelten. Zuvor stärkten wir uns in einem Thymianfeld und hielten immer wieder Trinkpausen ab. Der von Schnee bedeckte Mont Ventoux kam ins Bild und gleich fühlte sich die Luft kälter an. Unser Wanderweg war gesäumt von Weinfeldern, Mininarzissen, Obstbaumanlagen, Kiefern sowie weißen Eichen. An einem Borie – typisches Steinhaus in der Provence, ruhten wir beim Picknick aus. Danach begann der sehr steinige Abstieg bis zum gemütlichen Sommerweg. Auf der Terrasse des Ferienhauses gab es Käffchen und Madeleines. Nachdem wir uns ausgeruht hatten, fuhren wir in den Ortskern von L’Isle-sur-la-Sorgue, um durch die verzweigten Gassen zu spazieren.

Der Ort ist geprägt von den Abzweigungen der Sorgue, von Kanälen und zahlreichen noch vorhandenen Wasserrädern. Es gab und gibt viel Textilindustrie. Uns erschreckten die knatternden, stinkenden Motos sowie die rasenden Autofahrer in den labyrinthischen Gassen, was den Genuss des Spaziergangs etwas beeinträchtigte. Viele Restaurants waren noch geschlossen, so dass wir ein lustiges Resteessen mit Quiche, Pizza, Käse und Rotwein in unserem Domizil veranstalteten.

Tag 3: Mittwoch, 25.3.2026

Den für mich absoluten Höhepunkt der Frühlingsreise bildete der Wandertag in und um Fontaine-de-Vaucluse. Hier entspringt die Sorgue, die später in die Oevèze und die Rhône mündet. Die Quelle befindet sich am Fuße einer 240 Meter hohen Klippe in der Mulde eines geschlossenen Tals, lateinisch „Vallis Clausa“, das 1793 dem Departement Vaucluse seinen Namen gab. Die Sorgue wurde ob ihres Wasserreichtums (mit einem Gesamtfluss von 630 Millionen m³ pro Jahr ist sie die größte in Frankreich und eine der größten der Welt) von den Menschen in viele Abzweigungen geteilt, so dass es wohl niemals Wassermangel in ihrem Gebiet gab und geben wird. Leider kann die Grotte mit der Quelle nicht mehr besichtigt werden, da das Kalkgestein brüchig geworden ist und Abstürze drohen. Das Sicherheitsrisiko ist zu hoch und daher ist der Zugang bis auf weiteres gesperrt.
Wir begannen den Tag mit dem Aufstieg zur Burgruine, der wieder einiges an Sportlichkeit abverlangte. Von oben wurden wir wiederum mit einem tollen Weitblick belohnt. Der Abstieg gestaltete sich deutlich sanfter und lieblicher durch den frühlingsgrünen Berghang. Am Ende des Weges standen wir vor einem Garten, der uns mit Anemonenblüten in vielen Farben entgegenleuchtete.
Anschließend wandelten wir durch eine unterirdisch angelegte Galerie mit Boutiquen, bis wir nah an die Quelle der Sorgue gelangten. Auf dem Rückweg zum Auto beratschlagten wir, wie der Tag weiter verlaufen sollte. Ich behauptete felsenfest, dass wir irgendwo sicher eine Crêperie fänden zum Pausieren und Schnabulieren. Ralf blieb skeptisch und das war gut so!

Wir fuhren also weiter zum Künstlerort Pernes-les-Fontaines. Im Ferienhaus hatte ich eine Broschüre entdeckt und gelesen, die die einzelnen Künstler, die sich hier niedergelassen hatten, mit ihren Ateliers und Gewerken beschrieb. Dort wollte ich gern mit meinem Liebsten flanieren.
Ralf hatte sich am Morgen vorsichtshalber eine Notschnitte bestellt, die er vor dem Spaziergang verspeiste. Später fuhren wir nach Carpentras, wo es Galettes und Cidre auch noch am Nachmittag zu essen gab. 😉
Pernes-les-Fontaines ist ein charmanter Ort am Flüsschen Nesque mit einem Uhrenturm, einer Kirche und dem Sonnenpfad. Die Sonne ist im Wappen enthalten und hilft, den Weg zu den Künstlerateliers zu finden. Wir besuchten gleich zu Beginn eine kleine Werkstatt, in der eine junge Frau Bücher restauriert und Bücher in vielerlei Formen zum Malen, Schreiben, Aquarellieren aus selbst geschöpften Papier herstellt. Wir kamen schnell ins Gespräch und erhielten interessante Einblicke in ihr Metier. Zum Schluß erstanden wir zwei ihrer Büchlein und freuten uns auf weitere Begegnungen. Diese blieben leider aus, da einige der Ateliers, die uns interessiert hätten, geschlossen waren. Dennoch war es ein schöner Spaziergang auf dem Sonnenweg und im Sonnenschein.

