Sommerurlaub 2025 – Etappe 1

Der diesjährige Sommerurlaub stand unter einem besonderen Stern und er wurde etwas ganz besonderes. Zur Vorgeschichte: Ursprünglich hatten wir drei Reiseetappen geplant, die aus Besichtigungen einiger Schlösser an der Loire, der Insel Groix in der Bretagne und Wandern in den Pyrenäen bestehen sollten. Sozusagen in letzter Minute bemerkten wir beim Durchsehen der Reiseunterlagen, dass wir uns bei der Unterkunft an der Loire « verbucht » hatten. Es handelte sich lediglich um ein Zimmer ohne Küche und nicht um ein Appartement, wie wir es gedacht hatten. Dank der günstigen Fristen konnten wir noch alles ohne Verluste stornieren und beschlossen, erstmal zu Hause zu bleiben, um in Ruhe zu überlegen, wie wir die erste Urlaubswoche gestalten könnten. Dies erwies sich letztendlich als vorteilhaft, da wir in Ruhe packen konnten und schließlich mit etwas Verspätung am 19. Juni 2025 in Richtung Bretagne losfuhren. Bevor wir dort auf die Île de Groix übersetzten, gingen wir noch ein wenig auf Entdeckung. Habt ihr Lust mitzukommen?

Etappe 1: Fahrt nach Berry-Bouy/Bourges über Blesle und Charroux

Stippvisite in Blesle und Charroux, zwei von über hundert plus beaux villages de France (schönsten Dörfern Frankreichs).

Beide Orte gefielen uns gut. Am Ufer des Flüsschens Sianne nahmen wir unser kleines Urlaubspicknick ein und erfreuten uns an den zart blühenden Malven, die uns noch desöfteren während unserer Reise begegnen sollten.
In Charroux bestaunten wir besonders den Kirchturm ohne Spitze. Diese war durch einen Blitzschlag im 16. Jahrhundert zerstört worden und wurde nie wieder restauriert. Aberglaube? In einer Keramikwerkstatt erstanden wir unsere ersten Souvenirs: zwei Espressobecher, deren Verzierungen uns immer an Strand und Meer erinnern werden.

Ankunft in Berry-Bouy war gegen 18h. Ein großer Park, in dem bemerkenswerte Bäume wuchsen, ein Pool, der zum Entspannen einlud, sowie ein Garten mit Himbeersträuchern umgaben das Haus, in dem sich unser geräumiges Ferienzimmer befand. Charmant begrüßte uns die Dame des Hauses, die uns aufforderte, alles zu nutzen, was sich auf dem Gelände befand. So nahmen wir ein Bad im wohltemperierten Schwimmbecken, bevor wir auf einer der Terrassen unser mitgebrachtes Abendessen verspeisten. Wir durften auch den Kühlschrank benutzen, was bei den hochsommerlichen Temperaturen von großem Vorteil war.
Am Morgen beim Frühstück gab sie uns wertvolle Tipps und eine Landkarte für unseren geplanten Stadtrundgang durch Bourges. Sie empfahl uns einen Spaziergang durch die Marais – die Schrebergärten – zum Abkühlen, denn es waren bis zu 38°C angesagt. Dies nahmen wir dann dankbar wahr, nachdem wir das Haus von Jaques Coeur, dem reichsten Mann Frankreichs um 1400, der durch eine Intrige gestürzt wurde und niemals in diesem Haus lebte, besichtigt hatten. Zuvor wandelten wir durch die Gassen und bewunderten sowohl die Fachwerkhäuser als auch die Bauten aus der Renaissance. Mit leckeren Galettes in der Crêperie « Mamie Bigoud » stärkten wir uns, bevor es in die Kathedrale Saint-Étienne ging. Wir nahmen an einer interessanten Führung durch die Krypta, die nicht wie gewohnt unter der Erde, sondern auf ebener Erde angelegt wurde, um einen immensen Höhenunterschied beim Erweiterungsbau der Kathedrale zu überwinden, teil. Besonderheiten waren ein Meridian, die sehr bunten, comicartig gestalteten Kirchenfenster auf drei Etagen sowie der Baustil, denn es gab kein Kirchenschiff. Um Bourges herum sahen wir viele goldene Getreidefelder, aber keine Weinfelder. Am Abend badeten wir noch einmal und aßen Quiche auf der Terrasse. Die erste Etappe ging bei einem internationalem Frühstück mit einem Paar aus Holland, einem französischen und uns als deutschem Paar zu Ende. Wir wünschten uns gegenseitig gute Weiterreise und starteten in Richtung Vannes, dem nächsten Übernachtungsort auf dem Weg in die Bretagne.

