Mal wieder auf Entdeckung

Berufliches mit privatem zu kombinieren gelingt nicht allzu häufig. Vor einigen Wochen eröffnete Ralf mir, dass er für einige Tage zu einem Meeting nach Banyuls-sur-Mer reisen würde. Gleichzeitig kam seine Frage, ob ich am wissenschaftsfreien Wochenende zu ihm kommen würde und wir gemeinsam die Gegend erkunden wollten. Etwas zögerlich sagte ich zu. Zögerlich, weil ich allein mit dem Auto eine unbekannte Strecke… ach, was soll’s; es wird mal wieder Zeit, dass ich sowas mache! Also buchten wir über AirBnB eine Wohnung und komootine sorgte für Wanderstrecken. Ich war positiv überrascht von der Gegend, die vom Mittelmeer und Weinbergen, felsigen Küsten und südlicher Architektur beherrscht wird.
Am ersten Tag liefen wir durch Weinfelder, entdeckten lustige, französische Straßenschilder, genossen die phantastischen An- und Ausblicke.

Am zweiten Tag stiegen wir in den Zug und fuhren in den nächsten Ort namens Cerbère, um dann entlang der Küste nach Banyuls zurück zu wandern.

Am sonnigen Nachmittag machten wir dann einen entspannten Stadtrundgang auf den Spuren von Aristide Maillol.

Bevor ich am Montag heim fuhr und Ralf seine Kollegen zum zweiten Teil der Treffen begrüßte, machten wir eine Rundfahrt durch die Berge, die Ausläufer der Pyrenäen sind. Hier wächst der berühmte Banyulswein. Ralf nahm bereits an einer Verkostung teil und hat eine Flasche für seinen 60. Geburtstag reserviert. 🙂

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Wenn die Biggi frei hat …

… dann radelt sie mit der Rita los und genießt die lebhafte Umgebung.
Was wirst du denn heute zu Mittag essen? fragte mein Liebster besorgt am Morgen. Meine spontane Antwort lautete: Ich fahre in die Stadt und kaufe mir eine leckere, herzhafte Waffel! Gesagt, getan! Unterwegs kaufte ich mir ein Paar Schuhe und wurde von der jungen Verkäuferin ertappt: Sind Sie zufällig Deutsche? Ha, sie hatte mich am Akzent erkannt, was mir so sehr selten passiert. Meist werde ich ob des drôle accent – drolligen Akzents für eine Belgierin oder Engländerin gehalten, aber eigentlich nie für une allemande! Es ergab sich ein nettes Gespräch – die Schuhe hatte ich aber schon vorher ausgewählt. 😉 Dann gab’s eine frische griechische Waffel auf einer Bank unter Platanen. Froh gelaunt trat ich in die Pedalen und werde nun den Nachmittag bei Lektüre und mit Basteleien auf dem Balkon genießen.

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Sonntagmorgenstrandspaziergang

Schon vor neun ging’s auf noch leeren Straßen geschwind zum Strand. Erste Überraschung: der Parkplatz bei Carnon ist neuerdings gebührenpflichtig – 25 Cent für 15 Minuten. Na ja, das geht ja noch. Lustig der selbstgebastelte Papierkorb (« Poubelle ») am Kassenautomaten. 🙂
Eine gute Stunde spazierten wir bei Sonnenschein am Wasser entlang. Ein Flugzeug aus Marokko kam recht tief herangeflogen. Kurz darauf lautes Turbinengetöse wie beim Start einer großen Maschine. Als 20 Minuten später die selbe Maschine nochmal über uns hinwegflog, wurde uns klar, dass der Lärm vom Durchstarten herrührte. Na, das haben wir ja auch schon erlebt… 😮 Unbeirrt wanderten neoprenschwarz eingehüllte Froschmänner und -frauen durchs Meer, andere versuchten sich im Stehpaddeln, nur ganz Unerschrockene schwammen traditionell. Die Strandcafés lagen verwaist am Ufer, stattdessen Zelte und Familien beim Frühstückspicknick – ein letztes Abenteuer für die Kinder vorm Schulbeginn am morgigen Tag!

