Sommerurlaub 2026 – Etappe 3 im Schwarzwald

Spaziergang durch Löffingen mit Hexenbrunnen und dem Café Naschwerk

Nach unerwartet ruhiger Fahrt auf den deutschen Autobahnen erreichten wir am frühen Abend unser nächstes Urlaubsdomizil in Löffingen. Diesmal war es eine Punktlandung und wir wurden herzlich von der Mutter und der Schwester der Vermieterin empfangen. Unsere geräumige und gemütliche Ferienwohnung befand sich im Erdgeschoss des Hauses, in dem Mutter und Tochter leben. Kleine Aufmerksamkeiten und ein Strauß roter Rosen zauberten uns ein Lächeln ins Gesicht. 🙂 Nachdem wir uns eingerichtet hatten, blieb noch Zeit für einen ersten Erkundungsspaziergang durch den Ort, bei dem wir am Rathaus, dem Café Naschwerk und dem Hexenbrunnen vorbeikamen und auch zwei Bäcker ausfindig machten.

Sonntagswandern in der Rötenbachschlucht

Für den ersten Tag, einem Sonntag, hatte ich eine Tour ganz in der Nähe ausgesucht, von der ich annahm, dass sie nicht so sehr begangenen sei wie zum Beispiel die berühmte Wutachschlucht. So fuhren wir zum Wanderparkplatz in Rötenbach, bzw. wir verfuhren uns. Der erste Parkplatz war bereits voll und bevor wir zum zweiten Parkplatz am Sportplatz kamen, bog ich zunächst fälschlicherweise auf einen asphaltierten Waldweg ein, bis wir auf ein paar Wanderer trafen. 😮 Danach sollte unserem Wanderabenteuer nichts mehr im Wege stehen. Das erste Stück folgten wir dem Ameisenpfad, dessen Lehrtafeln wir aufmerksam studierten. So werden wir wohl in Zukunft die Nadelbäume noch besser bestimmen können, denn « die Fichte sticht, die Tanne nicht ». 🙂 Am Ufer des Rötenbachs legten wir eine erste Bananenpause ein. Unterwegs stellten wir fest, dass die Wegabschnitte entlang der Wutachschlucht in Rettungszonen eingeteilt sind, denen die Buchstaben des Alphabets zugeordnet wurden. Wir ließen uns davon inspirieren und begaben uns auf lustige Wortsuche. Nachdem wir an der Rötenbachmündung in die Wutach den tiefstgelegenen Punkt der Tour erreicht hatten, stieg der Weg in langen Kehren wieder bergan, bis wir das Hörnle mit seinem Fergblick und der Relaxbank erreichten. Dies war ein idealer Platz fürs große Picknick. Danach ging es auf breitem Fahrweg durch Hochwald leicht bergab, vorbei an einem abgelegenen Wanderheim des Eisenbahner Sportvereins Freiburg und unter den Gleisen der Höllentalbahn hindurch. Dabei konnten wir wieder mal mit unserer berühmten « Ortskenntnis » einer Solowanderin behilflich sein. Bald trafen wir erneut auf den Weg, den wir bereits am Vormittag bachabwärts genommen hatten, und vervollständigten die Runde des Ameisenpfads, der uns nun leicht ansteigend am Krebsbach entlangführte. Wieder auf der Höhe angekommen, bewunderten wir einige Ameisenskulpturen, riesige Ameisenhaufen, ein Schmetterlingsmemory und eifrige Fahrer auf der Waldkartbahn. Eine weitere Überraschung erwartete uns an der Ferienwohnung, als uns unsere Gastgeber mit einer Schüssel Süßkirschen verwöhnten.

Von Bonndorf durch die Wutachschlucht zur Wutachmühle

Am nächsten Tag wollten wir einen längeren Abschnitt durch die Wutachschlucht wandern. Geplant war, durch die Lotenbachklamm zur Schattenmühle abzusteigen und dann flußabwärts bis zur Wutachmühle zu laufen. Also stellten wir unser Auto auf dem Wanderparkplatz an der Wutachmühle ab und nahmen den Bus nach Bonndorf. Dort wollten wir in einen anderen Bus umsteigen, um das restliche Stück zu fahren. Doch wir warteten vergebens. Später erklärte uns eine ortsansässige Dame, dass der Bus unsere Haltestelle gar nicht anfahre, sondern vom Rathaus abfahre. Das klang zwar merkwürdig und widersprach unseren Informationen. Jedenfalls blieb uns nichts anderes übrig, als umzuplanen. Plan B war, ein Uber-Taxi zu rufen, doch auch dieser Versuch war nicht von Erfolg gekrönt. Also Plan C: Wir laufen über Boll zur Wutach und beginnen die Tour « mittendrin ».

