Unsere schönen Enkelkinder

Zwei Wochen waren wir in Deutschland unterwegs und haben viel erlebt sowie unvergessliche Eindrücke gespeichert. Das Schönste war die Begegnung mit unseren Enkelkindern: Lukas-Maximilian, Emma Sophie, Nele und Mona – ein tolles Quartett – seht selbst!

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Der Berg rief …

… uns und wir stiegen hinauf. Das verlängerte Wochenende – in Frankreich ist am 15. August Feiertag – verbrachten wir in der Ardèche. In einem Wanderheim mit Restaurant mieteten wir ein Zimmer. Bereits der erste Tag hielt eine Überraschung bereit: Das Château de Portes – auch das Schiff der Cévennen genannt – tauchte plötzlich am Straßenrand auf. Eine ausführliche Besichtigung mit Kunstausstellung schlossen wir mit einem zünftigen Picknick ab. Anschließend besuchten wir das Dorf Garde-Guérin, nachdem wir am See von Villefort beeindruckende Straßenführungen bewundern konnten. Abends erwanderten wir einen nahegelegenen Gipfel und legten unfreiwillig einige hundert Meter Umweg zurück. Stimmte unsere Karte nicht? Nudelsalat und tschechisches Bier – letzteres frisch eingeführt von meinem Bruder – stärkten uns am ersten Abend.

Der Samstag stand ganz im Zeichen von Höhenmetern (720) und Kilometern (21) durch die imposante Bergwelt der Ardèche. Einsame Wege, verwunschene Bäche, fruchtige Beerensträucher, lilafarbene Heidekrautflächen, stierende Rinderherden, weite Ausblicke, singende Vogelschare, malerische Picknickplätze, Stille – was will der Wanderer mehr?! Wir schienen allein auf der Welt zu sein. Verblüffend: Am Parkplatz begegneten wir zwei deutschen Pärchen. Morgens einem ebenfalls nach Frankreich ausgewanderten und abends einem gerade angekommenen Paar, das Urlaub machen wollte. Ersteres organisiert Ardèchereisen und wir bekamen ein Büchlein mit Tipps und Kochrezepten geschenkt. Letzteres fragte uns: Kennen Sie sich hier aus? Was kann man denn hier machen? Ralf, auf dessen Stirn Fragen Sie mich! geschrieben steht, gab schmunzelnd gern Auskunft. Nach dem wunderbaren Wandertag aßen wir im Restaurant und fielen satt und zufrieden in die Betten.

Den Abreisetag nutzten wir bei herrlichstem Sonnenschein für eine kleine Tour durch den Wald, wo wir Himbeeren naschten und plauderten. Die Rückfahrt ging durch Cévennenland und -tal. Ein letztes Picknick auf einer alten, römischen Steinbrücke mit Blick über traumhafte Landschaften. Die Berge riefen und glücklich erholt kehrten wir nach Montpellier zurück.

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Mise en bouche – Ausflug

Sonntags gehen wir auf Tour. Es gibt immer was zu entdecken. Diesmal waren es die Basaltsäulenorgel, eine römische Brücke und Überraschungen bei Saint-Thibéry, einem Ort zwischen den Flüssen Thongue und Herault. Weinfelder, Bänke, eine Platanenallee bildeten das Bühnenbild dieses Sommertages. Unverhoffte Vitaminstöße bekamen wir von Feigen- und Pflaumenbäumen sowie Brombeerhecken. Welch’ Genuss, in der Natur nach Herzenslust zu naschen! Kulturelle Bildung erfuhren wir in der Abbaye und im mittelalterlichen Ort selbst, auf der Suche nach den Basaltsäulen. Kurze Zeit waren wir verwirrt ob der Tatsache, dass es hier Vulkane wie auf Island gegeben haben musste – ein schöner Ausflug und daheim wurde geköchelt und geschmaust – Eis mit gedünsteten Feigen. *lecker*

Übrigens: Wir vervollständigen unseren Urlaubsbericht ständig. Es lohnt sich also nach unten zu scrollen. Überraschung!!