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Festival der Architektur in Montpellier

Und hier ein weiterer kurzer Einblick in das kulturelle Leben in unserer schönen Metropole Montpellier. Alljährlich findet das sog. Architekturfestival statt. In diesem Jahr standen die Installationen in den Höfen unter dem Motto: Gourmandise – Köstlichkeiten. Es hat wieder viel Freude gemacht, dem Kunstpfad zu folgen.

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Geradelt und spaziert

Bei angenehmen Frühsommertemperaturen holte ich heute mein Fahrrad aus dem Keller. Ich hatte mir vorgenommen, den neuen Radweg entlang der zukünftigen Straßenbahnlinie 5 auszuprobieren. Die Trasse führt auch an Ralfs Wirkungsstätte, dem IRD vorbei. Ein Spaziergang durch den Park am Zoo stand ebenfalls auf meinem Fitnessprogramm. Ich kann sagen, dass die Piste allerlei Gefahren birgt. Einige Schlenker, jede Menge Ampeln und Übergänge, bedingt durch Ausfahrten sowie Zugänge zu den verschiedenen Uni-Gebäuden müssen beachtet werden. Vor dem Kino gibt es keinerlei Geländer oder Absperrungen – wird da noch was installiert? Den Eindruck habe ich momentan nicht und ich könnte mir vorstellen, dass dies in Deutschland so nicht möglich wäre. Im Moment laufen die Fußgänger dort ohne Acht zu geben auf den Gleisen und werden sich dann ganz schön umstellen müssen, wenn die Bahnen fahren werden. Mal sehen!
Im Park arbeiteten, so wie in unserer Residenz heute, die Gärtner mit lautem Gerät und mähten alles um. Ich war fast die einzige Spaziergängerin. Nach der Runde fuhr ich heim und bewunderte die ersten Oleanderhecken in ihrer Blütenpracht.

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Sonntagsspaziergang mit Überraschungen

Mein Liebster war auf Reisen in Berlin und Brüssel, so dass ich das WE frei gestalten musste bzw. konnte. 🙂 Ich hatte gelesen, dass das Carré Sainte-Anne nach längerer Restaurierung wieder eröffnet wurde. Darauf war ich neugierig und ich spazierte durch die sonntäglichen Gassen von Montpellier. Als ich an der Kirche ankam, war sie zu meiner Überraschung geschlossen! Etwas enttäuscht begab ich mich an der Baustelle vor der Präfektur vorbei auf den Heimweg. Einen Abstecher in den Botanischen Garten ließ ich mir nicht nehmen. Dort bewunderte ich einmal mehr die vielen schönen Blüten und das in diesem Jahr besonders üppige Grün.

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Überraschungsreise ins Land der Katharer

Als Geburtstagsüberraschung hatte meine Liebste eine Reise ins Land der Katharer organisiert und mir damit einen langgehegten Wunsch erfüllt. Lasst euch mitnehmen auf diesen Ausflug zurück in eine geschichtsträchtige Zeit.

