Zwischen den Feiertagen

Am letzten Sonntag im Dezember zog es uns wieder einmal zum Lac du Salagou mit seiner wunderbaren Mondlandschaft. Hier zu wandern ist immer wieder schön. Zunächst fuhren wir über Octon an Celles vorbei nach Salasc, wo wir nicht weit entfernt parkten. Aufmerksam hatten wir die Umgebung nach orangefarbenen Westen oder Kappen abgesucht, denn die chasseure = Jäger sind momentan sehr aktiv. Es wäre nicht das erste Mal gewesen, dass ihre Anwesenheit unsere Pläne vernichtet hätten! Aber weit und breit kein Hasenschreck zu sehen, so dass wir entspannt unsere kleine Balade genießen konnten. Auf dem Wasser war allerhand los – was fischen die Leute nur im Dezember?
Ein kleiner Imbiß und Emotionen in Gegenwart der Ursprünglichkeit am See vollendeten den Ausflug, bei dem wir auch künstlerisch tätig geworden waren. 🙂

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Weihnachten 2020

Für viele war dieses Weihnachten ein außergewöhnliches Weihnachten. Außer für uns. Alles war so wie jedes Jahr. Fast alles. Denn der alljährliche Geflügelbraten wurde dieses Mal gegen einen gefüllten Lammbraten vom Traiteur (kann man irgendwie nicht ins Deutsche übersetzen) getauscht. Sehr lecker!
Heiligabend musste Birgit bis Nachmittag arbeiten. Nach dem Feiertagskäffchen mit « Bûche » (französisches Weihnachtstörtchen) vom Lieblingsbäcker wurde gebrutzelt und dann war Bescherung. Wir wurden reichlich beschenkt – vielen Dank für all die Gaben!
Nach ersten Telefonaten am Vormittag des ersten Feiertags fuhren wir nach Palavas-les-Flots und ließen uns am Strand nach Maguelone den Wind um die Nase wehen. Gut durchgelüftet hatten wir den rechten Appetit für unser Festtagsmahl. Wie gesagt: Lecker! 🙂
Tags darauf fuhren wir ein kleines Stückchen weiter zum Massif de la Gardiole. Das ist der Bergzug oberhalb des Meeres zwischen Montpellier und Sète. Schon auf der Anfahrt konnten wir die berühmt-berüchtigten Hobbyjäger ausmachen. Da wir nicht als Freiwild herhalten wollten, schlugen wir einen Weg auf der gegenüber liegenden Seite ein. Wir wurden mit einer schönen Tour und herrlicher Aussicht belohnt. Daheim warteten auf uns Endiven im Schlafrock. Auch sehr lecker! 🙂

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Viertes Wochenende im Advent

Das letzte Adventswochenende hatte sich regnerisch angekündigt. So entschlossen wir uns für einen Stadtspaziergang am Samstagabend, bei dem wir uns den « Zauber von Peyrou mit seinen zehn magischen Chalets » anschauen wollten. Birgit hatte davon gelesen, aber so genau wussten wir nicht, was uns erwarten würde. Gemütlich ging es bei milden 12 Grad zum Parc Peyrou am Triumphbogen. Tatsächlich waren dort zehn Buden aufgebaut worden, aber nur zum Anschauen. Jede stand unter einem Motto, sei es die provenzalische Weihnacht mit ihren typischen Krippen, sei es die Welt der Teddybären oder der Eisprinzessin. Die Hütten standen in angemessenem Abstand zueinander. Und da es nichts zu kaufen gab, herrschte auch kein Gedränge. Für die Kinder war es allemal spannender als der sonstige Weihnachtsmarkt! Und auch wir hatten unseren Spaß.
Der Sonntag kündigte sich sehr trübe an. Aber Birgit brauchte noch Thymian für den weihnachtlichen Lammbraten. Ich schlug vor, zum Hortus zu fahren, wo wir vor anderthalb Jahren so schön mit Fritz gewandert waren. Die Fahrt wurde von zunehmenden Regenschauern begleitet und als wir schließlich ankamen, goss es in Strömen. « No way! – Unmöglich! Das tun wir uns nicht an! » Doch was tun? Birgit schlug einen Abstecher Richtung Osten vor, ich wollte eher Richtung Meer. Letztlich beschlossen wir, erstmal Richtung Aniane zu fahren. Unterwegs konnten wir beobachten, wie die Wiesen absoffen und kleine Bäche anschwollen. Ach ja, es gab ja eine Hochwasserwarnung! Kaum zu glauben, wie schnell das geht. Auf gerader Strecke sah es aus, als würde unweit der Straße Thymian wachsen. Also angehalten, Warnblinkanlage an und los. Tatsächlich wurden wir fündig. 🙂 Wie freundlich, dass eine entgegenkommende Fahrerin anhielt und fragte, ob sie uns helfen könne. Das tat sehr gut, aber uns war nicht zu helfen. 😮 Mit frischen Kräutern versorgt traten wir die Heimreise an.