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Sommerurlaub Teil 3: Küste der Bretagne

6.7.2014: An der Mündung des Bélon
Die Gegend um Pont-Aven sollte unsere letzte Reisestation sein. Nach regenreicher Fahrt (150 km) kamen wir in unserem geräumigen Feriendomizil an. Besonders hatte es uns der schöne Wintergarten angetan, in dem wir bei Wind und Wetter, Sonne und Regen gemütlich sitzen, spielen, lesen, planen und essen konnten.
Der erste Ausflug bescherte uns eine kontrastreiche Tour zwischen dem bewaldeten Fluss und der Felsküste. Wir starteten am kleinen Hafen von Bélon. Von nun an folgten wir meistenteils der rot-weißen Markierung des Fernwanderwegs GR34, der entlang der bretonischen Küste führt. Der Sentier côtier – Küstenweg – ließ uns die Zeit vergessen. Immer wieder staunten wir über die schöne Landschaft, die dahinziehenden Wolken, das Wellengeplätscher in den kleinen Buchten… Der Rückweg führte uns durchs Landesinnere, wo wir lauter Orte mit Ker- passierten: Kergolaër, Kerliviou, Kerhuel, Kerroc’h, Kerhérou, Kergroës… um schließlich im Wald von Kermeur die Allée couverte zu suchen. Entgegen unserer Vermutung, dass es sich dabei um einen Hohlweg handeln würde, standen wir schließlich vor einem prähistorischen Galeriegrab.


7.7.2014: Rund um Trévignon
Heute ging’s wieder zum Meer, diesmal entlang von Sandstränden, moorigen Seen, kleinen Bächen und einer felsigen Küste. Vom Parkplatz war es nur ein kurzer Weg zum Strand, direkt zur plage naturiste. Hinter der Düne spazierten wir an Wiesen und Weihern entlang, bis wir zum Küstenfreundehaus Maison du Littoral kamen. Dort ließen wir uns erklären, was es mit der ehemaligen usine d’iode auf sich habe, die sich dort früher befand. Nein, keine Diodenfabrik, sondern eine Fabrik zur Gewinnung von Jod aus Algen. Weiter ging’s zur Pointe de Trévignon, einer Landspitze, auf der sich das « alte » Fort eines Neureichen befindet. Bald hieß es, ins Landesinnere abzubiegen und in weitem Bogen durchs Hinterland zurück zum Küstenfreundehaus und weiter zum Ausgangspunkt der Tour zu wandern.
Der Tag ließ noch Zeit für einen Abstecher nach Port Manec’h, einem kleinen Ort mit Strand, den wir am Vortag entdeckt hatten und auf dem lustige Hütten zu stehen schienen. Na, seht selbst in der Galerie!


8.7.2014: Locronan
Das Wetter sollte unbeständig sein, so dass wir einen Ausflug nach Locronan planten. Locronan gehört zu den plus beaux villages de France (schönsten Dörfern Frankreichs). Während im Mittelalter der Wohlstand von Locronan auf der Herstellung hochwertigen Segeltuches beruhte, beruht er heute auf den in Massen durch den Ort strömenden Touristen. Doch wir hatten Glück und konnten das sehenswerte mittelalterliche Dorf halbwegs entspannt genießen. Auch wurde die eine oder andere Leckerei erstanden, seien es traditionelle Fischkonserven oder leckeres Gebäck. Übrigens wurden Teile der Schatzinsel im Jahr 1966 hier gedreht – ob wohl noch ein Schatz vergraben liegt?
Für die Rückfahrt wählten wir einen Umweg entlang der Küste und statteten den Orten Douarnenez (mit Revolutionslehrpfad und Eisdiele) und Penmarch (mit Leuchtturm Phare d’Eckmühl und Rettungsbootmuseum) ab 🙂 . Am Abend trauten wir unseren Augen kaum, als Deutschland im Halbfinale Brasilien 7:1 besiegte…