Den stürmischen Abschluss des erlebnisreichen Tages bildete die Besichtigung der Schlossruine von Thouzon. Diese wird seit vielen Jahren von Freiwilligen saniert und befindet sich jedoch in Privatbesitz. Wir wurden ordentlich durchgeweht, konnten aber noch einmal wunderbar über die Landschaft des Luberon blicken.

Tag 4: Donnerstag, 26.3.2026

Das Thermometer bestätigte am Morgen den vorhergesagten Temperatursturz und auch der Wind hatte deutlich zugenommen. Nachdem wir unsere Sachen im Auto verstaut und die FeWo besenrein verlassen hatten, begegneten wir auf dem Parkplatz noch der Vermieterin. Sie erkundigte sich, ob alles in Ordnung war und wünschte uns eine gute Heimfahrt.
Auf dem Rückweg nach Montpellier,machten wir Station in Le Thor, einem kleinen Ort mit Wasserrädern und einem imposanten Stadttor. Da es doch recht ungemütlich geworden war, hielten wir uns nicht allzu lange dort auf. Lediglich in der Kirche kamen wir zu Atem. Dort erhielten wir einige Hinweise zu Fotos von Skulpturen, die wir aber im Inneren nicht finden konnten. Missverständnis? Eine quirlige Schulklasse, der wir ein weiteres Mal im Ort begegneten, trat ein und wir wurden freundlich von jedem Einzelnen gegrüßt.
Die Fahrt nach Hause verlief ohne Komplikationen und als erstes stellten wir die Heizung an, denn auch hier war es deutlich kälter geworden.

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Auftakttour mit dem Fahrrad

Nach einem Regen- und sturmreichen Jahresbeginn wurden die Temperaturen milder. Ich präparierte mein Fahrrad und fuhr am Mittwoch erstmals mit ihm bis zum Pilatesstudio. Das machte viel Freude und so beschloß ich, meinen Radius auszuweiten. Zu erkunden gibt es genug! Mein heutiges Ziel war der neue Untergrundparkplatz für Fahrräder am Place de la Comédie. Ich bekam sogar fachkundige Beratung, wo ich nicht lang sollte und wo es für Radlerfreunde erlaubt sei zu fahren. Nachdem ich ordnungsgmäß eingeparkt hatte, begab ich mich zu Fuß auf den Stadtmitteplatz. Ich kam nicht umhin, dem neu eröffneten, dänischen Schnulliladen einen Besuch abzustatten und war angenehm überrascht. Anschließend schlenderte ich zur anvisierten Fotoausstellung im Polygone. Weshalb standen dort Mütter und Väter mit ihren Kleinkindern Schlange? Ah, das neu inszinierte Kunsterweckungszentrum hatte hier sein Domizil. Interessant. Die Fotos in der Galerie haben mir sehr gut gefallen. Ich schmunzelte das eine oder andere Mal und freute mich, wenn ich etwas wiedererkannte. Anschließend lief ich zurück zum Rad und daheim erwartete mich ein leckeres Essen, was ich nur aufwärmen musste. Das war hoffentlich nicht mein letzter Ausflug in die Umgebung.