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Erkundungen zu Wasser

Nach einem Monat Sommerpause sind wir wieder da! Die extreme Hitze bis an die 40 Grad ist vorbei und nun hoffen wir auf einen langen goldenen Herbst. Der heutige Tag versprach Sonnenschein bei angenehmen 25 Grad, ab und zu ein paar Wölkchen. So machten wir uns auf den Weg, um die langgeplante Kanutour anzugehen. Alles verlief wie am Schnürchen und wir zwei Flusspiraten enterten den Hérault. Ab und an war das Wasser recht wild, dann gab’s wieder flache Abschnitte – jedenfalls mussten wir vier fünf Mal aus dem Boot, um weiterzukommen. Alles in allem haben wir uns aber gut geschlagen – andere Boote trieben gar kieloben den Fluss hinab. 😮 Na, seht selbst, welch gute Laune wir hatten! Nächstes Mal wollen wir auch mal einen Einer testen, vielleicht mit Karin oder Thomas?

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Kultur & Eiscreme in Montpellier

Samstag wurde gebadet (im Residenz-Swimming Pool) und Sonntag standen Sport (Tischtennis), Kultur und Eisschlecken auf dem Programm. Zunächst ging es per pedes zum Carré Sainte-Anne, wo wir uns die Ausstellung « Jean-Michel Othoniel – Géométries Amoureuses » anschauten. Jonathan hatte kürzlich von einer neuen Eisdiele in der Nähe der Kirche Saint-Roch berichtet – welche meinte er wohl? Wir probierten die Eisdiele La Banquise aus – zwei Kugeln sollten es für jeden von uns sein (Birgit: Aprikose-Rosmarin & Wunschkraut / Ralf: Ricotta-Feige & Wassermelone). Gut, dass die Eisdiele nicht gleich um die Ecke ist… 😮 Weiter ging’s kreuz und quer durch das historische Zentrum, um schließlich am Pavillon Populaire zu landen. Auch da gab es eine neue, bei sommerlichen Temperaturen gut besuchte Ausstellung des amerikanischen Fotografen William Gedney. Mittels Stipendien der Guggenheim- und der Fulbright-Stiftung konnte er monatelang durchs Land reisen und die amerikanische Gesellschaft ablichten. So ein Stipendium hätten wir auch gern mal! 🙂

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Karin und Moto, Birgit und Ralf – alles auf Sommer, Teil 2!

Ralf und ich, wir kannten das Gebiet um das Mas de la Barque bereits vom letzten Jahr. Ralfs Forschergruppe hatte einen Tagesausflug in den Nationalpark Lozère organisiert. Nach diesem war klar: Hier müssen wir nochmal hin! Karins Besuch lieferte den willkommenen Anlass, ein Gîte zu mieten, welches Ausgangspunkt für zwei wunderschöne Wanderungen bildete. Wir genossen es, direkt vom Haus aus losgehen und uns den ganzen Tag Zeit nehmen zu können. Mehrere Probepausen, zumeist an fließenden Gewässern oder Utkieks, gingen den richtigen PicknickPausen voran. Im Quellgebiet des Tarn fanden wir ausreichend Möglichkeiten zum Baden, Füße erfrischen, Herumspritzen, Dämme bauen und Träumen. Das Wetter war prächtig und trotz des Auftragens von reichlich Sonnencrème kam es zu leichtem Sonnenbrand. 😮 Inzwischen ist Karin mit ihrem Gefährt(en) auf der Rückreise nach Wien. Uns bleiben die Fotos und Erinnerungen an die schönen Tage. Gute Fahrt und bis zum nächsten Mal! Au revoir!

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Karin und Moto, Birgit und Ralf – alles auf Sommer, Teil 1!

Karin und ihre treue Triumph knatterten am Abend des 14. Juli nach knapp einer Woche Fahrt durch Teile Europas auf ihren Stammplatz an der Hecke vor unserem Hauseingang. Nach erfrischender Dusche, einem Aperitif und dem Verzehr einer Quiche mit Roquefort war die Vitalität unseres Gastes wieder einigermaßen hergestellt. Da ich Wochendenddienst hatte, übernahm Ralf, wie schon im letzten Jahr, die Betreuung am Samstag und Sonntag. Die Zwei besuchten den Samstagsmarkt Les Arceaux, kauften Leckereien, verpassten durch ein Missverständnis den Bus zurück und erholten sich am Nachmittag im Residenzschwimmbad. Am Sonntag spielte Karin Chauffeuse für mich, so dass ein Ausflug nach Sauve inkl. Felsengarten, Eis schleckern und Baden im Fluss für die beiden möglich wurde. In der darauffolgenden Woche hatte ich einige Tage frei. Wir Schwestern nutzten dies, um gemeinsam Tischtennis zu spielen, an den Strand und baden zu fahren. Der Besuch des Seeaquariums in Le Grau du Roi wurde zu einem Höhepunkt der Woche.