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Drittes Wochenende im Advent

Weihnachtsmärkte gibt’s ja dieses Jahr nicht, aber wir wollten trotzdem mal durch die abendliche Altstadt flanieren. Gesagt getan. Mit der Straßenbahn ging’s zum Place de la Comédie, der von einem acht Meter hohen, illuminierten Herz verziert wird. Kreuz und quer ließen wir uns durch die Gassen treiben. Bis 19 Uhr waren die meisten Läden geöffnet und es herrschte noch geschäftiges Treiben. Auch wir waren erfolgreich und erstanden ein paar hübsche Weihnachtskarten, so dass nun unsere Grüße zum Feste geschrieben und in die Welt hinausflattern können.
Für dieses Wochenende war eigentlich auch der Keramikmarkt in Les Matelles geplant. Der Internetauftritt besagter Gemeinde ließ Fragen offen und so fuhren wir einfach hin und überzeugten uns selbst: Nein, es gab nur einen kleinen Gemüsestand, aber nichts getöpfertes. Da wir den Ort schon kannten, fuhren wir kurzerhand noch ein Stückchen – aber immer noch innerhalb des erlaubten 20-km-Radius – und entdeckten den Ort Saint-Mathieu-de-Tréviers, den wir schon unzählige Male auf unseren Wanderausflügen passiert hatten. Nicht spektakulär, aber wie stets mit vielen kleinen Details, an denen wir uns erfreuen konnten…

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Zweites Wochenende im Advent

Da COVID-19 mittlerweile leider den Weg ins Altersheim gefunden hat, muss Birgit Extraschichten schieben. Daher war ich am Samstag allein zu Haus und nutzte den Tag, um aus meinem Institut das neue 2-Terabyte-Flashdrive für meinen Computer zu holen. Von dort bot sich ein Bogen zurück zum Bus durchs Naturreservat entlang des Lez an. Immer wieder und zu jeder Jahreszeit ist es schön, diese kleine Oase in Montpelliers Stadtgebiet zu durchwandern. Sogar die Kanuten waren wieder aktiv, trotz frostverdächtiger 2 Grad am Morgen. 😮
Am Sonntag waren wir wieder vereint und konnten gemeinsam durchs Naturreservat von Méjean spazieren. Auch dieses Gebiet beim Vorort Lattes gehört seit langem zu unseren Favoriten in Montpellier. Man hat die Wahl: entweder vor zum Étang mit Seefeeling oder weiter hinten entlang der kleinen Kanäle mit Spreewaldfeeling. Heut war uns nach Spreewaldfeeling… 🙂