Samstag, 17.05.2025: Limoux – Abbaye de Saint-Hilaire – Abbaye d’Alet-les-Bains
Bereits während der Anfahrt gab es so einiges zu entdecken. Nach gemütlicher Fahrt steuerten wir zunächst Limoux an, wo wir nach einem Spaziergang ans Ufer der Aude schließlich in einer kleinen, aber feinen Crêperie einkehrten. Einigen mag der Ort Limoux etwas sagen, denn dort werden seit langer Zeit bekannte Schaumweine produziert: Blanquette de Limoux, Blanquette méthode ancestral und Crémant de Limoux. Interessant waren auch die farbenfrohen Tücher, die in den Gassen als Sonnenschutz aufgehängt waren.
Gut gestärkt fuhren wir auf kurvenreicher Straße nach Saint-Hilaire, um die dortige Benediktinerabtei zu besichtigen. Doch wo soll sie sich befinden? Wir parkten am Fluss und liefen ein Stück zurück. Offensictlich waren wir aus ungewöphnlicher Richtung angereist, weshalb wir keines der Hinweisschilder erblicken konnten. Wir schlenderten durch die ehemalige Abteikirche aus dem 13. Jahrhundert, den Kreuzgang aus dem 14. Jahrhundert, die Abtswohnung mit einer bemalten Holzbalkendecke aus dem 16. Jahrhundert sowie durch die in den Felsen gehauenen Vorratsräume. Dort soll 1531 der erste Schaumwein der Welt zufällig entstanden sein, heute als Blanquette de Limoux bekannt.
Da wir noch gut im Zeitplan lagen, hielten wir auf der Weiterfahrt auch noch in Alet-les-Bains an. Wir besichtigten die Ruinen der Abtei Sainte-Marie, zwei Stadttore und ein paar Fachwerkhäuser aus dem 12. und 14. Jahrhundert. Danach fuhren wir zum Ziel unserer Reise, der Herberge « Les Eaux Tranquilles » (Die stillen Wasser) im Doppelort Belvianes-et-Cavirac. Vom Eigentümer und seinen drei Labrador-Hunden wurden wir freundlich begrüßt. Und in seinem parkartigen Garten fanden wir ein schönes Plätzchen für unser abendliches Picknick.

Sonntag, 18.05.2025: Belvédère du Diable
Aufgrund der Wettervorhersagen haben wir die Wanderungen an den Anfang unserer Kurzurlaubs gestellt. Birgit hatte eine Tour ausfindig gemacht, die direkt an unserer Unterkunft starten sollte und uns erst durch den Ortsteil Belvianes und dann zum Belvédère du Diable, dem Teufelsausblick, führen würde. Stetig steigend zog sich der Pfad durchs Gehölz. Bald kamen wir an einen Aller-Retour-Abschnitt (Hin und Zurück), an dessen Ende sich ein Blick ins Tal und auf die gegenüberliegenden Felsen eröffnete. Weiter ging es duch den Wald, wobei wir immer mal weiße Plastikpilze entdeckten, deren Sinn und Zweck rätselhaft blieb. Sollte der Waldweg nachts beleuchtet sein? Wohl kaum. Irgendwann fragte Birgit, wann dann endlich der Belvédère käme? Ja, das war, als wir am Ende des Aller-Retour-Abschnitts ins Tal geblickt hatten. 🙂 Spät am Mittag erreichten wir unsere Herberge, in der wir erneut picknickten mit Birgits leckerem Olivenkuchen. Der Tag war noch jung, doch recht warm. Wir liefen nochmal los, nun ohne Gepäck, und folgten den alten Bahngleisen der Strecke nach Axat, bis wir vor einem Tunnel standen und zur Umkehr gezwungen wurden. Dann folgten wir dem FLuss, dem Oberlauf der Aude, in die entgegengesetzte Richtung und spazierten durch den anderen Ortsteil, Cavirac. Birgit war noch voller Elan und lief noch ein Stück weiter bis zum Wehr, bevor wir gemeinsam über eine Fußgängerbrücke ans andere Flussufer gelangten und zur Herberge zurückliefen. Kurz vorm Ziel wurden noch ein paar Kirschen vom Baum genascht und ein Weg zum Geburtstagsrestaurant erkundet.

