Zwischendurch nochmal ein bisschen Montpellier …

Nach unserer Urlaubswoche in der Auvergne gibt es heute ein paar Impressionen von der Herbstlandschaft in Montpellier. Die letzten Tage waren sonnig und ich fuhr ein wenig mit dem Rad herum. Einfach losfahren und schauen, wohin das führt – siehe unten. 🙂

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Herbsturlaub. Zweite Station: Auvergne

Tag 1 – Regenspaziergang in die nähere Umgebung

Der erste Tag begann und endete im strömenden Regen. Das Ferienhaus war sehr gemütlich eingerichtet: holzverkleidete Wände, eine schöne Lesecouch, ein Kamin … und ein großes Atelierfenster ließ den Blick frei auf eine Schloßruine sowie ganz viel Natur. So vergnügten wir uns zunächst mit unseren Büchern und Zeitschriften, schnabulierten von unseren Vorräten und träumten von bevorstehenden Unternehmungen. Am Nachmittag schien es etwas heller und trockener zu werden, so dass wir uns wetterfest anzogen, um einen Spaziergang in die nähere Umgebung zu machen. Die Vermieter hatten eine Karte mit Spazierwegen vom Haus aus angefertigt, die wir nutzen konnten. Wir liefen an Weideland vorbei auf einen Hügel mit einer Orientierungstafel. Der Regennebel verhinderte allerdings die Aussicht! Danach spazierten wir weiter bis nach Égliseneuve-près-Billom und von dort wieder zurück zum Haus. Pitschnass und gut ausgelüftet zelebrierten wir eine aufwärmende Teestunde und hofften, dass der nächste Tag trockener werden würde.

Tag 2 – Ausflug nach Ambert (1)

Der Morgenhimmel war verhangen, aber es regnete nicht. Beim Frühstück beratschlagten wir, was wir unternehmen könnten. Wir entschieden uns für die Besichtigung von Ambert. Daran anschließend wollten wir eine Wanderung im Tal der Dore, einem sog. Fluß der Lachse, machen. Nachdem wir die nötige Ausrüstung eingepackt hatten, fuhren wir auf leeren Landstraßen zur Kleinstadt, die wegen ihres kreisrunden Rathauses berühmt geworden war. Betroffen stellten wir im Laufe der Promenade fest, dass Restaurants und einschlägige Geschäfte geschlossen waren, ja, teilweise leer standen. Saisonende? Virus C? In einer der wenigen geöffneten Bäckereien erstanden wir zumindest ein Brot. Nach kurzem Tee-Bananen-Picknick fuhren wir weiter zum Ausgangspunkt der Wanderung, der Kapelle Saint-Just an der Teufelsbrücke bei Giroux.

Tag 2 – Wanderung im Tal der Dore (2)

Willst du mit mir wandern? Diese Kardinalfrage beantwortete ich mit ja. 😉
Los ging es direkt neben einer Bahnstrecke, auf der im Sommer Panoramazüge verkehren; scheinbar ist diese auch mit der Papierfabrik Rossmann verbunden. Schon bald ging es auf einen Hügel mit großzügigen Weideflächen, wo wir u.a. eine Fasanenfamilie aufscheuchten, leuchtende Schirmpilze und Riesenkühe fotografierten. Erstes Herbstgold erfreute uns ebenso wie Einblicke in einzelne Höfe. Dem relativ steilen Abstieg ins Tal der Dore folgte ein erneuter steiler Aufstieg und dann liefen wir weiter auf einem schönen Waldweg bis zum Ausgangspunkt zurück.
Am Abend hörten wir, dass Anne Weber für ihr Buch « Heldinnenepos » den Deutschen Buchpreis erhalten hatte.

Tag 3 – Aufstieg zum kleinen Turluron und Rundgang durch Billom

Als wir vor ein zwei Jahren in der Normandie waren, hatten wir die Einrichtung der « Traiteure » für uns entdeckt. Dort kann man vorgekochtes Essen erwerben, das man anschließend zu Hause nur noch aufzuwärmen braucht. Wie praktisch im Urlaub! Im Urlaubsdomizil hatten wir die Adresse eines solchen in dem nahegelegenen Städtchen Billom entdeckt und beschlossen, zu diesem zu fahren und von dort aus zu einer Wanderung um zwei alte Vulkankegel – den zwei Turlurons – aufzubrechen. Der Traiteur – oder besser die Traiteuse – war schnell gefunden, jedoch wegen Mutterschaftsurlaub geschlossen. Zudem sah das Angebot eher nach Fastfood als nach guter traditioneller Küche aus.
So brachen wir zu unserer Wanderung auf, die uns über teils verschlammte Feldwege führte. Unterwegs sammelten wir Äpfel, Zwiebeln, Knoblauch und Nüsse ein. 🙂 Der Aufstieg auf den kleinen Turluron sollte über einen dermaßen steilen und matschigen Weg führen, dass Ralf daneben über Stock und Stein stiefelte und Birgit einen kleinen Umweg in Kauf nahm. Oben angekommen, standen wir vor einer verschlossenen Kapelle. Stolz fotografierte Ralf durchs Schlüsselloch, um das Bild Birgit zu zeigen, während sie daneben ein riesiges Loch entdeckte, das freien Einblick ins Innere der Kapelle gab. Ja ja, der männliche Tunnel- bzw. Schlüssellochblick. 😉
Wieder am Auto angekommen, machten wir uns zu einem Erkundungsgang durch das kleine Städtchen auf. Leider fing es kurz darauf unerwartet kräftig zu regnen an, was den Genuss doch ein wenig trübte. Im mittelalterlichen Quartier fanden wir ein paar nette Fachwerkhäuser, aber alles in allem war es recht grau und kein Vergleich zu Quedlinburg oder ähnlichen Städtchen in Deutschland. Alles war geschlossen, einige Geschäfte standen leer, irgendwie bestach die Auvergne ein weiteres Mal durch Tristesse. Im Supermarkt fanden wir schließlich ein paar Leckereien, die uns bei der Traiteuse nicht vergönnt waren…