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Erstes Wochenende im Advent

Pünktlich zum ersten Advent sind unsere Ausgangsbeschränkungen gelockert worden. Das heißt, statt einer Stunde dürfen wir wieder drei Stunden pro Tag raus an die frische Luft – und das im Umkreis von 20 km. Samstagvormittag haben wir erstmal leckere Plätzchen gebacken und am Nachmittag nahmen wir die Straßenbahn und fuhren zum neuen Rathaus. Von dort führt ein gut 5 km langer Spaziergang quer durch die Stadt zurück zu unserem Kokon. Unterwegs querten wir das gut besuchte Einkaufszentrum Polygone und bewunderten die diesjährige Illumination des Place de la Comédie: ein Herz in wechselnden Farben. 🙂
Sonntagvormittag fuhren wir zum Parkplatz Pilou und folgten dem Tross der Spaziergänger, Jogger und Radler zum Strand. Schon von weitem war das Meeresrauschen zu vernehmen. Und tatsächlich, obwohl es nahezu windstill war, schlugen kräftige Wellen ans Land. Nicht nur wir genossen die neu gewonnene Freiheit, die Sonne und die frische Meeresbrise. Die Wellen hatten allerlei Strandgut angeschwemmt, das von Bastelenthusiasten davongetragen wurde. Auch wir haben etwas mitgenommen… mal sehen, was daraus entstehen wird. 😉

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Ausflug ans Meer

Überraschend zeigte das Thermometer heute morgen nur 5 °C, aber die Sonne strahlte schon über alle Maßen. Besonders Ralf hatte das starke Bedürfnis einmal aus dem 1-km-Umkreis auszubrechen und so fuhren wir zum « Einkaufen » nach Grau-du-Roi. Für diese Tätigkeit ist es uns erlaubt die 1km/1h-Regel zu negieren. Kontrolliert wurden wir persönlich noch nicht, aber Polizeipräsenz war heute doch festzustellen. Wir liefen warm verpackt und beschwingt durch den schon weihnachtlich geschmückten Küstenort. Auf dem Markt kauften wir eine Kuchenspezialität: Fougasse aus Aigues-Mortes. Dies ist eine Art Brioche oder auch einem ButterZucker-Kuchen ähnlich. Den kulinarischen Pfiff bringt das Orangenblütenaroma. Pünktlich zum Mittagessen waren wir wieder daheim und freuen uns nun auf die süße Kaffeestunde. 🙂

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Unterwegs im November

Ich schrieb einen Brief an meine Freundin und nahm meine Rita, um ihn in den Briefkasten zu werfen. La Poste hatte in der Vergangenheit einige Kästen abmontiert, so dass ich mich orientieren mußte. Am Platz Charles de Gaulle wurde ich fündig. Den Rückweg nach Hause nutzte ich für einen Stop im Park Meric, wo ich zu Fuß eine Runde durch die herbstlich bunte Anlage drehte. Zu Hause wartete mein Liebster im Heimbüro auf mich und hörte sich meinen Ausgehbericht an. 🙂

Dienstag nach dem WE Dienst – das bedeutet ich habe frei und bin einigermaßen erholt! Zum Glück haben wir noch keine Virus C-Fälle, aber dafür jede Menge Personalprobleme, vor allem bei den PflegerInnen.
Nun, das vorhergesagte schöne Wetter war wirklich eingetroffen und so beschloß ich eine Fahrradtour zu machen. Auf meiner Ausgehattestation deklarierte ich Einkauf, was mir sowohl einen unbegrenzten Zeitrahmen wie auch beliebige km bescherte. Ganz falsch war es nicht, denn ich wollte für eine Gemüsesuppe die Zutaten besorgen.
Die Luft war noch frisch, so dass ich froh war, meine Handstulpen mitgenommen zu haben. Zuerst schaute ich bei der zweiten Großbaustelle in unserem Umfeld – dem Konservatorium – vorbei. Es nimmt Formen an und wir sind gespannt, wann wir das erste kuturelle Erlebnis dort haben werden. 😉
Weiter gings zur Innenstadt. Diese war gespenstisch leer; es ist so trist die vielen geschlossenen Geschäfte und Restaurants sehen zu müssen. Einige versuchen mit allen Mitteln am Leben zu bleiben! Wie wird die Weihnachtszeit in diesem seltsamen Jahr verlaufen? Wie wird es nach der Pandemie sein? Gestern las ich einen Aushang:
Il faut une pandemie d’amour! – Wir brauchen eine Pandemie der Liebe!
Das rührte mich.
Polygone hat ein neues Gewand, zum 10. Todestag des ehemaligen Bürgermeisters George Frêche gibt es ein bißchen Personenkult (er hat aber auch eine Menge für die Stadt getan!), in Pompignane werden die ersten Weihnachtsbäume verkauft und komootine hat meinen Rückweg nicht aufgezeichnet! Nun weiß ich nicht, wie lang meine Tour wirklich war – auf jeden Fall mehr als 6 km! Aber egal, es tat gut, mal wieder unterwegs gewesen sein zu können!