Montag, 19.05.2025: Château de Puilaurens und Spaziergang durch Axat
Nach dem Frühstück und einem nettem Gespräch mit dem französischen Paar aus der Region Var rüsteten wir uns für den Tagesausflug. Zunächst hielten wir im Nachbarort Axat, um dort Baguette für das Picknick zu kaufen. Die Bäckerei war leider geschlossen, jedoch befand sich ein Baguetteautomat gleich daneben. Zum ersten Mal probierten wir diese Art der Selbstbedienung von Backwaren aus und hielten wirklich ein frisches Brot in den Händen. Das Picknick war gesichert!
Weiter ging die Fahrt nach Puilaurens, wo wir vom Parkplatz vor der gleichnamigen Burg und vor dem Aufstieg zur selbigen eine Wanderung durch das Waldgebiet unternahmen. Wir versprachen uns schöne Fernblicke, was sich auch bewahrheitete. Der morgendliche Nebel lichtete sich immer mehr und auch vom angekündigten Unwetter gab es keine Spur. Wir genossen die Vogelgesänge, entdeckten viele verschiedene Orchideen und nahmen mal wieder eine Abkürzung à la Ralf. Ich fürchtete mich ein wenig vor einer möglichen Begegnung mit Wildschweinen, denn am Vorabend rannte ein mittleres Exemplar mitten über das Grundstück am Ferienhaus, als wir gerade am Abendbrotstisch saßen. 😮 Eine Blindschleiche stellte sich auf einem der Wanderwege tot und wartete, bis wir sie genug bewundert hatten, ehe sie sich wieder bewegte. Schließlich gelangten wir zurück zum Parkplatz. Vor der Burgbesichtigung hieß es sich erstmal auf dem großzügigen Picknickplatz zu stärken. Mit uns pausierte dort eine große schnatternde Wandergruppe, die später ebenfalls zur Burgruine kletterte.
Der Aufstieg war erwartungsgemäß steil und verlief im Zick-Zack, was der besseren Verteidigung dienen sollte. Überrascht wurden wir auf allen Burgen von Erklärungen in deutscher Sprache! Das war sehr komfortabel! Die Burgruine Puilaurens wird gerade an einigen Stellen restauriert. Interessant war ein sog. Sprachrohr im Turm der weißen Dame, mit dessen Hilfe Kommunikation bereits zu Katharerzeiten in der Burg ermöglicht wurde. Nach ausgiebigem Rundgang und dem Abstieg über einen Naturlehrpfad fuhren wir zurück nach Belvianes. Unterwegs legten wir nochmals einen Halt in Axat ein, weil ich meine Neugier stillen wollte: ein Belvedere am hoch gelegenen Kirchplatz, welches ich am Morgen wahrgenommen hatte, sowie den Bahnhof des Train rouge – Roter Zug galt es zu entdecken.
Pünktlich zur Kaffeezeit waren wir wieder an der Unterkunft. Dort ließen wir uns Käffchen und Gebäck am Ufer der Aude schmecken. Danach frönten wir einer unserer Lieblingsbeschäftigungen, dem Lesen, bis zum Apèro mit alkoholfreiem Bier sowie dem Abendessen, bestehend aus gegrilltem Lamm in Minzsoße (dem Engländer sei Dank!) mit Kartoffeln, Bohnengemüse, Karotten, Käse und Rotwein.

Dienstag, 20.05.2025: Château d’Usson, Pass, See bei Goulours und Grünes Labyrinth bei Nébias
Alles Gute zum Geburtstag, mein Liebster! Ich hatte den Geburtstagstisch gedeckt, aber die Streichhölzer, um die Kerze anzuzünden, wollten nicht funktionieren! Ralf nahm es mit Humor. Nach dem Breakfast, wie immer in Begleitung der drei Labradore und mit englischer Konversation, brachen wir gegen 10h zu unseren Tageszielen auf. Erstes Ziel war die Burg Usson. Zwar war diese, wie wir vor Ort feststellen mussten, wegen Restaurierung geschlossen, aber der Spaziergang hinauf war eine Augenweide. Der Weg war gesäumt von Ginster, Orchideen, Flieder und bereits blühenden Pfingstrosen. Besonders schön waren die Vogelgesänge. Wir warfen einen Blick durch den Zaun auf das Schloss und trabten guter Dinge wieder zum Auto zurück.
In Serpentinen ging es hinauf zu einem Pass. Dichter Nebel und eisiger Wind riefen Erinnerungen an den Islandurlaub 2011 wach. Wir verließen nur ganz kurz das Auto für ein Foto und traten dann die Fahrt hinunter zum See an. Genau dort begann es zu regnen. Aber uns als Wanderfreunde konnte dies nicht verdrießen. Wir wechselten die Schuhe, nahmen die Regenschirme und spazierten ein Stück am Stausee herum. Ein riesiger Lebensbaum ließ uns ebenso staunen wie der Campingplatz mit Ziegen und Hunden. Wegen heftiger werdenden Schauern verlagerten wir die Bananen-Kekspause ins Auto.
Ein weiteres Mal fuhren wir zu einem Pass hinauf. Ein Radlerpärchen hatte sich im Nebel und bei der Feuchtigkeit die Passtraße hoch gekämpft – alle Achtung. Für uns ging die Reise weiter hinab nach Nébias, wo wir nach dem Picknick auf dem Kirchplatz zu einem Abenteuer durch das dortige Felsenlabyrinth aufbrachen. Wie die Kinder kletterten, versteckten, jauchzten wir durch die bemooste Kalkstein-Karstlandschaft. Glücklicherweise gab es Pfeile und andere Symbole, wie orangefarbene Handabdrücke an Bäumen, um nicht völlig verloren zu gehen in dieser wundersamen Landschaft. Über drei Stunden verbrachten wir an diesem mystischen Ort und konnten nicht genug bekommen von den seltsamen Figuren und Plätzen.
Zurück in der Unterkunft wurde geduscht und sich chic gemacht für das Geburtstagsdinner im Restaurant des Hotels « Rose der Pyrenäen ». Einen Schreckmoment erlebten wir an der Rezeption, da meine Reservierung anscheinend nicht auf dem Plan stand. Eine weitere Überraschung erlebten wir dann, als wir plötzlich in deutscher Sprache angesprochen wurden. Es stellte sich heraus, dass eine größere italienische Reisegruppe erwartet wurde und wir die einzigen Gäste, die reserviert hatten, waren. Der Abend klang geschmackvoll mit Lachs, Kartoffel-Fenchelgratin und Weißwein aus. Auf dem Spaziergang zurück zum Haus naschten wir noch einmal von den Kirschen am Wegesrand, bevor wir geschafft und glücklich ins Bett fielen.