9.7.2014: Zwischen den Buchten von Merrien und Doëlan
Bewaldete Flusstäler und eine zerklüftete Küste mit vielen kleinen Buchten warteten heut auf unseren Besuch. Doch zuvor besichtigten wir die Kirche Saint-Amet von Nizon mit ihren wunderschönen mittelalterlichen Skulpturen. Auf dem Kirchplatz steht der calvaire (Kalvarienbergskulptur), den Paul Gauguin 1889 auf dem Gemälde Calvaire breton, auch als Grüner Christ bekannt, verewigte. Zusammen mit dem Gelben Christen gehört es zu den Schlüsselwerken des Symbolismus.
Anschließend fuhren wir zum kleinen Hafen von Merrien, wo unsere Wanderung begann. An einem kleinen Austernpark vorbei folgten wir den Fluss stromaufwärts bis zur Mühle Moulin l’Abbe. Quer durchs Land ging es durch Wiesen und Wälder und vorbei an üppigen Hortensienbüschen bis zum Küstenstädtchen Doëlan. Danach folgten wir für mehrere Kilometer der Küstenlinie, begegneten einem ungezogenen Hund, der kein Französisch verstand, passierten ein Stück abgebrannten Buschwerks und bestaunten gar manch prächtige Villa mit Meeresblick…


10.7.2014: Bei den Cochons de Beg Moc’h
Der Ausflug führte uns zunächst zur Kirche Notre-Dame de Trémalo, die sich oberhalb von Pont-Aven beim Bois d’Amour, dem Wald der Liebe, befindet. Da das städtische Museum renoviert wurde, zeigte die Kapelle zum Ausgleich eine kleine Ausstellung zum Schaffen von Paul Gauguin. Von besonderem Interesse war das Kruzifix der Kirche, das von Gauguin auf dem Bild Gelber Christ genial verewigt wurde.
Nach diesem Abstecher fuhren wir zum Parkplatz an der klitzekleinen Ile Percée. Quer durchs Land ging es dann per pedes durch blumenbestandene Wiesen, verwunschene Wäldchen und regennasse Pfützchen – Birgit kam nicht umhin, die Tiefe zu testen 😮 . Nachdem wir an der Mündung des Flusses Brigneau wieder an die Küste gelangt waren, folgten wir dem schmalen Küstenpfad. An den Cochons de Beg Moc’h (wörtlich: den Schweinen von Beg Moc’h) vorbei führte uns der Weg durch etliche Buchten zurück zum Ausgangspunkt unserer Rundwanderung.
Da sich der Tag noch nicht dem Ende neigte, unternahmen wir auf der Rückfahrt zum Feriendomizil einen kurzen Abstecher zum Dörfchen Kerascoët, das noch einige gut erhaltene, traditionell mit Ried gedeckte Landhäuschen aufweist.


11.7.2014: Pont-Aven
Unser letzter Urlaubstag begann mit einem Besuch des kleinen Städtchens Pont-Aven. Pont-Aven ist Schauplatz des Romans Bretonische Verhältnisse – Ein Fall für Kommissar Dupin von Jean-Luc Bannalec. Berühmter jedoch ist das Städtchen durch den Maler Paul Gauguin, der hier die Schule von Pont-Aven begründete. Wir spazierten vom Hafen zum Ortskern, folgten einem hübschen Weg am Fluss entlang, suchten die verschiedenen ehemaligen Wassermühlen, kauften ein paar kleine Souvenirs, ließen uns treiben…
Bevor die anschwellenden Touristenströme uns aufs Gemüt schlugen, suchten wir das Weite und fuhren zur Crêperie Chez Angèle. LECKER!! Mit verwöhnten Gaumen ging’s zur romantischen Kapelle von Trémor am Ufer des Aven. Anschließend führte uns eine kleine feine Wanderung durch das Naturschutzgebiet gegenüber von Merrien. Ein alter Backofen am Wegesrand wartete auf unseren Besuch, ein verwunschener Urwald, ein letztes Träumen am Meer, ein Flusstal und weite Wiesen and Felder.


12.7.2014: Zurück nach Montpellier
Voll schöner Eindrücke verließen wir unsere gemütliche Ferienwohnung und machten uns auf die etwas mehr als 1000 km lange Rückreise, die uns wider Erwarten fast staulos nach Montpellier brachte. Die Bretagne wird uns sicher nicht zum letzten Mal gesehen haben – gern denken wir an diese schönen und erholsamen Tage zurück.