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Anwandern in der Garrigue

Der ungewöhnlich feuchte Winter ließ uns bis jetzt zu keinen Wanderausflügen aufbrechen und es stand zu befürchten, dass unsere Beine Rost ansetzen. Doch endlich kündigte sich ein wanderfreundliches Wochenende an. Doch wohin sollte die Fahrt gehen? Irgendwas mit 300 Höhenmetern und 10 bis 12 Kilometer Distanz waren gewünscht. Da ließ sich was passendes im Gard finden!
Wir fuhren in die 1000-Seelen-Gemeinde Saint-Dionisy westlich von Nîmes. Am Dorfrand erstreckte sich ein langgestreckter Hügel, den schon die Römer besiedelten. Wir bestaunten die gut erhaltenen Reste des Oppidum de Nages und wanderten auf Schlängelwegen durch die garriguebewachsenen Hügelflanken. Dabei kamen wir an etlichen Bories, den typisch ländlichen Hütten aus Trockenmauerwerk vorbei. Deren vielfältige Bauformen sind immer wieder einen Besuch wert. Diesmal fanden wir auch eine Hasenfalle und einen Hasenzwinger an einem der Bories. Ursprünglich wurde der Begriff « Borie » für die Trockenmauerhütten in der Provence benutzt. Für die Bauten auf unserer Wanderung wies die Beschilderung den allgemeineren Begriff « Cabane » aus. Im Languedoc ist ansonsten auch der Begriff « Capitelle » üblich. Und in Italien kennt man solche Bauten unter dem Begriff « Trullo« , wobei dort der Übergang zu « richtigen » Wohnhäusern fließend ist. Man sieht, es ist eine Wissenschaft für sich. 🙂
Nach Bananenpause mit Fernblick – vom Mont Ventoux bis zu den Pyrenäen! – und Picknick am Borie führte uns ein letzter Schlenker nach Langlade, einem Dorf mit hübscher Windmühle. Am Ende hatten wir knapp 13 km und 340 Höhenmeter bewältigt – ein schöner, gelungener Auftakt für die Wandersaison 2026!

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Die vermaledeite Silvesterreise

Zum Jahreswechsel hatten wir wie schon manch Jahr zuvor eine kleine Reise geplant. Dieses Mal sollte es ins Var nach Six-Fours-les-Plages gehen, wo wir ein hübsches Häuschen am Hang mit Blick zum Meer gemietet hatten. Leider verschob sich aber unsere Anreise, da Ralf zunächst zu Heiligabend erkrankte und am Folgetag auch noch von einem Hexenschuss niedergestreckt wurde. So erreichten wir unser Ziel erst zwei Tage später als geplant.
Am ersten Tag machten wir uns direkt vom Ferienhaus aus auf den Weg zur Steilküste, wo sich ein herrlicher Blick übers Mittelmeer bot. Wir folgten dem « Sentier littoral » (Küstenwanderweg) westwärts, bis wir zu den Insels Petit und Grand Gaou kamen, die wir auf schmalen Pfaden umrundeten. Es wehte ein recht eisiger Wind. Als wir auf einen etwas windgeschützten Picknickplatz trafen, nutzten wir die Gunst des Augenblicks für ein kurzes Picknick. Wieder auf dem Festland, schlenderten wir am Hafen von Le Brusc an alten Fischerbooten vorbei. Kurz darauf erblickten wir eine Crêperie – da konnten wir nicht widerstehen und wurden gut bewirtet mit Galettes und Cidre chaud (Glühapfelwein). Auf dem Rückweg kauften wir noch ein paar Lebensmittel. Im Ferienhaus angekommen, bereiteten wir anschließend den traditionellen Kartoffelsalat zu, denn tags darauf war Silvester. Doch oh Schreck, am darauffolgenden Morgen war Birgit erkrankt, so dass wir uns zur vorzeitigen Abreise entschieden und die Silvesternacht in unseren heimigen Betten in getrennten Schlafzimmern verbrachten…