Mittwoch, 21.05.2025: Château de Peyrepertuse und Château de Quéribus
Nun hieß es schon wieder Abschied nehmen von dieser sehenswerten Kulturlandschaft mit ihren Burgruinen, Bergseen, Felsen und Wäldern. Doch die Rückfahrt sollte nochmals zweieinhalb Höhepunkte bereithalten!
Unser erstes Zwischenziel war die Burg Peyrepertuse. Diese Ruine einer Felsenburg mit einer Gesamtfläche von 7000 m² ist die größte Festungsanlage der Katharer im heutigen Frankreich. Doch größer als die Cité von Carcassonne, wie vor Ort behauptet, ist sie damit dann doch nicht. Die Burgruine befindet sich auf einem Felsen über dem Tal des Flusses Verdouble in 800 m Höhe und ist aus der Ferne kaum auszumachen. Von den Mauern der Burg bot sich ein toller Blick übers Corbières und hinüber zur Burg Quéribus, unserem nächsten Reiseziel.
Nach kurzer Fahrt erreichten wir den Parkplatz unterhalb der Burg Quéribus. Auch diese Burg erhebt sich majestätisch auf einem Felssporn übers Land. Das besondere war, dass noch einige der alten Gebäudeteile erhalten waren. Wie kraxelten durch alle Räume und Ralf ließ es sich nicht nehmen, auch noch gebückt ins Kellerverlies abzutauchen. Glücklich und voller Eindrücke liefen wir zurück zum Auto, das uns zum nahelegenenen Dorf Maury brachte. Der Name Maury ist berühmt als Weinbaugebiet, in dem mit Portweinen vergleichbare Süßweine hergestellt werden. Wir ließen es uns nicht nehmen, bepackt mit einer Kollektion von zehn Weinen die Rückreise nach Montpellier anzutreten. 🙂

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Rund um das Schloss von Dio

Der Sonntag sollte laut Wetterbericht verregnet und gewittrig werden, während für den Samstag Sonnenschein versprochen wurde. Daher entschlossen wir uns zu einer Wanderung zu Beginn des WE. Dieses Mal sollte es in die Gegend vom Lac du Salagou im Hérault gehen. Bereits die Anfahrt wurde zu einem schönen Erlebnis, denn die Natur war frühlingshaft bunt und blühend. Die ausgiebigen Regenfälle der letzten Wochen verhalfen ihr zu grünen, saftigen Wiesen und frischem Laub an den Bäumen. Eine Wohltat für unsere Augen. Im kleinen Ort Dio, welches von seinem imposanten Schloss aus dem Mittelalter dominiert wird, bewunderten wir die Kirche und zahlreiche Blumenbeete. Von dort ging es steil hinauf zu einem Plateau, wo wir auf einer Bank pausierten. Was für ein schöner Platz zum Träumen und Genießen! Anschließend wanderten wir weiter durch einen riesigen Steingarten mit in voller Blüte stehenden Thymiankissen, zahlreichen Orchideen und weiteren Blumenstauden. Manchmal überkam uns ob der bewaldeten Hügellandschaften das Gefühl, in Thüringen zu sein. An einer Kapelle, die wir schon von früheren Wanderungen kannten, machten wir Rast. Ein Pilgerer ließ sich bei seinem Schläfchen nicht stören und ich bekam sogar eine kleine Schlange zu Gesicht. Von der Kapelle ging es weiter bis zum verschlafenen Ort Valquières und durch rote Mondlandschaften bis kurz vor das Ziel in DIO oder D10? Doch auf einmal war der Weg zu Ende und wir irrten etwas verwundert herum. Nachdem wir beschlossen hatten umzukehren, entdeckte ich plötzlich ein etwas zugewachsenes Schild an einem Baum, auf dem darum gebeten wurde das Tor zum Weg, der ziemlich versteckt war, wieder zu schließen! Gerettet! Wir setzten den recht kraxeligen und nochmals aufsteigenden, felsigen Weg fort und kamen geschafft, aber sehr glücklich am Ausgangsort an. Begleitet wurden wir den ganzen Tag von wunderschönem Vogelgesang, der unseren Seelen sehr gut tat.