Tag 4 – Wanderung zur Schlossruine Mauzun

Spät aufgewacht, saßen wir beim Frühstück und genossen ein weiteres Mal den herrlichen Blick über den Garten hin zur Schlossruine Mauzun, die das Ziel unserer heutigen Wanderung werden sollte. Zunächst einmal folgten wir dem kleinen Pfad in unserem Grundstück rund um den Ententeich und blickten sehnsuchtsvoll hinauf zur leider verwaisten Sauna. Dann führte uns der Weg an Weideland vorbei zu einem Wäldchen, in dem wir einem Bachlauf bergauf folgten. Unterwegs erblickten wir wie so oft in der Auvergne stattliche Kühe, die gemütlich auf den Weiden standen und dem unfreundlichen Wetter trotzten. Auch wir trotzten dem Wetter und ließen uns nicht unterkriegen! In Mauzun angekommen, näherten wir uns der Schlossruine und nahmen unser Picknick ein. Das muss eine gewaltige Anlage gewesen sein! Auf einer Informationstafel lasen wir, dass im Jahre 2001 ein 30-jähriger Renovierungsplan aufgestellt worden war. Scheinbar wurde dieser aber inzwischen aufgegeben…
Während wir noch das Dorf erkundeten, zogen dicke graue Wolken auf und auf dem Rückweg nahm der Regen dermaßen zu, dass wir uns doch noch die Regenkleider anlegen mussten. Pudelnass, aber frohgelaunt kamen wir in unserem gemütlichen Heim an. Abends sollte es etwas warmes aus dem Backofen geben. Doch dann geschah das Malheur (mal = böse, heure = Zeit)! Der Kunststoffdeckel schmolz über unserem Gericht, obwohl er als hitzebeständig ausgewiesen war. Das Essen konnten wir retten, den Herd leider nicht. 🙁

Tag 5 – Entdeckung von Thiers, Stadt der Messerschmiedekunst

Ralf wollte so gern auf die Höhenlagen der Auvergne fahren, um dort zu wandern. Da keine Wetterbesserung abzusehen war, fuhren wir also zum Pass von Béal. Bei Abfahrt hatten wir grad mal 6 Grad – wieviel würden es da wohl auf 1387 m Höhe sein? Die Fahrt zog sich durch nebelverhangene Wiesen und Wälder immer weiter hinauf. Ausgemacht war, dass bei Schnee umgekehrt wird – in unschöner Erinnerung ans Vercors, wo wir einst unerwartet in heftiges Schneetreiben gerieten und uns nur mühsam Dank Schneeketten retten konnten. Und wirklich, wir waren so auf 1200-1300 m Höhe, als die ersten Flocken tanzten. Wir schafften es noch bis zum Pass, schossen dort ein paar stimmungsvolle Fotos bei 0 Grad Außentemperatur, und kehrten schleunigst in tiefere Gefilde zurück.
Als Alternativziel war die Stadt Thiers auserkoren worden. Dort sollte es einen Rundgang geben, der Einblick in die Kunst des Messerschmiedens gibt. Unterwegs legten wir im Tal der Dore einen Zwischenstopp ein und spazierten durch den hübschen Ort Olliergues mit seinem auf einem Bergsporn gelegenen Schloss und schönen herbstlichen Fotomotiven. In Thiers angekommen, folgten wir dem lehrreichen Pfad mit vielen historischen Erläuterungen. Die ersten Messerschmieden hatten sich im 14. Jahrhundert niedergelassen; sie nutzten das starke Gefälle der Durolle für den Antrieb ihrer Schmiedehämmer. Einige der Fabrikgebäude klebten geradezu wie Schwalbennester an den Felsen. Unglaublich, wie in diesen früher Menschen stundenlang liegend und mit geschlossenen Augen die Klingen an rotierenden Schleifsteinen wetzten. Weiter oben lebten nicht nur die Arbeiter, sondern wurden die Messer in kleineren Werkstätten weiter verarbeitet und verziert. Über die Jahrhunderte brachte das Gewerbe der Stadt viel Ansehen und Reichtum. Mit etwas Engagement könnte es diese historische Fachwerkstatt sicher auf die Liste des Weltkulturerbes schaffen. Für uns war das jedenfalls ein interessanter Tag!