Am Freitag fuhren wir dann alle zusammen in den Nationalpark Lozère zum Wandern. Auf dem Weg zu unserer Unterkunft Mas de la Barque machten wir noch zwei Abstecher: Lussan, ein frisch gekürtes schönstes Dorf Frankreichs, sowie die Kaskaden von Saudatet bei La Roque-sur-Cèze.

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Sommerurlaub – Zweite Woche am Lac de Serre-Ponçon

Unsere zweite Urlaubswoche stand ebenfalls im Zeichen von randonnée – Wandern, Sonne und Natur. Von Auron fuhren wir über den wieder offenen Col de la Bonette durch bergiges Land nach Les Orres, einem Gemeindeverband in bester Skisportlage. Erster Zwischenstop in Barcelonette, wo wir auf dem Samstagsmarkt frisches Obst und Gemüse sowie eine Schinkenspezialität aus der Region erstanden und Hinweisschilder auf die Tour de France entdeckten. Ralf hatte auch für Bewegungsmöglichkeiten gesorgt: Ein Spaziergang bei la Bréole. Von den Hügeln hatten wir bereits einen wunderschönen Eindruck vom Lac de Serre-Ponçon. Bevor wir endgültig in der neuen Unterkunft ankamen, bestaunten wir noch den Staudamm des Sees, der der größte aus Erdreich aufgeschüttete in Europa sein soll! Energie wird in Frankreich also auch mit Wasserkraft und nicht nur mit Atömchen hergestellt.

  • 1. Juli – Le Château & L’Escoubaye: 4,69 km & 220 Hm
  • 2. Juli – Aufstieg zum Lac de Sainte Marguerite & Abstieg über den L’Aérien: 15,1 km & 1020 Hm
  • 3. Juli – Tour am Lac de Serre-Ponçon: 7,19 km & 190 Hm
  • 4. Juli – Besteigung des Boussolenc (2832 m): 16,6 km & 1480 Hm
  • 5. Juli – Le Parcours des Fées im Vallée de Crévoux: 7,76 km & 430 Hm
  • 6. Juli – Tour de Force bei Saint Apollinaire: 18,5 km & 780 Hm
  • 7. Juli – Abwandern – Das Vars: 9,79 km & 510 m

Tag 1 – Le Château & L’Escoubaye (Spaziergang beim Umsetzen in la Bréole)

Tag 2 – Aufstieg zum Lac de Sainte Marguerite & Abstieg über den L’Aérien

Der Aufstieg zu dem malerisch gelegenen See Sainte Marguerite bedeutete, dass wir direkt von der Residenz Sunélia losgehen und das Auto stehen lassen konnten. Über die zur Zeit grasgrüne, steile Abfahrtspiste und einen Fahrstuhl 🙂 gelangten wir mitten ins Zentrum von Les Orres 1650. Mit dem Lift fuhren wir anschließend dem Ziel ein kleines Stück entgegen und am Abend auch wieder zurück. Der Höhepunkt des Tages war der Abstieg über die Luftlinie. Steil, unwegsam, später durch Lärchenwald und über Blumenwiesen « seilten » wir uns talwärts ab.

Tag 3 – Tour am Lac de Serre-Ponçon

Heute sollte es zum Wandern an den See gehen und evtl. gebadet werden. Morgens weckte uns ein knisterndes Geräusch und Türklappen. Unsere bestellten Baguettes lagen beim Nachsehen im Flur! Wir fanden diese Art von Lieferservice merkwürdig und holten das Morgengebäck fortan selbst an der Rezeption ab. Die Wanderung entlang des Ufers war zwar kurz, jedoch schweißtreibend. In einer kleinen Bucht erfrischte ich mich mutig im relativ kalten Wasser und lief wie neugeboren den Rest des Weges. Den Nachmittag verbrachten wir schwatzend und beobachtend am plage de pommiers – Strand der Apfelbäume; komisch, wir konnten nur Birnenbäume ausmachen ?!