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Kraxelei von Garrigues durch die Garrigues

Endlich hatte das Regenwetter ein Ende und die Sonne schien an meinem arbeitsfreien WE. Ralf lotste mich in den kleinen Ort Garrigues, von wo wir auf den Gipfel La Pène kraxelten. Die Wanderung begann in Ortsmitte, wo wir zum ersten Mal einen Baguetteautomaten zu Gesicht bekamen. Wir hatten bereits für unser Picknick vorgesorgt und betrachteten amüsiert das Angebot, welches sich bei unserer Rückkehr wirklich verändert hatte.
Der Aufstieg war doch recht anstrengend, verlief er doch durch ein ausgetrocknetes Bachbett und führte steil hinauf auf sehr steinigen Pfaden. Aber der Blick von oben ist dann jedes Mal tröstlich und wir verspürten wieder einmal den Wanderstolz, die Herausforderung gemeistert zu haben!

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Von Lauret zum Oppidum du Rocher du Causse

Der Frühlich war diesmal ungewöhnlich kühl und feucht, und wenn dann doch mal die Sonne schien, rief die Pflicht ins EHPAD. Aber nun spielte das Wetter endlich mal wieder mit und wir konnten zu einer Wanderung aufbrechen. Vom Örtchen Lauret, wo ich schon mehrmals an einer wissenschaftlichen Tagung teilnahm, erklommen wir zunächst einen Bergsporn mit herrlichem Blick über die Landschaft, bevor wir weiter zum Rand einer Felskante aufstiegen. Nachdem die erste Anstrengung überwunden war, lief es sich zusehens leichter. Stabiles Schuhwerk und die tolle Aussicht taten ein übriges für unsere gute Wanderlaune. Am Oppidum angekommen entnahmen wir den Schautafeln, dass der Ort schon vor 4000 Jahren besiedelt war, wovon auch die vorgefundenen Knochen eines Kindes zeugten. Danach suchten wir ein schattiges Plätzchen fürs Picknick mit Ausblick. Inzwischen war es doch schon ziemlich warm geworden – das Auto zeigte uns später 28 Grad an. Durch waldiges Gelände stiegen wir wieder hinab in die Ebene, querten den Tagungsort Auberge du Cèdre, nahmen kurz Platz in der Bücherstube von Lauret und genossen nochmal das malerische Motif mit Blick zum Oppidum. Alles in allem eine schöne Tour und ein erster Schritt hin zur Sommerfitness. 🙂

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Frühling 2025

Das Wetter in diesem Jahr ist durchwachsen und es regnet sehr viel. An einem der wenigen sonnigen Tage spazierte ich mal wieder durch den Park Meric, der einer meiner Lieblingsorte geworden ist.

Ein weiterer Lieblingsort ist der Lac du Crès, an dem wir zu jeder Jahreszeit spazieren gehen. Heute wurde er wieder einmal zu einem Ziel und ich erfreute mich u.a. an der Poesieausstellung, die mich überraschte sowie an den schönen Wolkengebilden.

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Mal wieder Winterlandschaft genossen!