Tag 6 – Vernebelt

Unser letzter Tag in der Auvergne sollte nicht mit Nebel sparen. So starteten wir für ein weiteres Abenteuer in näherer Umgebung. Nach kurzem Shopping in Billom – Brot und Wein – fuhren wir durchs Hügelland der Auvergne. Unterwegs wiesen Wegweiser zum Schloss von Montmorin, dem wir kurzentschlossen einen Besuch abstatteten. Fast 1000 Jahre alt war das Gemäuer, in dem einst Ritter Clarifix hauste. Wie so viele mittelalterliche Anlagen in Frankreich war auch dieses Schloss im 17. Jahrhundert auf Befehl Richelieus zerstört worden.
Ausgangspunkt unserer Wanderung auf dem sogenannten Weg der Druiden war das Dörfchen Fayet-le-Château. Ein wunderschöner Rundweg schlängelte sich durch die nebelverhangene Natur. Immer wieder tauchten mystische Baumriesen aus dem Nebel auf. Wir folgten dem Pfad an Weiden entlang und durch ein Waldstück, das mit unzähligen Felsen übersät war. Wie die Kinder spielten wir Verstecken und träumten uns in eine Welt der Ritter und Hexen… Sicher hätten auch unsere Enkel viel Spaß an dieser Tour gehabt. 🙂

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Herbsturlaub. Erste Station: Insel d’Oléron

Eigentlich wollten wir gemeinsam mit unseren Familien (Peter und Tina; danach Thomas) den Herbst begrüßen, aber Virus C brachte auch dies, wie zuvor einige andere geplante Reisen, zum Scheitern! Wir versuchten das Beste aus der Situation zu machen und begannen kurzerhand nach Alternativen zu suchen. Wir fanden diese auf der Insel d’Oléron sowie in der Region Auvergne. Habt ihr Lust mit uns zu reisen? Lasst euch überraschen!

Tag 1 – Anreise und Ankunft

Nach gründlicher Vorbereitung ging es am Montagmorgen auf die Autobahn in Richtung Atlantikküste. Der Verkehr war flüssig, so dass wir am späten Nachmittag über die Brücke, die das Festland mit der Insel verbindet, rollten. Auf der die Insel querenden Straße ging es weiter bis zur Nordspitze, wo auf einem kleinen Campingplatz ein Bungalow auf uns wartete. Gleich gegenüber unseres Häuschens befand sich ein beheiztes Schwimmbecken, das wir während unseres Aufenthaltes mehrmals nutzten. Nachdem wir uns eingerichtet hatten, führte der erste Spaziergang unweigerlich an die nahgelegene Atlantikküste. Wild und aufbrausend begrüßten uns Wind und Meer – den Sonnenuntergang haben wir leider nie miterleben können – vielleicht beim nächsten Mal?

Tag 2 – Ausflug zu den Wallanlagen von Brouage (1)

Der Morgen war grau und verregnet, was uns Urlauber aber nicht davon abhielt, einen Ausflug zu machen. Mit Wanderschuh und Regenschirm, Teeflasche und Picknick ausgerüstet fuhren wir nach Hiers-Brouage. Eine Zitadelle aus der Zeit des Salzhandels, gegründet 1555 und 1660 schon wieder aufgegeben, war hier zu besichtigen. Ralf meinte: Das Gelände ist übersichtlich; der Spaziergang wird nur eine Stunde dauern! Doch weit gefehlt! Interessante Erklärungen, schöne Blicke über das Meer und die herbstlichen Zeichen in der Natur fesselten unsere Aufmerksamkeit über die estimierte Stunde, ebenso wie eine Ausstellung in der Kirche über die Entdeckung von la nouvelle France = Kanada, hinaus. 🙂 Die Gassen im Ort Brouage waren ausgestorben; die Restaurants fast alle geschlossen – dies sollte uns im Laufe der nächsten Tage immer wieder begegnen!

Tag 2 – Spaziergang im Naturreservat Moëze (2)

Der Regen ließ nach und die Wolken lichteten sich. Die zweite Etappe des Tages führte uns zunächst an den Strand. Es herrschte Ebbe und wir wanderten gegen den Wind zum Naturschutzgebiet Moëze, wo Ralf mit Hilfe von komootine einen Rundgang geplant hatte. Völlig überraschend standen wir vor mit Schranken und dicken Schlössern verbarrikadierten Wegen. Zur Begründung wurde das Virus C angegeben. Nur mit einem Wanderführer könnte man hier laufen – ob dieser eine Abwehrkanone gegen den winzigen Feind hatte?! Für uns waren diese Schließungen unverständlich, zumal auf der gegenüberliegenden Straßenseite ein Spaziergang möglich war!!! Das Angebot nahmen wir schließlich als Ausgleich wahr. Anschließend fuhren wir zum Viaduct und machten eine Kaffeepause in einer Bäckerei. Am Abend begann dann unser Skip-Bo Urlaubsturnier. 😮