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Sommerurlaub Teil 2: Insel Ouessant

Ankunft am 28.6.2014: Unsere zweite Urlaubswoche verbrachten wir auf einer Insel im Atlantik namens Ouessant. Wieder einmal war es unser Freund Boris, der den Reisetipp gab. Zunächst ging es nach Le Conquet (480 km). Von dort aus fuhren wir mit einer Fähre hinüber zum Eiland. Das Auto konnten wir glücklicherweise gratis am Hafen stehen lassen. Auf der Insel gibt es Taxis, Kleinbusse und unzählige Fahrräder, um sich fortzubewegen. Die Größe von Ouessant erlaubt es ebenso, sie zu Fuß zu erkunden.
Nach der ruhigen Überfahrt wurden wir mit einem Taxi zu unserem Domizil, einem kleinen Fischerhaus, gebracht. Der Blick von der Terrasse über die Bucht faszinierte uns sofort und wir saßen lange bei einer Tasse Tee zusammen. Nach und nach richteten wir uns ein. Am Abend machten wir den ersten Spaziergang und erblickten den Leuchtturm von Créac’h (ausgesprochen: krietsch).

29.6.2014: Buchstäbliches Sonntagswetter lockt zum Frühstück auf die Terrasse. An diesem Tag wollen wir eine der vier Küstenspitzen Ouessants erwandern. Über die Bucht hinweg sehen wir einen winzigen Leuchtturm und erahnen Felsformationen. Diese sind sodann von nahem dermaßen wild von Wind und Wasser geformt, dass es einem beinahe den Atem verschlägt. Am Wanderweg Gehöfte und Gärten, die im Sonnenlicht eine verzaubernde Wirkung hinterließen. Ralf musste Kletterkünste beweisen, als unsere Wanderkarte von einem Windhauch hinter einen Zaun mit Hecke geweht wurde. Ich kletterte später nach Herzenslust durch das Gestein am Meer. Ein himmlischer Tag!


30.6.2014: Der Montag begann sonnig und endete mit Dauerregen. Morgens spazierten wir durch Lampaul, dem einzigen Inselort, und kauften Postkarten sowie zwei T-Shirts für mich. Ich hatte das Wetter völlig falsch eingeschätzt und den Koffer dementsprechend mit warmen Sachen gefüllt. Nun habe ich tragbare Souvenirs! Am Nachmittag gingen wir auf Entdeckung in Richtung Leuchtturm Créac’h. War die gestrige Landschaft schon beeindruckend, so wurde es nun noch um einiges imposanter. Mit Worten lassen sich unsere Gedanken und Gefühle nicht ausdrücken. Ich blieb oft wie angewurzelt stehen und dachte an rein gar nichts. Ich war einfach nur da. Steinwüsten, Wellenspiele, pfeifende Austernfischer, Blumen, Ruinen – ein Paradies für die, die es wollen. Nach vier Stunden kamen wir gerade noch rechtzeitig vor dem Regen im Häuschen an. Abends verfolgten wir das Fußballspiel Deutschland-Algerien (2:1 n.V.) im französischen Fernsehen und amüsierten uns über die Kommentatoren.


1.7.2014: Am Dienstag kauften wir einen frisch gefangenen Wolfsbarsch, den Ralf mutig zubereitete. Er nahm ihn aus und garte ihn im Ofen mit einer Salzkruste. Dies hatte uns die nette Verkäuferin geraten. Lecker, lecker war das! Es gab immer wieder Regenschäuerchen, so dass wir ins Museum gingen. Weshalb es den Titel Ecomuseum trägt, haben wir nicht ganz verstanden, aber es war interessant und wir waren geschützt, als draußen ein Wolkenbruch losging. Genügend Schautafeln und Texte gab es auch, so dass wir mit der Sonne aus dem Museum traten. Teestunde auf der Terrasse, Gezeitenbeobachtung und Lesen rundeten den erholsamen Tag ab.

2.7.2014: In der Wochenmitte wurde es sportlich und die Sonne strahlte, was das Zeug hielt. Wie liehen uns feuerrote Fahrräder aus und erkundeten den dritten Inselzipfel im Nordosten. Wir begegneten Menhiren, einem Steinkreis, fanden verträumte Steilküstensitzplätze, wo es sich herrlich träumen und zeichnen ließ. Mittags machten wir einen Abstecher in die Crêperie de l’Arrivée am Hafen, um gestärkt weiter zu radeln. Im Port Arland bekamen wir Südseegefühle und Badelust. Ich nahm ein Algenfußbad. Ein phantastischer Tag mit Klettereien, Leuchtturmromantik, Blumenmeeren und Lachen sollte von uns aus kein Ende nehmen. Abends saßen wir lange auf der Terrasse, spielten Karten und genossen unsere Zweisamkeit.