Vor mehr als 15 Jahren zogen wir nach Südfrankreich, weil Ralf in Montpellier eine Arbeitsstelle in der Forschung gefunden hatte, was ihm in Deutschland verwehrt worden war. Eine seiner ersten Dienstreisen führte damals nach Aussois im Savoie, wohin ich ihn begleiten durfte. Diese besondere Tagung der Biologen findet aller 2 Jahre statt; so auch in diesem Jahr. Ich konnte noch einmal dabei sein und habe die wunderschöne Winterlandschaft so richtig genießen können. Wahrscheinlich war dies das letzte Mal für uns beide.

Tag 1:

Nach der 7h-stündigen Anreise mit dem Bus begannen am Dienstag, den 14. Januar, die wissenschaftliche Tagung und für mich ein paar Urlaubstage. Nach dem Frühstück, wo mich Ralf einigen Kollegen vorstellte, ging ich zurück ins Zimmer und las in meinem Winterschmöker. Gegen 10h kam die Sonne um die Ecke und lockte mich hinaus. Ich begab mich auf einen immer der Nase nach-Spaziergang. Zunächst versuchte ich mich dabei an die mir nicht unbekannte Umgebung zu erinnern. Ich erklomm die Schneepisten mit den verschiedenen Sesselliften und erfreute mich beim Beobachten der Kleinsten auf ihren Skiern. Danach stieg ich hinab ins Dorf, erkannte das Geschäft für Käsespezialitäten wieder, querte das Zentrum in Richtung Kirche und folgte weiter meiner Nase. Schließlich stapfte ich über ein weites unberührtes Schneefeld und stand vor der Imkerei am Ortseingang. Von hier ging es zurück zum Hotel, denn ich wurde zum Mittagessen erwartet.

Von 14h bis 17h hatten alle Tagungsteilnehmer Freizeit, so dass Ralf und ich zusammen auf Schneeschuhtour gehen konnten. Ich hatte am Vormittag Schneeschuhe für ihn ausgeliehen, während ich meine eigenen mit im Gepäck hatte. Bei herrlichem Sonnenschein liefen wir auf schmalen Wegen an einem teilweise zugefrorenen Bach entlang. Dabei mussten wir auch die berühmten sieben Brücken überwinden, die dick mit Schnee bedeckt und unberührt vor uns lagen. Nach dem Ausflug kehrte Ralf zur Arbeit zurück. Ich beschäftigte mich währenddessen mit einer Pastellzeichnung. Abends trafen wir uns alle zum Käsefondue im Restaurant.

Tag 2 :

Der Wetterbericht versprach Sonnenschein und so bereitete ich mich gleich nach dem Frühstück auf eine Morgenwanderung vor. Ich erkor den Monolith zum Ziel. Nachdem ich den Zugang über die Straße absolviert hatte, stellte ich fest, dass der Weg ohne Schneeschuhe nicht komfortabel zu bewältigen sein würde. Leichtsinnigerweise war ich nur mit Wanderschuhen und Stöcken losgegangen. Ich kehrte um und lief mal wieder meiner Nase nach, was im nachhinein eine gute Wahl war. Ich nutzte breit angelegte Wege im Schnee, genoss das Glitzern der weißen Pracht in der Sonne und die frische Winterluft. Mehrmals musste ich mich an Kreuzungen für eine Richtung entscheiden, was eine rechte Kringelei auf der Wanderkarte aufzeichnete. Die Mittagszeit kam näher und ich suchte einen Rückweg zum Ferienhotel. Das Dorf lag vor mir in Sichtweite, allerdings durch eine tiefe Schlucht getrennt. Was tun? Vorsichtig, Schritt für Schritt rutschte, taumelte, glitt ich den schmalen Pfad hinab. Von Kälte keine Spur mehr. Unten angekommen stand ich vor der Eselstation, die sich im Winterschlaf befand. Das Ferienhotel lag nun hoch über mir. Der Aufstieg ließ sich nicht vermeiden, war aber leichter als gedacht. Mit roten Wangen kam ich zum Mittagstisch, wo ich mit Appetit Couscous, gekochtes Rindfleisch und weiße Bohnen verspeiste.