Tag 3 – Küstenwanderung zum Leuchtturm Chassiron

Gegen 10 Uhr waren die Wanderschuhe geschnürt und es ging direkt von unserem Häuschen los auf Rund- bzw. Dreieckstour, um die Nordwestspitze der Insel zu erkunden. Zunächst führte der Weg durch Weinbau-Viehzucht-Landschaft hin zum Örtchen Saint-Denis-d’Oléron, der uns mit einer Open-Air-Fotoausstellung zur Dorfgeschichte begrüßte. An der Küste angekommen, konnten wir zum ersten Mal die kleinen, liebevoll gestalteten Holzhäuschen am Strand bewundern. Danach folgten wir der Küstenlinie in Richtung Leuchtturm, erst am Strand, später etwas oberhalb auf bequemen Pfaden.

Unterwegs lernten wir etwas über die traditionelle Schleusenfischerei, der bereits im Mittelalter nachgegangen wurde. Dabei handelt es sich um hufeisenförmige 500 bis 700 Meter lange Steinwälle in der Gezeitenzone, deren Hauptaufgabe darin besteht, Fische zu fangen, die bei steigender Flut in die Schleuse gelangen und dort bei Ebbe, überrascht durch den schnellen Wasserfluss durch die Schleusenöffnung, gefangen werden. So muss der Fischer die gefangenen Fische nur noch einsammeln. 🙂 Darüberhinaus dienen die Steinwälle aber auch als Wellenbrecher, um die Erosion an Klippen und Stränden zu verringern. Mitte des 19. Jahrhunderts gab es bis zu 237 Schleusen, 45 davon in Saint-Denis. Heute gibt es auf der gesamten Insel Oléron nur noch 14 Schleusen, die sie zu einem einzigartigen Kulturerbe machen.

Am Leuchtturm Chassiron angekommen, hatten wir das Glück, ohne Wartezeit sofort die 224 Stufen erklimmen zu dürfen, um von oben die ganze Insel in ihrer Länge zu bewundern. Ein kreisender Militärhubschrauber ließ uns rätseln, wonach dort wohl gesucht wurde – ein gekentertes Boot, vom Ertrinken Bedrohte? Anschließend liefen wir weiter an der Küste entlang, immer mal wieder von kürzeren Pausen und einem kleinen Picknick unterbrochen, bis wir durch eine Dünenlandschaft schließlich wieder zu unserem Feriendomizil gelangten.

Tag 4 – Zum Strand und Wald von Boyardville

Boyardville – Boyard-Stadt – wurde eigens gegründet, um das in der Meeresbucht gelegene Fort Boyard zu bauen, von dem der berühmte französische Festungsbauer Vauban sagte, es sei einfacher, den Mond mit den Zähnen zu fassen als dort eine Festung zu errichten. Zahlreiche Buden am Parkplatz kündeten vom Touristenaufkommen, das in der Saison per Boot zum Fort aufbricht. Da in der ersten Oktoberhälfte keine Boote mehr fahren, war die Stadt jedoch nahezu ausgestorben. Vom Ufer konnten wir das Fort gut ausmachen und uns vorstellen, wie schwer dessen Errichtung gefallen sein muss. Doch als das Fort, das dem Beschuss durch normale Kanonenkugeln widerstehen sollte, fertiggestellt war, war die Artillerie mit explosiven Geschossen erfunden worden. Nutzlos geworden, fungierte es später als Gefängnis, Baustofflieferant und Filmkulisse…

Wir spazierten am goldgelben Sandstrand entlang, Segelboote und Lastkähne zogen langsam vorüber, Birgit machte es sich auf einem angeschwemmten Baumstumpf bequem und zeichnete, während sich Ralf einem Fotoprojekt verschrieb… Später zogen wir voller Eindrücke weiter und bogen in den landeinwärts gelegenen Kiefernwald ein. Kreuz und quer, auf und ab ging’s durchs Hügelland. An einer offensichtlich militärischen Ruine wurden wir skeptisch, aber freundlich vom Sicherheitspersonal darauf aufmerksam gemacht, dass wir uns auf Privatgelände befänden. Nun ja, aus unserer Richtung kommend war dies nicht auszumachen. Wieder in Boyardville angekommen, ließen wir uns auf einer Bank am Hafengelände nieder und verspeisten unser Picknick. Mit einem gemeinsamen Bad im beheizten Pool und einer allabendlichen Partie Skip-Bo ging der eindrucksvolle Tag schließlich zu Ende.

Tag 5 – Spaziergang durch Château d’Oleron (1)

Der letzte Tag auf der Insel war von Sonnenschein und teils sommerlichen Temperaturen geprägt. Genau richtig, um den Teil von Oléron zu erkunden, der nach unserer Meinung den mondänsten und schönsten Teil darstellt. Bereits die Fahrt auf der sog. Austernstraße war ein Genuss! Wir stellten und stellen uns immer noch die Frage, wie die Austern in den Schlammlöchern gezüchtet werden? Eine gut erhaltene Zitadelle gab dem Ort seinen Namen und wurde als erstes von uns inspiziert. Anschließend umrundeten wir das Hafenbecken mit seinen kunterbunten Holzbuden, in denen sich Künstler und Gastronomen niedergelassen haben. Der strenge Geruch nach Austern und Fisch war manchmal durchaus grenzwertig.