Tag 4 – Besteigung des Boussolenc

Dies war eines der absoluten und schließlich bestandenen Abenteuer dieses Urlaubs! Bereits im Vorfeld wurde vor schwindelnder Höhe gewarnt. Würden wir es schaffen, den Grat zum Gipfel, den Wolken sehr nah, zu erklimmen? Wieder half der Lift, im Vorfeld ein wenig an Höhe zu gewinnen. Dann verloren wir den Wanderweg, da wir uns von einem behenden Kraxler aus der Ferne in die Irre führen ließen. Beinahe wollten wir schon aufgeben und umkehren, als Ralf den Rote-Punkte-Weg auf der gegenüberliegenden Seite der Felsen entdeckte. Nun hielt uns nichts mehr und wir konnten uns stolz ins Gipfelbuch eintragen! Damit nicht genug. Den Rückweg nahmen wir über den sog. floralen chemin, allerdings wuchsen die Blumen nur auf den Erklärungstafeln. Ansonsten war nur Mondlandschaft um uns herum. Wen wundert’s, dass wir zu einer Mondkapsel fehlgeleitet wurden und über ein Mondsteingeröllfeld absteigen mussten. 😮 Meine schmerzenden Füße bekamen am Abend eine wohltuende Fußmassage, danke mein Liebster!

Tag 5 – Le Parcours des Fées im Vallée de Crévoux

Auf diesen herrlichen Parcours wurden wir von der Residenzanimatrice während des Bienvenu-Apéros am ersten Abend aufmerksam gemacht. Ein junger Mann erklärte uns dann das Projekt genauer: Jedes Jahr werden Künstler eingeladen, Installationen in das Waldgebiet zu integrieren. Neugierig liefen wir los und entdeckten bald die ersten Kunstobjekte und lasen aufmerksam die Erklärungen dazu. Meist war das Thema der Kampf um die Vorherrschaft zwischen Natur und Mensch. Vieles hat uns gefallen; insbesondere die fliegenden Cabanen, das blaue, lichtgeflutete Kirchlein und die chapelle lumineux – Lichtkapelle. Bis zu einem Wasserfall stiegen wir hinauf und bedauerten etwas, dass wir unsere Wanderstöcke im Auto gelassen hatten, denn der Weg war sehr schmal und steinig. Nach dem Picknick am Fluss lasen und dösten wir noch einige Zeit auf der Wiese.

Tag 6 – Tour de Force bei Saint Apollinaire

Tour de force – Meisterleistung – dies stimmt ganz genau! Es war heiß, das erste Drittel des Weges liefen wir auf einer Asphaltstraße und der geplante Waldwanderweg existierte offenbar nicht mehr. Lediglich die schönen Aussichten auf den See und ab und zu ein frisches Lüftchen ließen uns einigermaßen durchhalten. Wir erinnerten den Aufstieg auf den Inselsberg vor Jahren und keuchten immer weiter. Plötzlich standen wir auf einer Wiese vor einem Forsthaus. Vor dem Forsthaus sprudelte eine Wasserquelle und dies war unsere Rettung! Wir erfrischten uns, füllten die Reservoirs auf und nahmen den letzten 250 m Anstieg in Angriff. Dieser ging gleichmäßig in Serpentinen durch ein Waldgebiet und strengte uns kaum an. Nach dem Picknick auf dem Sattel ging es « nur » noch bergab! Am Auto flogen die Wanderschuhe von den Füßen. Die kühle Dusche tat selten so gut wie am Ende dieses Tages. 🙂

Tag 7 – Abwandern – Das (W)Vars

Der Col de Vars – das war’s mit Wandern für diesen Sommerurlaub. 🙂 Einen schöneren Ort konnte es zum Abwandern nicht geben. Eine gute Autostunde von der Unterkunft entfernt liegt dieser Gebirgspass. Die Fahrt war traumhaft und der gelb-lila markierte Wanderweg ebenfalls. Bergseen, Blumenvielfalt, Lärchenschatten, neugierige Murmeltiere, Vogelgesänge und ambiante Temperaturen begleiteten uns. Ins Schwitzen kamen wir beim unvorhergesehenen Aufstieg zum Col d’Ecuelle, denn auch hier war der ursprüngliche Weg durch Geröll verschüttet. Doch die Schönheit der Gegend beim Abstieg entschädigte uns einmal mehr für alle Anstrengungen. Leider wird die Landschaft gegenüber dieses Paradieses von Skiliften durchzogen…

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Sommerurlaub – Erste Woche im Parc national du Mercantour