3.7.2014: Der Morgen des vorletzten Inselurlaubtages erwachte unter einer dicken Nebeldecke, die sich mystisch auf die Bucht und das Eiland gelegt hatte. Doch die Sonne löste den Zauber rasch auf und so konnten wir wie geplant mit dem Bus zum Hafen fahren. Von dort erwanderten wir die Küstenlinie im Nordwesten Ouessants. Beinahe wären wir im Brombeer-Farndickicht verloren gegangen, da sich der Weg zum Trampelpfad verengte und dann völlig verschwand. Wir hingen im wahrsten Sinne des Wortes fest, denn unsere langen Wanderhosenbeine hatten wir naseweis abgeknöpft, um die Beine auszulüften. Nun piekste und kratzte es, so dass wir in halsbrecherischer Aktion die schützenden Stoffhüllen wieder anknipperten. Uff, nun noch zurück auf den Hauptweg und nochmals Anlauf genommen zum Leuchtturm Stiff. Geschafft! Von dort ging es im Zick-Zack und durch liebliches Heidekrautland am Atlantik und über Felsenklippen bis fast zum gegenüberliegenden Inselzipfel. Es wurde eine unbeschreiblich schöne Wanderung mit Möwenpicknick, Begegnungen und Bootsträumen im Sonnenschein.


4.7.2014: Den letzten Urlaubstag verbrachten wir zu einem großen Teil im sehr interessanten Museum beim Leuchtturm Créac’h, da es immer wieder regnete. Wir lernten jede Menge über die Architektur, die Lichtsignale und die Entwicklung der Optik der Leuchtfeuer durch Fresnel, einem französischen Wissenschaftler. Auch über das Leben der Leuchtturmwärter hielt das Museum Informationen bereit. Am Nachmittag hieß es packen und langsam Abschied zu nehmen vom Inselleben. Beim Crêpeessen bei Carole ließen wir die schönen Tage Revue passieren. Und am Abend wurde eifrig gefiebert, als Deutschland im Viertelfinale Frankreich 1:0 besiegte.

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Sommerurlaub Teil 1: Schlösser der Loire

Samstag: Anreise
Am 21. Juni starteten wir zu unserem Sommerurlaub, der uns dieses Jahr in den Nordwesten Frankreichs führen sollte. Unsere Reiseroute führte zunächst über das Viadukt von Millau in Richtung Auvergne. Später bestaunten wir das Viadukt von Gabarit, das von Gustave Eiffel konzipiert worden war, bevor er sich dem berühmten Eiffelturm in Paris widmete. Nach 720 km erreichten wir am frühen Abend das Château de Targé in der Nähe von Saumur, unsere erste Unterkunft und idealer Ausgangspunkt für die kommenden Tage, an denen wir Schlösser und Klöster erkundeten. Da am 21. Juni in Frankreich der Tag der Musik war, fuhren wir am Abend noch nach Saumur und lauschten den verschiedenen Darbietungen, von Solovioline bis Brassband. Deutschland spielte an jenem Abend 2:2 gegen Ghana – wir verfolgten die Schlussminuten an einem Großbildschirm in Saumurs Altstadt. Die ersten vier sommerlichen Tage ließen wir jeweils bei Sport und Spiel (Federball) am und im Pool ausklingen 🙂 .

Sonntag: Ausflug zum Château de Langeais
Am Sonntag wählten wir eine eher kleinere Burg als Reiseziel aus, um so den Touristenströmen zu entgehen, was uns auch sehr gut gelang. Das Ziel war das Schloss von Langeais mit angrenzendem Park am rechten Ufer der Loire gelegen. Das Schloss erlangte Berühmtheit durch die im Jahre 1491 auf ihm vollzogene Hochzeit von Karl VIII. mit Anne de Bretagne, wodurch die Bretagne an Frankreich fiel, und nicht an das Haus Habsburg. Die 15 Räume des Schlosses sind stilvoll mit originalen Sitzmöbeln, Tischen, Schränken, Truhen und Betten im gotischen Flamboyant-Stil des 15. und 16. Jahrhunderts ausgestattet. Besonders schön sind auch die Wandtäfelungen und Fußbodenfliesen, die nach alten Vorbildern nachgestaltet wurden, sowie die zeitgenössischen Wandbehänge.
Im angrenzenden Park ließ es sich entspannt schlendern, die Befestigung des alten Donjon konnte erklettert werden und wir genossen den Blick über das Tal der Loire mit der Brücke von Langeais. Im Orte selbst lockten Eisverkäufer, blumengeschmückte Häuschen sowie die Kirche.