Tag 5 – Wanderung zur Pointe de Gatseau und der Pertuis de Maumusson (2)

Der Südzipfel der Insel ist geprägt von Thermalbädern und Kurorten. Im Sommer fährt dort eine kleine Bahn, beinahe über den Strand. Das Wetter war wie gesagt ideal und wir wanderten im Sonnenschein zunächst durch ein von Kiefern geprägtes Waldstück bis zum Strand. Dieser bestach durch seine Weite und Farbigkeit; man spürte, dass die Zeit jeden Moment stehen bleiben könnte. Teilweise fühlten wir uns ganz allein auf der Welt. Erinnerungen an Island kamen auf. Je weiter wir uns den Ortschaften näherten und der Tag fortschritt, desto lebhafter wurde es auf dem Sand. Ein offensichtlich weiblicher Sportwettkampf war im vollen Gange. Wir sahen dem Treiben eine Weile zu und genossen dann unser Picknick auf einem Baumstamm sitzend.
Am Abend schwammen wir ein letztes Mal im beheizten Becken. Morgen würde die Reise in die Auvergne weitergehen!

Tag 6 – Abschied und Cognac

Nach einer kurzen erholsamen Woche mit wunderbaren Erlebnissen nahmen wir Abschied von der Insel Oléron und begaben uns auf den Weg in die Auvergne. Vor ca. 18 Jahren waren wir bereits einmal dort und ich erinnere mich genau an den Nebel über den Vulkanen und das opulente Essen. Ersteres sollten wir auch dieses Mal erleben. 😉
Nachdem wir uns mit Pizza und Kuchen versorgt hatten, fuhren wir aufs Festland und mit uns kamen die Wolken. In Cognac hielten wir spontan für einen Stadtspaziergang an. Außer einem schönen Park um das Rathaus herum dominierten graue Häuser, leerstehene Geschäfte und wenige Spaziergänger. Ein wenig fühlten wir uns an Halle erinnert. In einer kleinen privaten Näherei erstanden wir hübsch genähte Türstopper, die schon seit einiger Zeit auf unserem Wunschzettel standen. Damit wird das Durchlüften der Wohnung zukünftig ohne Türenknallen möglich sein. 🙂
Auf beinahe leeren Straßen gelangten wir zu unserem Ziel – Les Mathieux, wo wir für eine Woche ein schönes Holzhaus mit Kamin und Aussicht auf eine Burgruine bezogen. Leider waren Sauna und Sprudelbad wegen Virus C geschlossen, was uns doch sehr enttäuschte…

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Entlang des Lez

Nachdem wir gestern die Quelle des Lez entdeckt hatten, führte uns unser heutiger Sonntagvormittagspaziergang weiter flussabwärts ans Ufer dieses Flüsschens. Das kleine Naturreservat von Lunaret ist uns immer wieder ein beliebtes Ausflugsziel. Mit dem Bus ist man auch schnell hingefahren, und seit Anfang September dürfen wir die öffentlichen Verkehrsmittel am Wochenende gratis benutzen. Dort angekommen, fühlten wir uns wie in einen tropischen Regenwald versetzt. Auch die Vögel zwitscherten munter und an den kleinen Kaskaden versammelten sich urtümliche Gnome. Birgit fand eine Riesenmuschel und wir lasen wie schon tags zuvor von der Petit-Groppe, einem Fisch aus der Familie der Groppen, der ausschließlich im Quellgebiet des Lez in Südfrankreich vorkommt.

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Was man im Herbst entdecken kann …

Der letzte Tag im September war von Sonnenschein und milden Temperaturen geprägt. Da ich frei hatte, verabredete ich mich mit einer Bekannten aus dem Zeichenkurs zu einem Strandspaziergang. Etwas überrascht waren wir von den zahlreichen unbekleideten Badegästen, denn FKK ist in Frankreich eigentlich verpönt. Nun denn, wir ließen uns nicht ablenken und genossen die Strandidylle u.a. mit einem Tee und Madeleines.

Am Samstag, dem 3.Oktober, gedachten wir dem 30. Jahrestag der Vereinigung Deutschlands und verfolgten einige Radiosendungen zu diesem Thema. Am Nachmittag kam die Sonne hervor und lud uns zu einem Spaziergang ein. Ich wurde zum Wegweiser durch die Domäne Restinclière erkoren und führte uns ungewollt zur Quelle des Lez. Leider gab es dort keine Brücke oder einen sonstigen Übergang – außer, wir hätten die Schuhe ausgezogen und wären durch den Fluß gewatet 😮 – so mussten wir denselben Weg zurück nehmen. Und dann fing es auch noch plötzlich an zu schütten, aber zum Glück war es nur Wasser und wir hatten bequeme Bekleidung an. Das Auslüften tat uns gut. Die ausgleichende Teestunde danach ebenso.

