Sonntagsspaziergang

Die Domäne Restinclières war schon häufig unser Ziel von Spaziergängen. Stetig entwickelt sich das Gelände rund um das Schloss weiter und auch diesmal entdeckten wir wieder Neues. Dank unserem Wanderhelfer komoot konnten wir eine teilweise unbekannte Strecke laufen. Am Feldrain entlang über eine versteckte Brücke bis zum Fluss le Lez, hinauf auf rochers – Felsen, wo wir ein kleines SchoBa Picknick abhielten; vorbei an Weinfeldern und immer schön im Sonnenschein – das war eine Wohltat. Am Ende kamen wir auf insgesamt 7,5 km und fühlten uns für den Rest des Tages wohl.

Hier geht der Alltag wie gewohnt weiter und das ist auch das Beste so!

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Samstagmorgennachrichten

Der Morgen fing mit einem Schock an: per WhatsApp kam die Nachricht von den Terrorattentaten in Paris. Sofort befallen einen Gedanken zur Zukunft: Wie soll es weitergehen? Wohin führt das? Was kommt noch? Bevor uns das ganze aufs Gemüt schlägt, beschlossen wir, zum Lac du Salagou zu fahren und dort eine uns noch unbekannte Ecke zu erkunden. Die Sonne lachte, später zeigte das Thermometer 20 Grad – ein wunderbarer Novembersommerspaziergang entlang des Sees ließ uns den Vormittag genießen. Das Dorf Celles direkt am See gelegen besteht aus ca. 20 unbewohnten Gebäuden und einer intakten Bürgermeisterei. Nur ein Gebäude schien bewohnt zu sein. Das Dorf war vor langer Zeit aufgegeben worden, da es zum Überflutungsbereich gehörte, als der Staudamm errichtet wurde und der Wasserspiegel stieg. Später stoppte man die Flutung des Stausees, doch seitdem wartet das Dorf auf Wiederbelebung. Schautafeln wiesen darauf hin, dass es weder für Immobilienspekulationen noch als Ferienanlage oder Übernachtungsdorf zur Verfügung steht. Mal schauen, was aus dem Projekt wird. Wir kommen sicher bald wieder mit Picknickkorb und Zeichenblock. 🙂

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Die fünfte Jahreszeit

Punkt 11 Uhr 11 waren wir am Strand von Grau-du-Roi, doch nichts deutete hier auf bevorstehende Tollheiten hin. Stattdessen herrschte Novembersommer: blauer Himmel und eine lachende Sonne. Von der Mole aus beobachteten wir mehrere Schwärme mittelgroßer, kleiner und kleinster Fische; die Restauranttische warteten eingedeckt auf Mittagsgäste, die garçons plauderten, Kinder spielten am Strand und manche versuchten sich am Übers-Wasser-Gehen. Wir schlenderten am Kanal und auf der Strandpromenade – zurück ging’s direkt am Meer entlang. Und zu guter Letzt legten wir 10 Gedenksekunden für Thomas ein, als wir die Riesenmeringues entdeckten. 🙂

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Montpellier am 9. November

Unser Brotkasten war leer. Herrlichstes Wetter ließ mich mein Fahrrad nehmen und zum Bäcker fahren. Wie von selbst stand ich plötzlich auf dem Place de la Comédie vor der Oper. Ein Gewusel und eine unerwartete Geräuschkulisse umgaben mich. Zur Zeit ist es ja überall in Europa sehr mild. Keine Spur von Novemberstimmung. Erinnert ihr euch an 1989? Niemals werde ich diesen Tag vergessen, außer, ich vergesse den Vornamen von Alzheimer – aber das liegt hoffentlich in ferner Zukunft.

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Herbstreise

Lange geplant, lang ersehnt war diese Reise in die deutsche Heimat. Mit meinem Vater erkundete ich die Lage der schwimmenden Ferienhäuser im Bergwitzsee, mit einer Freundin spazierte ich durch das herbstliche Wörlitzer Gartenreich und schließlich ließ ich mich von meiner Heimatstadt der Lutherstadt Wittenberg beeindrucken. Es ist enorm, wie schön diese Stadt geworden ist und noch immer wird!