Montag: Ausflug zur Abbaye de Fontevraud
Heute liehen wir uns die Fahrräder unserer Gastgeber aus und radelten nach Fontevraud, um die dortige Abtei Fontvraud zu besichtigen. Die Abtei von Fontevraud gilt als größtes klösterliches Gebäude Europas. Ursprünglich als gemischtes Kloster konzipiert, stand es zunächst unter Vorrangstellung der Frauen. Das heißt, während die Frauen sich innerhalb einer strengen Klausur ausschließlich dem Gebet widmen sollten, waren die notwendigen Arbeiten Sache der Männer 😮 .
Von großer Bedeutung ist die Grablege des englischen Königshauses der Plantagenet aus dem 13. Jahrhundert, die in einer Linie mit der der salischen Kaiser in Speyer, der staufischen Könige in der Capella Palatina in Palermo, der französischen Könige in St. Denis und der anderen englischen Könige in Westminster Abbey steht. An zentraler Stelle der Abteikriche liegen Heinrich II. von England und Eleonore von Aquitanien (eine der bedeutendsten Frauen des Mittelalters, die als Lesende dargestellt wurde, um so ihre legendäre Gelehrtheit zu unterstreichen), Richard Löwenherz sowie Isabella von Angoulême, begraben.
Überrascht waren wir, als wir uns zur Geschichte der Abtei belasen und feststellten, dass das Kloster nach der französischen Revolution von 1804 bis 1963 als Gefängnis diente. Eine kleine Ausstellung zu dieser Thematik gab Aufschluss über das Leben der Insassen. Zum Abschluss unseres Besuchs von Fontevraud kehrten wir bei Teresa ein, einem schnuckeligen kleinen Restaurant unter englischer Führung, in dem wir mit einem deutsch-dänischen Ehepaar aus Kanada ins Gespräch kamen…

Dienstag: Ausflug zum Château de Brézé
Nach der Radelei vom Vortag war heute wieder Autotourismus angesagt. Es ging zum Schloss von Brézé. Das besondere an diesem Schloss ist, dass es sich um zwei Schlösser in einem handelt: ein gewöhnliches oberirdisches Schloss und ein ungewöhnliches unterirdisches Schloss, das in den Tuffstein getrieben wurde. Doch zunächst besichtigten wir den Taubenturm, der sich im Schlosspark befindet. Pro Hektar Landbesitz durfte man eine bestimmte Anzahl Tauben halten – die Größe dieses Taubenturms spiegelt also zugleich den Reichtum des Schlossherrn wider. Das Schloss selbst befindet sich quasi auf einer Insel, die von einem tiefen, in die Erde gegrabenen Schlossgraben umgeben ist – auf der Luftbildaufnahme gut zu sehen. Oben auf der Insel befindet sich das Renaissanceschloss. Und im Inselstumpf das unterirdische Schloss. Gegenüber, ebenfalls unterirdisch, gelangt man vom Schlossgraben in ein erstaunliches, durch denn Abbau des Tuffsteins entstandenes Höhlensystem, das schon seit dem 16. Jahrhundert für Wirtschaftsräume genutzt wird. Es gibt dort zum Beispiel eine Bäckerei, einen Raum für die Seidenraupenzucht, ein Kelterhaus und auch Weinkeller.
Auf der Rückfahrt besuchten wir erneut Saumur, erledigten Einkäufe und erstanden in der altehrwürdigen Distillerie Combier alkoholische Mitbringsel zur Erinnerung an unseren Urlaub an der Loire.