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Leben mit und ohne Einschränkungen

Eigentlich ist ja unsere Bewegungsfreiheit derzeit sehr eingeschränkt. Andererseits finden sich Mittel und Wege – bzw. auch ein Schuss Ignoranz – um mit der Situation umzugehen. Es ist ja nun nicht so, dass überall kontrolliert wird, wer sich an die Regeln hält und wer nicht. Alles in allem hat die Betriebsamkeit zwar abgenommen, aber das Leben ist nicht so wie im Frühjahr zum Stillstand gekommen.
Birgit musste am letzten Wochenende arbeiten. Sonntag war Dauerregen angesagt. Also nutzte ich den Samstag und fuhr mit der Blumenstraßenbahn bis zur Endhaltestelle in Jacou. Von dort hatte ich einen Weg über mehrere Kilometer durch waldiges Gelände und ländliches Gebiet geplant, um schließlich zu unserem Stadtfluss, dem Lez, zu gelangen. Nur dass ich diesmal auf der gegenüberliegenden Seite als sonst ankam. Ein Stück ging es am Wasser entlang, auf dem viel Herbstlaub dahintrieb, bis ich schließlich an der Wendeschleife des Busses ankam, der mich sonst zur Arbeit und wieder nach Hause bringt. Ein schöne herbstliche Tour, die ich vielleicht auch mal mit Birgit machen kann…

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Immer mal auf ein Stündchen raus

Bei uns herrscht ja nun Corona-Lockdown, so dass wir nur kurze Ausgänge in die nähere Umgebung unternehmen können. Bevor wir in unserem Bewegungsradius doch arg eingeschränkt wurden, fuhren wir nochmal an den Strand von Carnon. Noch herrschte dort eifriges Treiben, denn es war Ferienzeit. Ein paar Kinder und sogar einige Erwachsene trauten sich ins kühle Nass. Andere wiederum hatten phantasievolle Strandfiguren gebaut. Ralf drehte ein kurzes Video, so dass wir uns das Wellenrauschen immer mal vor die Ohren zaubern können. 🙂

Am letzten Tag des Oktobers, dem Reformationstag, trugen uns unsere Füße zum Friedhof
Saint-Lazare. Dort findet an den Tagen vor Allerheiligen alljährlich eine kleine Verwandlung statt, wenn die ansonsten grauen Grabanlagen mit unzähligen Blumentöpfen geschmückt werden. Als wir erst ein paar Monate in Montpellier lebten, war Birgit seinerzeit ganz überrascht, als die Straße vor dem Friedhof für den Autoverkehr gesperrt wurde und stattdessen Blumenhändler ihre Stände aufbauten. Dieses Mal drehten wir ein größere Runde über den Friedhof und wunderten uns über das Koordinatensystem der Grabanlagen und das Areal mit den schmuck- und namenlosen Kindergräbern. Wer liegt dort wohl begraben?

Am Tag nach Halloween begrüßten uns zunächst einmal neue Gesichter im Hausflur – wir hatten die Geister des nachts gar nicht bemerkt. 😮 Zum Monatsanfang wollten wir mal wieder den Baustellen-Fortschritt an der neuen Straßenbahnlinie und an der Universität der schönen Künste begutachten. Wir können feststellen: Es geht voran. Langsam aber stetig ändert sich das Bild der nördlich gelegenen Bezirke unseres Wohngebiets. Und auch der Herbst hat seine Hände im Spiel: Er steht auf der Leiter und malt die Blätter an…

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