Viel Zeit wollte und konnte ich unseren vier Enkelkindern widmen. Wir spielten Karten, tobten in den Betten, gingen schwimmen, radelten, sammelten Herbstliches, bastelten, lachten – kurz, ob in Dannigkow oder in Nudersdorf, wir hatten viel Spaß aneinander. Viele Grüße an euch alle!

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Halloween & Allerheiligen

Der Monatswechsel fiel auf ein Wochenende und die Sonne lachte. So ging es hinaus zu zwei kleineren bis mittelschweren Wanderungen. Samstag entschieden wir, nochmal zur Domaine de Bessilles zu fahren, unweit vom Kloster Valmagne gelegen. Wir waren dort schonmal im Winter gewandert. Damals dachten wir uns, dass es im Herbst schön aussehen müsse inmitten der Weinfelder. Und so war es auch: verschiedenfarbige Weinlagen begrüßten uns und hielten noch ein paar Trauben bereit. Auf einem Golfplatz unterbrachen wir unseren Nachmittagsspaziergang für eine Pause mit Kaffee und Waffeln.

Sonntag ging es schon zeitig nach dem Frühstück los. Birgit hatte eine Wanderung von ca. 8 km und 200 Höhenmetern bestellt. Nicht leicht, so eine Tour unweit von Montpellier zu finden. Los marschierten wir in dem kleinen Dörfchen Le Frouzet. Zunächst ging es auf einem Sträßchen ca. 2 km, bevor wir uns ins Abenteuer stürzten. Autos am Wegesrand deuteten auf Pilzsucher und/oder Jäger hin. Es sollte hinauf auf den Gipfel des Puech Ferrié (487 m) gehen. Auf unserer Wanderkarte war keinerlei Pfad angegeben, doch Komoot schlug einen Rundweg vor. Diesmal aktivierten wir die Sprachsteuerung – und das war wirklich ein Riesenvorteil. So merkten wir schnell, wenn wir uns verbiesterten auf den mitunter nur erahnbaren Trampelpfaden mitten in der Garrigue. Herzklopfen jedoch verursachten die Jäger, die alle 50 bis 100 m auftauchten und uns wiederholt darauf aufmerksam machten, dass wir uns in einem Jagdgebiet befänden und unser Verhalten gefährlich sei. Wir beschlossen, den ahnungslosen deutschen Touristen heraushängen zu lassen, was nur bedingt half, da ein Jagdgenosse sehr gut deutsch sprach. 😮 Wie auch immer, wir waren überzeugt, dass man nicht wild in der Gegend herumschießen dürfe, zumal das Gebiet weder privat noch abgesperrt war. Die Jägerei ist eine französische (Un)sitte, bei der jedes Jahr Leute zu Schaden kommen. Auch gibt es Bürgerinitiativen, die versuchen, dem Einhalt zu gebieten – bislang jedoch erfolglos. Nun, wir marschierten emsig weiter und waren dann doch erleichtert, als wir bei der nächsten Begegnung mit einem Jäger erfuhren, dass er die Jagd abgebrochen hätte. Da haben wir ihnen wohl den Spaß verdorben. 😉 Belohnt wurde unser (Über)mut mit einem grandiosen Blick übers Land, als wir auf dem Gipfel standen und unser kleines Picknick zu uns nahmen. Auf dem Rückweg schlugen wir uns nochmal in die Büsche und fanden den Aven de Pontière, eine nahezu vertikale Schachthöhle. Reinfallen möchte man da nicht, sonst ergeht es einem wie Ötzi, der Mumie in den Ötztaler Alpen. Die Tatsache, dass ihr diesen Beitrag lesen könnt, bedeutet jedoch, dass es uns gut geht und wir unbeschadet von dieser Tour mit Herzklopfen zurückgekehrt sind. 🙂

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Traum und Wirklichkeit – oder: Bin ich Jesus?