Mittwoch: Ausflug zum Château de Villandry
Schloss und Garten von Villandry sollten ein besonderes Highlight unseres Aufenthalts an der Loire werden. Das Schloss ist insbesondere für seine wunderschönen Gärten berühmt, die nach alten Stichen, Plänen und Gartenratgebern rekonstruiert wurden. Die Gärten befinden sich auf drei Ebenen: zuoberst der Wassergarten und der Sonnengarten, darunter die Ziergärten mit Ornamentbeeten aus Buchsbaum, und in der untersten Ebene der vielfarbige Küchengarten, den in schachbrettartig angeordneten Kompartimenten Gemüsepflanzen aller Art (unter anderem Rotkraut, Endivien, Lauch, Rote Beete, Salatköpfe und Mangold) zieren. Direkt hinter dem Schloss findet man schließlich noch den « Garten der Liebe », der in Quadraten angeordnet die zärtliche, leidenschaftliche, unbeständige und tragische Liebe symbolisieren will. All die schönen Gewächse finden ihren Widerklang im Innern des Schlosses, wo jedes Zimmer mit einem farblich passenden Blumenbukett dekoriert ist. Eine wahre Augenweide!
Da Birgit auf der Anreise in einem Dorf eine schöne Kirche erblickt hatte, hielten wir dort auf der Rückfahrt nochmal an. Zu unserer Überraschung war es die Ortschaft Candes, in der Sankt Martin am Ende des vierten Jahrhunderts verstarb. Seine geraubten Gebeine fanden in der Basilika der Abtei Saint-Martin de Tours ihre letzte Ruhestätte und machten die Stadt Tours für mehr als ein Jahrtausend zu einer der wichtigsten christlichen Pilgerstätten. Ein weiteres Mal wurde uns vor Augen geführt, wie geschichtsträchtig die Region an der Loire ist…

Donnerstag: Ausflug zum Château und Apothicairerie de Baugé
Heute fuhren wir nach Baugé, um uns das dortige Schloss und die alte Apotheke im Hôtel Dieu (Haus Gottes), dem alten Krankenhaus, anzuschauen. Die Apotheke – ein einzelner wohldekorierter Raum voll alter Ampullen, Flaschen, Dosen und Schachteln (nein, nicht Birgit!) – war wirklich beeindruckend. Daneben gab es eine interessante Ausstellung zur Geschichte der Medizin, die uns beide in Zeiten zurückversetzte, in denen man wirklich nicht krank sein wollte… Anschließend besuchten wir das Schloss Baugé. Von der Innenausstattung war leider nichts mehr übrig. Stattdessen konnten wir in zwei Sälen Videoprojektionen verfolgen, die uns die Geschichte des Schlosses näherbrachten. Abends bangten wir um das 1:0 im Fußballspiel Deutschland-USA

Freitag: Ausflug zum Château d’Azay-le-Rideau
Unser letzter Tag an der Loire führte uns zum Schloss von Azay-le-Rideau. Wieder ein sehr schönes Schloss, umgeben von einem Wassergraben, mit schön eingerichteten Räumen. Besonders eindrucksvoll war auch die Dachkonstruktion. Anschliessend spazierten wir ein wenig durch den Park, wo wir von einem Regenschauer überrascht wurden. Wir suchten Schutz unter einem Baum und beobachteten eine Schulklasse, die von einem übereifrigen Instrukteur traktiert wurde. Danach besuchten wir noch einen hübschen kleinen Garten gegenüber vom Schloss und schlenderten durch eine stimmungsvolle Gasse, in der wir eine Flasche guten Weins fürs Dinner erstanden… 🙂

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Kleiner Vorgeschmack

Hallöchen, da sind wir wieder – gesund, erholt und – zumindest ich – etwas wehmütig. Der Urlaub war excellent. Imposante Schlösser und Gärten an der Loire, Insel Ouessant und anschließend eine Woche in und um Pont-Aven. Die Bretagne hat mich insofern überrascht, dass es dort viele dichte Wälder neben der felsigen, malerischen Atlantikküste gibt. Und dann die Hortensien – der Traum jedes Gärtners. Täglich verliebte ich mich neu in die Häfen, bretonischen Häuschen, die Crêperien und Bisquiterien! Wir hatten drei sehr schöne Ferienunterkünfte und während der Reise auch sehr gutes Wetter.