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Sonderfahrt nach Tübingen

Da uns aus Tübingen besorgniserregende Nachrichten erreichten, machten wir uns kurzentschlossen auf die Reise. Einige Erledigungen lagen an, Treffen und Termine. Doch es blieb auch Zeit für einen Spaziergang über den Weihnachtsmarkt, auf dem regionale Anbeiter und Vereine allerlei Handgemachtes anboten, eine Stippvisite zur Psychologischen Sammlung der Universität und ein Besuch der James Rizzi-Ausstellung im Neuen Kunstmuseum Tübingen. Besondere Freude machte uns der Waldspaziergang durch den Naturpark Schönbuch, wo wir dem geologischen Lehrpfad folgten und einiges über die urzeitliche Flora und Fauna erfuhren. An der Schutzhütte unweit des Olgahains herrschte großes Hallo, als eine Wandergruppe des Alpvereins Einkehr hielt und uns zu Glühwein und Lebkuchen einlud. Das war eine schöne Begegnung! Beschwingt und frohen Herzens kehrten wir zurück nach Hause…

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Willkommen zum 37. Parcours durch die Ateliers von Montpellier!

Alle Jahre wieder – im Frühling und im Herbst – laden die Künstler und Künstlerinnen von Montpellier zu einem Rundgang durch ihre Ateliers ein. Für uns ist dies immer wieder eine Quelle der Entdeckung und der Inspiration. Am Samstag liefen wir zuerst zum städtischen Ausstellungsraum Saint Ravy im Herzen des Ecusson, um uns einen Überblick über die verschiedenen Künstler und ihre Werke zu verschaffen. Der diesjährige Herbstrundgang stand im Zeichen der „Pflanzenwelt“, einem schönen Thema, zu denen den beteiligten Künstlern und Künstlerinnen allerlei eingefallen war. Als erstes Atelier steuerten wir das Domizil von Elisabeth Girard und Jean-Claude Toquebiol an der Esplanade Charles-de-Gaulle an. Von dort liefen wir weiter nach Beaux Arts und fanden in einem Wohnhaus das Atelier von Claudia G., die sich in verschiedenen Techniken verwirklicht. Das war ein schöner erster Eindruck und machte Lust auf mehr tags darauf.

Am Sonntag führte uns der Parcours von Les Arceaux durchs historische Zentrum zurück nach Boutonnet. Als erstes entdeckten wir ein Pärchen, das gemeinsam spielerische, kinetische Miniaturen bastelt, wobei sie für den künstlerischen Aspekt und er für die technische Umsetzung verantwortlich ist. Das war ein witziges Erlebnis mit netter Konversation. Danach besuchten wir das Atelier von Isabelle Lecarpentie, deren Collagen uns schon im Jahr zuvor sehr gefallen hatten. Das nächste Atelier zeigte nicht nur schöne Bilder und Grafiken, sondern bot auch einen schönen Ausblick auf den Parc Peyrou. Erica Stefani zeigte neue Mosaiken und auch den japanischen Künstler Shan-Shan kannten wir bereits von früheren Atelierbesuchen. Durch die Rue Saint-Guilhem querten wir die Altstadt und liefen zurück zu unserer Residenz, in deren Nähe wir die englische Keramikerin Helen kennenlernten, auf deren Hof gerade die letzten gebrannten Stücke geborgen wurden. Das waren wieder tollen Rundgänge und wir freuen uns schon aufs nächste Mal!

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An der Avy-Quelle in Grabels

Unsere freien Wochenenden nutzen wir in schöner Regelmäßigkeit, um zu kleineren oder größeren Wanderungen aufzubrechen. Nicht immer muss man in der Ferne schweifen! Auch unsere nähere Umgebung bietet immer wieder Ziele, um etwas neues zu entdecken – oder wiederzuentdecken. So fuhren wir an den nördlichen Stadtrand von Montpellier und parkten unser Auto am Flüsschen Mosson in Grabels. Durch Garrique-Gelände ging es bis an den Rand von Les Hauts de Fontcaude und anschließend wieder hinab zum Mosson. Dem Wasser folgten wir stromaufwärts zurück zum Parkplatz, wobei wir noch die Quelle des Avy, einen winzig-kurzen Nebenfluss des Mosson, inspizierten. Schon Hannibal soll mit seinen Elefanten durch diese Gegend marschiert sein. Nun ja, wer weiß dass schon. Nichtsdestotrotz hat es Spaß gemacht und wir fanden Freude an den verschiedenen Farben des Herbstes. Schaut selbst!

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