Auf dem ersten Abschnitt folgten wir am Ortsrand dem Philosophenweg mit seinen zahlreichen Spruchtafeln und schönen Blicken über Bonndorf. Danach ging es über Felder und vorbei am Käppele, an der Geister, Hexen und der Pflumeschlucker sein Unwesen treiben sollen. Die Narrenfigur des Pflumeschluckers entspringt einer Legende, die besagt, dass die Bonndorfer die ersten Pflaumen, die in den Schwarzwald kamen, mitsamt der Steine und Stiele gegessen haben sollen. 🙂 In dem kleinen Örtchen Boll erfuhren wir, dass dort Friedrich Nietzsche seine Kutsche verpasst haben soll, als er sich auf dem Weg zur Kur befand. Auf schönen Serpentinen stiegen wir ab zur Wutach, an deren Ufer wir später nach Bad Boll kamen, einem ehemailgen Kurort, von dem nur noch die Ruine der Kirche zeugte. Uns diente dieser Ort als bequemer Picknickplatz.

Durch die Wutachschlucht zur Lotenbachklamm

An diesem Tag wollten wir einen weiteren Abschnitt der Wutachschlucht bewandern und fuhren mit dem Auto zum Wanderparkplatz am oberen Ende der Lotenbachklamm. Dies sollte das Ziel der Wanderung sein. Mit dem Bus gelangten wir bequem nach Holzschlag, dem Ausgangspunkt unserer Wanderung. Auf einem schönen Pfad ging es entlang des Reichenbächles abwärts zur Wutach, die wir auf der romantischen, überdachten Stallegger Brücke überquerten. Danach stieg der Weg wieder leicht an, bis wir zum Räuberschlössle gelangten. Dort stöberten wir ein wenig herum und Birgit stieß auf eine Schatzkiste, in der wir einen Gruß hinterließen. 🙂 Der Weg lief sich wunderbar, die Vögel trällerten ihre Lieder und bald kamen wir zu einem herrlichen Picknickplatz mit Mühle- und Damefeld. Danach senkte sich der Weg wieder dem Fluss zu. Im Hochwald entdeckten wir buntbemalte Holzzwerge an den Bäumen. An der Schattenmühle querten wir die Wutach abermals und gelangten zur Lotenbachklamm. Hier waren mehr Leute unterwegs, auch Kinder waren dabei, die wie wir Freude am plätschernden Wasser hatten. So kraxelten wir voll Entdeckerfreude hinauf zum Wanderparkplatz, vorbei an Baumpilzen, Wasserfällen und Schwemmholzblockaden. Die Rückfahrt sollte einige Überraschungen bereithalten. Zunächst kam uns eine verlorene Familie auf der Bundesstraße entgegen, die uns spanisch vorkam, und später tauchte plötzlich ein riesiger LKW in einer Kurve auf, was unserem Auto eine Notbremsung auferlegte. Ende gut, alles gut. Ein Besuch im Café Naschwerk mit Kirsch- und Apfelkuchen und freundlicher Bedienung rundete den schönen Tag kulinarisch ab.

Durch die Gauchachschlucht zur Wutachmühle

Von Tag zu Tag hatte sich mehr Regen angekündigt. Doch davon ließen wir uns nur wenig beeindrucken, schließlich waren wir gut ausgerüstet. Wieder nutzten wir einen Bus, der uns diesmal von der Wutachmühle nach Döggingen fuhr. Das sollte uns eine Wanderung ermöglichen, bei der es überwiegend bergab ging. 🙂 Bereits der Weg durch und entlang des Ortes machte viel Spaß. Wir statteten der Kirche einen Besuch ab, erfreuten uns am lila Eierhaus, entspannten auf einer Relaxbank und erstanden ein Glas Imkerhonig am bunten Bauernhaus. Durch ein dunkles Waldstück ging es recht steil bergab zu einer Kneippanlage, die wir dieses Mal allerdings nicht ausprobierten. In der Tat sollten wir später noch genug Wasser abbekommen. Am Eingang zur Gauchachschlucht trafen wir auf eine Wandergruppe, der wir im Laufe des Tages noch mehrmals begegnen sollten. Über zahlreiche, numerierte Holzstege schlängelte sich der Weg an der Gauchach entlang. Schließlich begann das Abenteuer auf den Spuren von Indiana Jones. Regen setzte ein, der Weg verlief fast auf Höhe des Baches und es wurde zusehend matschiger und rutschiger. Da bot sich keine Gelegenheit für ein Picknick und wir liefen die 10 Kilometer und 270 Höhenmeter am Stück durch. Gut eingepackt störten uns die Wetterunbilden nicht, im Gegenteil, es war Abenteuer pur! Biberspuren, Wasserfalltreppen, Schwemmholz und Holzfeuergeruch reihten sich entlang des Wegs. Und dann geschah doch noch ein kleines Malheur! Birgit stürzte auf spitze Steine und trug einen größeren Bluterguss am linken Schienbein davon. Da half nur Arnika! Durchnässt, aber froh erreichten wir den Wanderparkplatz an der Wutachmühle. Und das Picknick wurde mit einem Resteessen – Linsen und Pizza – in der Ferienwohnung nachgeholt.