Der Nachmittag gehörte wieder uns beiden. Ralf hatte bereits eine Tour im Kopf, die am Rande von Aussois durch den Wald in Richtung Fort Marie-Christine führen sollte. Bereits der Einstieg wurde zu einer kleinen Herausforderung, denn der ausgewiesene Weg war vom Schnee verschüttet. Wir rutschten seitwärts hinab, schnallten die Schneeschuhe an und los ging’s. Erst ganz gemächlich. Dann begann erneut die Suche nach dem markierten Weg. Ralf hieß mich zu warten und begab sich auf Erkundung durch unberührtes Land. Nach einiger Zeit rief er mich zu sich und behauptete, dass er den geplanten Wanderweg gefunden hätte. Ich war ehrlich gesagt etwas misstrauisch. Ich murmurte vor mich hin, denn von Weg konnte absolut keine Rede sein. Ich sah nur Bäume, unwegsames Gelände und einen Bach. Ri-Ra-Rutsch und ich fuhr auf dem Popo Schlitten bis vor Ralfs Füße. Das Ganze war so absurd, dass wir einfach nur heftig lachen mussten. Nun ging das Abenteuer weiter. Eine Fußspur bezeugte glücklicherweise, dass hier vor uns bereits jemand gelaufen war. Wir stapften über Brücken und Pfade durch ein malerisches Tal, bis es steil und schmal bis zu einem ersten Ausguck aufwärts ging. Wunderschön gewachsene, kräftige Kiefern gaben uns das eine und andere Mal Halt auf den teilweise recht glatten Wegen. Wir erreichten den Gipfel und konnten Aussois aus einer anderen Perspektive betrachten. Nochmals liefen wir durch ein malerisches Waldstück und die Eselsschlucht, die ich am Morgen schon einmal bewältigt hatte. Was für eine Wahnsinnstour, die uns auch wieder als Paar bestätigt hatte. Ralf kehrte zum Meeting zurück und ich fertigte eine weitere Zeichnung an.

Tag 3:

Am Morgen zeigte sich der Himmel bedeckt und es wehte ein eisiger Wind. Ich schrieb einige Postkarten und begab mich gut eingepackt nochmals auf die sog. Piste. Meine Neugier führte mich durch den Ort bis zum Campingplatz. Ich wollte wissen, wo und ob es dahinter weiterging. Tatsächlich: ein breiter, beräumter Weg lud zum Spazieren ein. Dummerweise hatte ich meine Stöcke nicht mitgenommen, was mir später ein wenig Schwierigkeiten beim Kraxeln bereiten sollte. Ich bewanderte das Gebiet, wo mehrere Befestigungen erbaut worden waren. Klettern mag ich ja sehr und so erkundete ich die erste Ruine, von der ich einen schönen Blick übers Tal und zum Fort Marie Christine hatte. Sie lag einen Steinwurf entfernt in der Sonne und ich marschierte direkt dorthin. Vor dem Fort stand eine Infotafel, vor der ich plötzlich stürzte, denn ich hatte das Glatteis unterschätzt. Zum Glück blieb es bei blauen Flecken und einem Schreck. Ich besichtigte nun vorsichtig geworden die intakte Festung und war erstaunt, dass es hier oben sogar ein Restaurant sowie eine Teestube gab! Nachdem ich ein wenig die Ruhe und die inzwischen hervorgekommene Sonne genossen hatte, begab ich mich auf den Rückweg durch den Wald. Ich glaubte, dass ich den Weg von der gestrigen Wanderung wiedererkennen würde. Allerdings gab es mehrere Pfade und ich griff mehrmals in den Schnee, ehe ich auf dem Richtigen war. Zufrieden und voller Erlebnisse kam ich im Hotel an, wo das  Mittagessen schon auf mich wartete . Es gab Entenschlegel mit gedünstetem Chicorée und Kartoffelspalten.

Nach dem Essen bezahlten wir unsere Rechnungen für den Aufenthalt in Aussois und begaben uns ein letztes Mal gemeinsam mit Schneeschuhen auf die Piste. Es wurde eine kleinere, romantische Runde auf dem Plateau. Wir traten kurz in den verschneiten archäologischen Garten ein, bevor es durch ein Waldstück zurück zum Hotel ging. Wir säuberten unsere Raquettes und ich brachte das ausgeliehene Paar zurück. Ralf hörte erneut wissenschaftliche Vorträge und ich nahm eine schöne heiße Dusche. Anschließend las ich in alten Aufzeichnungen und traf mich dann wieder zum Abendessen am runden Tisch mit Ralf und seinen Kollegen. Es kam zu lebhaften Gesprächen über dies und das. Ein angenehmer Abend, den wir beide mit einem Spaziergang durch das beleuchtete Alpendorf beendeten.

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