Heute gibt es erstmal ein paar Schnupperbilder, bevor die detaillierte Reisebeschreibung in den nächsten Wochen erarbeitet wird. Euch viel Freude beim Lesen und einen schönen Sommer!

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Brückensonntag mit Abenteuercharakter

Ein sonniger Morgen, Frühstück auf dem Balkon und der Ruf der Berge – Ralf hatte bereits am Vorabend die Wanderkarte konsultiert, Tee gekocht und wir waren voller Energie. Nach anderthalb Stunden Anfahrt durch frühlingsgrünbunte Natur parkten wir vor dem stillgelegten Bahnhof in Aumessas.

Ein kurzer Aufstieg führte in die Ortsmitte, die uns mit ihrem Charme faszinierte. Weiter ging es durch Wiesen und über eine alte Steinbrücke. Und Brücken wurden zum Symbol dieses Tages. Ob steinern, hölzern oder luftig – eine Wanderung mit so zahlreichen Bachüberquerungen hatten wir lange nicht. Beim Aufstieg zum Col de Mouzoulés sahen wir merkwürdige Zeichen sowie Zielscheiben am Wegesrand. Waren die Jäger hier aktiv? Aber eigentlich ist keine Jagdsaison. Die Aufschriften Tir à l’arc übersetzten wir mit Bogenschießen. Da kamen zwei Franzosen des Wegs und erklärten, dass wir gerade durch ein gefährliches Gebiet liefen, denn es fände ein Wettkampf im Bogenschießen im Gelände statt :-O . Auf die Probe gestellt wurden wir erneut, als ein auf der Karte eingezeichneter Wanderweg im Ginstergebüsch verschwand. Wir irrten herum, trafen auf Wildschweine, eine Schlange und diverse Eidechsen – und fanden tatsächlich zurück auf den markierten Weg. Mit zerkratzten Beinen zwar, aber froh und glücklich. Klaro, dass das Picknick da nochmal so gut schmeckte. Doch vorher hieß es eine wackelige Holzbrücke zu überqueren. Der Abstieg von ca. 450 m machte sich in den Füßen bemerkbar, aber wir hatten eine tolle Motivation: Eis im Café am Bahnhof. Dieses war superlecker und erfrischte unsere Wandergeister – Birgit nahm Veilchen und Pistazie, Ralf entschied sich für Lavendel und Irish Coffee. Die Wanderung bekam volle Punktzahl – 3 Wanderstiefel plus einen Bonusstiefel wegen der Extras! Seht nun selbst nach auf den Fotos!

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Traumwanderung

Donnerstag. Feiertag. Wandertag. Im Cévennenwanderbuch hatten wir einen Rundweg ausgesucht. Bauarbeiten und Straßensperrung behinderten allerdings die Zufahrt, so dass Ralf spontan umplante – ganz klassisch mit Karte und ohne GPS. 🙂 Ankunft in La Rouvièrette gegen 10 Uhr, wo wir mit einem kurzen Aufstieg in einen wunderschönen Kastanienwald gelangten. Der gesamte Weg war gesäumt von blühenden Ginsterbüschen, ging sanft auf und ab und bot herrliche Ausblicke auf Cévennenzwiebelfelder, Berge, Hameaus und in die Zukunft. Eine wahre Traumwanderung, die ich heute in den Muskeln spüre. 😉

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Wanderung zum Urlaubsausklang

Die Maiurlaubswoche neigte sich dem Ende zu und die Sonne kehrte zurück nach Montpellier. Da wir am Sonntagvormittag wählen wollten, schlug Ralf vor, am Nachmittag einen Ausflug zu machen. Zunächst stand ich der Reihenfolge skeptisch gegenüber. Aber als wir dann zu den Balkonen von Octon hinaufstiegen, fand ich die Idee super. Es war herrlichstes Sonntagswetter, nur Vogelgesang durchbrach die Maienstille und der bequeme Weg zog sich gemächlich durch die Natur. Kakteenblüten, Dolmen und Mondlandschaften lenkten unsere Aufmerksamkeit auf sich. Ein Picknick mit Käffchen und weißer Erdbeerschokolade dekoriert mit frisch gezupften Minzeblättern komplettierte den wunderbaren Tag. Die Fahrten entlang des Lac du Salagou war wie immer ein Erlebnis.

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