Wallfahrtskirche Witterschnee in Löffingen

Der Tag war noch jung und mich gelüstete es nach einer weiteren Unternehmung. Der Regen hatte sich verzogen. Ich schlug vor, zur nahegelegenen Wallfahrtskirche Witterschnee zu laufen. So machten wir uns erneut auf den Weg. Durch einen birkengesäumten Pilgerweg kamen wir zur Kapelle und der daneben stehenden Wallfahrtskirche. In der Kapelle gab es manch Wissenswertes zur Geschichte des heiligen Ortes zu lesen, der auf ein Kreuz aus der Mitte des 18. Jahrhunderts zurückgeht, das ein im Schnee verirrter, erschöpfter Wanderer nach seiner Rettung durch ortsansässige Holzfäller errichtete. Später häuften sich Berichte über angebliche Wunder, die an diesem Ort geschehen sein sollten und die daher immer mehr Pilger anzogen. Ich glaube, auf dem Rückweg zur Ferienwohnung schmerzte auch Birgits verletztes Schienbein schon deutlich weniger… 😉

Mit der Sauschwänzlebahn von Blumberg-Zollhaus nach Lausheim-Blumegg und zurück auf dem Sauschwänzleweg

Schon lange im voraus hatten wir den Ausflug zu den Wutachflühen geplant und rechtzeitig Fahrkarten für die Sauschwänzlebahn gekauft. So konnten wir gemütlich in nur einer Richtung talaufwärts wandern. Unser Auto stellten wir auf dem großen Parkplatz am Bahnhof Blumberg-Zollhaus ab. Beim Besteigen des Zugs sollten wir eine erste Überraschung erleben, denn unsere reservierten Plätze waren von zwei älteren Damen, die zu einer großen Gruppe gehörten, belegt – und schweigend stumm ignorierten sie unsere Argumente und Platzkarten. Also blieb uns nichts weiter übrig, als die Schaffnerin einzuschalten, was schließlich erfolgreich war. Dann ging die Fahrt los über so manche Brücke und durch einige Tunnel. Die Reisegruppe schien von all dem nicht viel mitzubekommen – man hätte sie getrost in einen Schüttelkasten setzen können, wo sie sich genauso lautstark hätten amüsieren können.

Nach ca. 50 Minuten Fahrzeit erreichten wir den Haltepunkt Lausheim-Blumegg, an dem nur wir und ein weiteres Wanderpärchen den Zug verließen, um zur Wanderung aufzubrechen. Es wurde eine sehr abwechslungsreiche Tour mit vielen Waldwegen und ein paar Kraxeleien, üppigem Grün und buntem Blumenmix – neben Türkenbundlilien waren auch Tulpen oder Herbstzeitlose darunter. 🙂 Wir genossen die Wiesen und Getreidefelder, den fröhlichen Vogelgesang, die Relaxbänke und Picknickplätze sowie die schöne Blicken übers Land. Unterwegs studierten wir einige Infotafeln und erfuhren so manch Interessantes zur Herstellung des Schwarzwälder Schinkens und zur Tragödie am Lunzifelsen. Wieder am Bahnhof Blumberg-Zollhaus angekommen, besichtigten wir noch das Stellwerk, bevor wir uns auf die Heimfahrt machten. Rechtzeitig zum Käffchen waren wir wieder in unserer gemütlichen Ferienwohnung…

Von Berau zum Falkenstein und ins Mettmatal

Am letzten Tag im Schwarzwald wollten wir den Rappenfelsensteig bewandern. Doch es regnete und regnete und so entschieden wir uns Dank der Karte am Wanderparkplatz spontan um. Eine kürzere Tour, der Falkensteinrundweg, sollte etwas weiter südlich und tiefer gelegen möglich sein. Als wir am Ausgangspunkt in Berau ankamen, hatte es sogar aufgehört zu regnen. 🙂 Da sich das Wetter hielt, passten wir die Tour abermals an. So wurde es am Ende ein schöner 10-Kilometer-Rundweg, vorbei am Schwedenfelsen und dem Falkensteinblick mit Bananenpause. Später ging es durchs Mettmatal mit seinen kleinen Wasserfällen, gefolgt von einem Anstieg durch Hochwald und über Wiesen bis hin zu einem stürmischen Picknickplatz unterm Birnbaum. Die Rückfahrt über den noch immer wolkenverhangenen Hochschwarzwald führte uns am Schluchsee vorbei und bescherte uns kurz vor Löffingen einen Aha-Effekt, als wir die Wallfahrtskirche Witterschnee wiederentdeckten. Abschließende Besuche bei Aldi und Lidl verliefen ernüchternd, da es keine Bockwürste gab… 😉

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