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Herbstwochenende

Isländische Kaltluft strömte über Südengland und die Pyrenäen zu uns und bescherte der Region Lozère ersten Schnee. Auch wir spürten die Abkühlung deutlich und der Tramontane bläst uns seit Tagen wieder kräftig um die Ohren! Am Samstag lüfteten wir uns am Strand von Palavas aus und kamen Dank Ralfs Charme sowie der Freundlichkeit einer Staatsbeamtin um einen Strafzettel wegen nicht gezahlter Parkgebühr herum! Die installierten Parkuhren hatten wir glatt übersehen, oups. 😉

Dem Museum Fabre statteten wir heute Vormittag einen Besuch ab. Dort werden bis zum Januar Werke kanadischer Impressionisten, die z.T. in Paris ausgebildet wurden, gezeigt. Trotz Maskenpflicht waren viele Besucher dort und es tat gut, mal wieder in die Malerei- und Kunstszene einzutauchen. Wie Ralf im Internet recherchierte, war diese Ausstellung zuvor in München gezeigt worden, wo ca. 1000 Personen zur Eröffnung auf Einlass warteten. Da hatten wir es heute doch deutlich besser. 🙂

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Erste Anzeichen vom Herbst

Kurz nach dem kalendarischen Herbstanfang hielt diese Jahreszeit mit Sturm und Temperaturabfall auf 15 °C auch in MPL Einzug. Ich war mit dem Rad und per pedes unterwegs. Dabei wurde ich ziemlich durchgepustet. Käffchen und Fleecejacke halfen beim Aufwärmen.

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4. Etappe Sommerurlaub: Vizille und die französischen Alpen

Nach kurzem Intermezzo im Schwarzwald, unseren Familienbesuchen in Deutschland und einem Zwischenstopp in der Schweiz erreichten wir am 1. September Vizille, einen Ort am Fuße der französischen Alpen nahe Grenoble. Ralf hatte dort nach längerem Suchen eine Ferienwohnung ausfindig gemacht. Herzlich wurden wir von den Eigentümern empfangen und sogleich herumgeführt. Nach dem Auspacken und Einrichten saßen wir noch ein wenig auf der Terrasse und besprachen die Wanderziele für die nächsten vier Tage.

I. Aufstieg zum Lac Brouffier und Abstieg zum Lac Claret

Die erste Wanderung sollte zum Angewöhnen an einen Bergsee, den Lac Brouffier, führen. Nach der Anfahrt auf ca. 1600 Hm spürten wir deutlich die sich ankündigende Herbstkühle und ich vermisste ein wenig Mütze und Handschuhe. 😉 Der Aufstieg war jedoch steil und kraxelig, so dass ich bald auf Kapuze und Zwiebelschalenmontur verzichten konnte. Sehr beeindruckend waren das Wolkenspiel und die Nebelschwaden an diesem Tag. Heidekraut, Disteln, Heidelbeeren und allerlei Gräser boten ein farbiges Wechselspiel. Am See stand ein Häuschen, vor dem ein Esel pausierte. Es gehörte einem Bergschäfer, dessen Tieren wir bereits unterwegs begegnet waren. Auf dem Bergrücken, der sich hinter dem See erhob, sahen wir ebenfalls die Silhouetten der Tiere und konnten ihre blökenden Unterhaltungen verfolgen.
Während wir am Seeufer beim Picknick saßen, spürten wir noch immer Neugier und Wanderlust. Gemeinsam beschlossen wir, den Crête de Brouffier zu erklimmen, was eine herrliche Herausforderung wurde! Unvergessliche Blicke über die Berge, Täler und Seen berauschten uns vor dem beschwerlichen Abstieg. Als wir endlich wieder unten waren, wollten wir noch « schnell » einen Abstecher zum Lac Claret – ca. 400 m vom Parkplatz entfernt – machen. Leider hatten wir beide das Kreuz am Baum, welches eigentlich darauf hinweist, diesen Weg nicht zu benutzen, übersehen. So fanden wir uns auf einem abenteuerlichen, geradezu gefährlich abwärts stürzenden « Weg » wieder. Etliche bange Minuten später erreichten wir den richtigen Wanderpfad und kurz darauf auch den See. Eine kleine Teepause, Durchatmen und diskrete Freude später bestiegen wir das Auto und fuhren erschöpft zurück zur Unterkunft.
Mit einem kräftigen Nudelgericht und einer Runde Skip-Bo beendeten wir den erlebnisreichen Tag. Tags darauf wollten wir es ruhiger angehen!