So sollte der heute Spaziergang aussehen: Gemütliche siebeneinhalb Kilometer und 0 Höhenmeter entlang des Canal du Rhône à Sète. Der Parkplatz kurz vor der Kathedrale von Maguelone war gut gefüllt, doch die meisten zog es zum nahegelegenen Strand. Doch mich nicht. Ich wollte am Kanal entlang auf der einen Seite hin und auf der anderen zurück laufen – als Wendepunkt war Palavas-les-Flots vorgesehen. Ich wählte das einsame linke Ufer für den Hinweg. Nach ca. anderthalb Kilometern bröckelte meine Uferbefestigung zusehens in den Kanal zur Rechten und/oder in den Étang zur Linken. Nach einigen Kraxeleien musste ich irgendwann feststellen, dass die Böschung samt Pfad vollständig im Wasser versank. Bin ich Jesus? Wohl nicht – und so machte ich kehrt und umrundete noch die kleine Halbinsel, die sich in den Étang de l’Arnel erstreckt. Nach einer guten Stunde war ich wieder am Parkplatz und erkundete auf der Rückfahrt, ob das Theater in Villeneuve-lès-Maguelone noch existiert. Ja, aber wohl unter der Obhut eines anderen Betreibers. Schade, denn die alte Truppe hatte immer ein tolles Programm organisiert und das neue Programm sieht nicht so verlockend aus…

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Herbst in der Camargue

Heute musste ich leider ohne meine Liebste auf Entdeckung gehen, da Birgit in Deutschland weilt. So fuhr ich in die Camargue, wo ich einen 16-km Rundkurs geplant hatte. Doch leider – ob jahreszeitlich bedingt oder immer der Fall – war der Weg gesperrt, da er über sensible Deichanlagen und durchs Vogelschutzgebiet führt. So blieb nicht viel zu tun außer Fotos zu schießen – schaut selbst. Die Farben sind phänomenal!

Apropos, Sonnenmilch hatte ich eingesteckt, aber kein Mückentötolin 🙂

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Besuch bei Thomas und Dominique

Schon lange wollten wir mal wieder zu Thomas und Dominique fahren, die unweit von Ganges am Rande der Cevennen wohnen. Thomas ist Deutscher und Arbeitsgruppenleiter am INRA, dem Nationalen Forschungsinstitut für Landwirtschaft. Seine Frau ist Lehrerin und arbeitet seit kurzem wieder, nachdem die vier Kinder aus dem Gröbsten heraus sind: Jeanne, Malte, Elias und Nora. Gemeinsam unternahmen wir eine herrliche Wanderung bei Sonnenschein durch die herbstliche Landschaft, hinauf auf einen Gipfel oberhalb des Flusses Herault mit bester Rundumsicht. Unterwegs sahen wir einige Gottesanbeterinnen, die auf Jagd nach den letzten Heuschrecken des Jahres waren. Abgerundet wurde der Ausflug mit Tee und leckerer Mandarinentorte mit Creme fraiche. 🙂

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Entdeckungsreise in die Camargue

Oktobersonne – sie wärmt, aber brennt nicht mehr. Der blaue Himmel lockte uns ans Meer. Diesmal sollte es an einen unbekannten Strand in der Camargue gehen. Schnell war der Weg gefunden, doch die vom Navi angemahnte Abfahrt entpuppte sich als Privatweg. So fuhren wir weiter geradeaus und standen plötzlich vor einer Autofähre. Alle halbe Stunde sollte sie übersetzen – also in knapp 5 Minuten. Andererseits sagte ein Schild am Anfang der Straße, das der Bac du Sauvage – die Autofähre des Wilden – geschlossen sei. Doch siehe, die sich am gegenüberliegenden Ufer befindliche Kabelfähre setzte sich in Bewegung! Nach der Überfahrt stellten wir fest, dass wir uns auf der Straße nach Saintes-Maries-de-la-Mer befanden. Noch vor dem Ortsanfang stellten wir das Auto ab und spazierten am Strand bis zur Mündung der Kleinen Rhone, wo der Ausflugsschaufelraddampfer « Tiki III » vor Anker liegt. Die Sonne wärmte uns und Birgit wäre fast ins Meer gelaufen – so sie denn einen Badeanzug mitgehabt hätte…

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