II. Von der Refuge le Rivobruenti nach Lavaldens und zurück

Nachdem wir am Vortag die 800-Höhenmeter-Marke geknackt hatten, wollten wir es am zweiten Wandertag etwas ruhiger angehen lassen. Unsere Muskeln waren gestärkt, die Gelenke gelockert und die Sonne schien auch an diesem Morgen. Ein Hubschrauber war gerade dabei, Betonteile zu einer Baustelle in den Bergen zu transportieren, als wir am Parkplatz eintrafen. Seine Propellergeräusche weckten Erinnerungen…
Die Vogelbeerbäume mit ihren leuchtenden Früchten begleiteten uns ebenso wie das lilafarbene Heidekraut und die herbstfarbenen Blätter der Heidelbeerbüsche, die in dieser Gegend weit verbreitet sind. Der Aufstieg zog sich langsam ansteigend, in Serpentinen hinauf zu Felsformationen, von wo wir rundherum übers Land schauen konnten.
Wir begegneten Schafherden, die von bellenden, temperamentvollen Hunden bewacht wurden; einige, sich frei bewegende Kühe flößten mir Respekt ein, so dass ich schließlich über den Elektrozaun stieg aus Furcht, sie könnten neugierig werden und mich kennenlernen wollen! Aber sie blieben ruhig kauend auf der Wiese liegen und Ralf konnte sich ein Schmunzeln nicht verkneifen. 😉
An einem steinigen Flussbett machten wir Rast und lauschten dem Sing-Sang der sprudelnden Kaskaden, die zur Zeit recht wenig Wasser führten. Die ausgewaschenen Uferränder zeugten von überstandenen, wilderen Zeiten. Der Rückweg im Sonnenschein verlief ohne Komplikationen und der Tag klang mit Lesestunde und Kartenspiel auf der Terrasse aus.

III. Zwei-Seen-Runde

Auf der Fahrt zur Refugienwanderung entdeckten wir mehrere Seen und in uns regte sich die Frage, ob man dort am Ufer wandern könnte. Mein Liebster studierte alsbald die Karten und fand eine schöne Tour, die zunächst durch Buchenwälder und einen Bergzug über den Seen bis dicht ans Wasser führte. Frohgemut packten wir unsere Sachen; die Badesachen kamen auch mit! Geparkt wurde mitten im Ort Laffrey, wo Napoleon augenscheinlich durchgezogen sein musste, denn es gab einen Platz, eine Straße und sogar ein Reiterstandbild vom bekannten Feldherrn! Wie glücklich war ich, als ich gelbe Striche und Wegweiser entdeckte, die bestätigten, dass die geplante Promenade « offiziell » war! Herrliche Blumenwiesen, massenhaft Brombeer- und Schlehensträucher sowie eine Kirchenruine aus dem 12. Jahrhundert waren die Hauptattraktionen des ersten Teils der Strecke. Schattige Wege und immer wieder die Berge im Hintergrund – was kann es schöneres geben für Naturfreunde?!
Ich freute mich bereits auf den Abstieg zum Grand Lac de Laffrey, da ich hoffte, dort mein diesjähriges Jungbrunnenbad nehmen zu können. 🙂 Ich wurde nicht enttäuscht! Sogar Ralf ließ sich verlocken und tauchte ins frische Nass ein! Nach der Erfrischung ging es auf etwas abenteuerlichen, mitten durch eine Art Dschungel führenden Pfaden bis zum nächsten See. Dort befanden sich ein öffentlicher Strand und ein Bootsverleih. Immer wieder blieben wir stehen, um den Blick schweifen zu lassen über die wunderschöne Gegend! Die letzten Meter führten über eine frisch gemähte Wiese und dann standen wir an einem Tor, das glücklicherweise geöffnet war, denn die vermeintliche Stadtwiese war offensichtlich ziemlich privat. 😉
Der Tag war noch jung und wir nutzten nochmals unsere Sonnenterrasse für Lektüre und ein Käffchen!

IV. Le parc du Château de Vizille

Unsere letzte Wanderung sollte uns direkt von der FeWo zum und durch den Schlosspark von Vizille sowie über einen Rundweg zurück zur Unterkunft führen. Als wir am Seiteneingang ankamen, sahen wir schon von weitem, dass dieser geschlossen war! Wie kann das sein? An einem Samstag? Wir konnten es nicht glauben und mich machte zudem der Begriff « cet acces » = dieser Zugang stutzig. Wörtlich genommen, musste es noch einen anderen Zugang geben. Wir studierten die Landkarte und liefen weiter zum Haupteingang – und dieser war weit geöffnet! Wie schön, der Rundgang konnte beginnen! Auf dem Vorhof des Schlosses bestaunten wir eine Skulptur, die laut Beschreibung dem Märchen « Die Bremer Stadtmusikanten » angelehnt war.
Das Schloss von Vizille wurde im 17. Jahrhundert durch den Konnetable von Lesdiguières errichtet und wurde im 18. Jahrhundert die Wiege der Französischen Revolution. Hier wurde am 21. Juli 1788 die Versammlung des dritten Stands der Dauphiné abgehalten, um die Einberufung der Generalstände zu fordern. Eine weitere Besonderheit der Domäne ist, dass sie von 1925 bis 1960 die Sommerresidenz der französischen Präsidenten war. Das Schloss im Departement Isère ist heute für Besucher geöffnet und beherbergt das Museum der Französischen Revolution.
Der Park umfaßt ungefähr 100 Hektar Land, auf dem bewundernswerte Baumriesen ihre Schatten auf Kanäle, Blumenbeete und einen Kinderspielplatz werfen. Besonders gefielen uns die vielen Sitzmöglichkeiten, von denen aus man Damwild, Schwäne oder einfach nur so die Umgebung betrachten konnte. Auch zum Träumen fanden wir allerlei verwunschene Plätze. Wir genossen die Zeit in dieser schönen Umgebung und merkten kaum, wie die Zeit fortschritt. Am Ende bewunderten wir noch eine Freilicht-Fotoausstellung, die der Tour de France gewidmet war.
Das schöne Wetter nutzten wir erneut, um auf der Terrasse zu lesen und ließen die geplante Wanderung über den Dächern von Vizille einfach ausfallen.
Ein sehr schöner Ausklang unseres harmonischen Urlaubs. 🙂

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3. Etappe Sommerurlaub: Schweiz

Nach dem Familienbesuch in Piesteritz und Berlin ging es wieder gen Süden. Die erste Zwischenstation führte uns in die Schweiz auf die Burg Schwandegg. Diese Unterkunft hatte uns Ralf als Überraschung gebucht. Behütet wurde unser Schlaf von Ritter Octavianus, der im Harnisch vor unserem Zimmer Wache hielt. Am Abend spazierten wir durch Hopfenplantagen zur Pizzeria nach Stammheim – nicht zu verwechseln mit dem Stammheim bei Stuttgart, in dem Teile der RAF einsaßen. Nach all der Sitzerei und Fahrerei der letzten Tage tat der Rückmarsch zur Burg richtig gut. Wir sollten die einzigen Gäste auf der Burg bleiben. Gut, dass der Ritter uns bewachte und den Schlossgespenstern Einhalt gebot!

Nach einem leckeren Schweizer Frühstück fuhren wir weiter in Richtung der französischen Alpen. Als unvorhergesehene Schwierigkeit stellte sich die Besorgung einer Schweizer Autobahnplakette heraus. Diese gibt’s nur an Tankstellen. Unser Navi führte uns auch zu einer solchen, doch diese und andere sollten sich als SB-Tanksäulen herausstellen, an denen man natürlich keine Plakette erwerben konnte. So fuhren wir bis nach Winterthur, wo uns endlich eine größere Shell-Tankstelle winkte. Danach ging es flugs nach Bern. Unweit des Rosengartens parkierten wir unser Auto und dann stolzierten wir hinab und hinüber zur Altstadt mit ihren typischen Arkadengängen. Typisch auch die vielen Renaissancebrunnen, die nicht nur der Wasserversorgung dienten, sondern auch als Aushängeschild für das jeweilige Stadtviertel. Wir beließen es bei einer gut zweistündigen Schnuppertour und vertagten den Besuch des Einsteinhauses und des Zentrums Paul Klee auf ein anderes Mal…

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2. Etappe Sommerurlaub: Lutherstadt Wittenberg

Die Altstadt von Wittenberg aus einem anderen Blickwinkel gesehen – dafür organisierte ich eine Fahrt mit der einzigen Rikscha, die in meiner Heimatstadt unterwegs ist. Der Anlass war der 80. Geburtstag meines Vaters und ich finde, gemeinsam verbrachte Zeit und/oder ein gemeinsames Erlebnis sind die schönsten Geschenke! Eine Mitarbeiterin der Touristeninformation half mir, den Kontakt herzustellen und die Buchung für den 28.8. um 10h00 wurde via Internet besiegelt.
Am Morgen des Ausfahrttages regnete es in Strömen und ich beobachtete mit Sorge den Himmel. Doch pünktlich zur Abfahrt riss die Wolkendecke auf und die Sonne kam hervor. 🙂 Der Rikschafahrer erwartete uns bereits und begann sogleich mit seinen informativen Ausführungen. Wir hörten Neues und Bekanntes; Vati konnte mit einem Hinweis bezüglich der Konstruktion des Eispavillons eine kleine Korrektur im Vortrag anregen. Nach vergnüglichen 1,5 h erreichten wir den Ausgangspunkt der Tour und liefen nun noch per pedes durch die Straßen. Ich löste in einem Buchladen in der Collegienstraße einen Geburtstagsscheck ein, bevor wir uns im Café Klatschmohn zu einer Stärkung mit dem Rest der Familie trafen.

Ein weiteres Familienevent wurde ein gemeinsames Mittagessen im Restaurant « Zum Stein » in Wörlitz. Auch dies wurde von Montpellier aus organisiert; nicht zuletzt in Erinnerung an unsere Hochzeit im Jahre 2012 in diesem schönen Ort, dem wir zu jeder Jahreszeit Besuche abstatteten. Das Essen war lecker, der Wein sehr gut, die Bedienung diskret und aufmerksam. Ein Spaziergang durch die Gefilden des Parks rundete das Treffen ab und auch hier schwelgten wir in Erinnerungen…

Publié dans 2020, Birgit, Deutschland, Eltern, Karin, Ralf, Thomas | Marqué avec , | Commentaires fermés sur 2. Etappe Sommerurlaub: Lutherstadt Wittenberg