Die erste Woche unseres diesjährigen Sommerurlaubs führte uns in die französischen Alpen in den Parc national du Mercantour unweit der italienischen Grenze. Dieses Ziel war inspiriert vom Informationsheft « Haut Pays », das uns Karin von einer ihrer Anfahrten nach Montpellier mitgebracht hatte und das unsere Neugier geweckt hatte.
Die Fahrt von Montpellier durch die Provence über Grasse und Vence erinnerte uns an unseren Silvesterurlaub, den wir vor wenigen Jahren in dieser Gegend verlebt hatten. Nur dass es diesmal deutlich wärmer war. Dank GPS wurde unser Feriendomizil rasch gefunden, wenngleich die Zufahrt zunächst einen kleinen Schreck verursachte angesichts ihres Gefälles… Sechs Tage Wandern standen auf dem Programm. Das Wetter meinte es alles in allem gut mit uns und den einzigen Regentag widmeten wir einer Autorundreise quer durch den Nationalpark. In den 5 verbleibenden Tagen wanderten wir knapp 60 km und bewältigten über 2700 Höhenmeter:

  • 25. Juni – Aufstieg zur Cime de la Bercha: 14,4 km & 650 Hm
  • 26. Juni – Unwetter am Col du Lausfer: 9,75 km & 500 Hm
  • 27. Juni – Vom Col de la Moutière zur Cime Plate: 11,2 km & 540 Hm
  • 28. Juni – Rundreise durch den Parc national du Mercantour: 238 km & 5470 Hm
  • 29. Juni – Monte dell’Aver & Colle dei Morti: 9,76 km & 690 Hm
  • 30. Juni – Vom Col de la Moutière zur Cime de la Blanche: 13,5 km & 350 Hm

Tag 1 – Aufstieg zur Cime de la Bercha. Wir beschlossen, uns am ersten Tag eine Anfahrt per Auto zu ersparen und stattdessen durch den Ort aufzusteigen, um so auch gleich die Einkaufs- und Einkehrmöglichkeiten zu recherchieren. Aber das war keine so gute Idee, denn der steile und etwas untrainierte Aufstieg über 650 Höhenmeter gleich zu Beginn des Urlaubs stellte unsere Kraft und Geduld auf die Probe. Aber im Angesicht des Gipfelkreuzes war Birgit schließlich nicht mehr zu bremsen! Eine kurze Bananen-Keks-Pause wurde zum Markenzeichen unseres Wanderurlaubs. Ein schöner Panoramaweg oberhalb von Auron entschädigte für die Anstrengungen. Ab und an sahen wir wenig vertrauenswürdige Abschnitte eines Klettersteigs. Ob dieser noch auf den Saisonbeginn wartete? Einiges schien hier noch im Dornröschenschlaf zu liegen – Geschäfte waren spärlich, wenn überhaupt, geöffnet. Eine weitere Rast an einem Speicherbecken schloss sich an, bevor wir uns auf den kräftezehrenden Rückweg über Forstweg und Skipisten machten. Im Ort angekommen kochte der Asphalt und wir fürchteten, mit unseren Wanderstiefeln in selbigem kleben zu bleiben. Wie herrlich war die Dusche nach dieser Anstrengung!

Tag 2 – Unwetter am Col du Lausfer. Knapp eine Autostunde entfernt liegt das Santuario Sant’Anna di Vinadio, ein Kloster hoch oben in den italienischen Bergen, wie so oft zurückgehend auf eine Marienerscheinung. Die kurvenreiche Anfahrt dorthin führte uns durch den Wintersportort Isola 2000 und über den Col de la Lombarde (2350 m). Herrliches, einsames Wandergebiet wartete darauf, von uns erkundet zu werden. Ein Rundweg führte vom Kloster hoch zum Passo Tesina (2400 m). Dort angekommen, folgten wir einem schönen Höhenweg bis zum Col du Saboulé (2460 m) an der französisch-italienischen Grenze. Ab und an mussten wir ein kleines Schneefeld queren. Zwei wunderschöne Bergseen säumten unseren Weg, bevor wir am Col du Lausfer (2430 m) ankamen. Während wir noch gemütlich beim Picknick saßen, vernahmen wir erstes Donnergrollen. Geschwind packten wir zusammen und flugs ging es bergab. Doch das Gewitter war schneller! Regen und Hagel gingen hernieder und gerade noch rechtzeitig fanden wir einen Unterstand (Rifugio Tallone), um das gröbste abzuwarten. Eine gute Stunde pladderte es, was das Zeug hielt. Zurück im Kloster musste eine Flasche Genepi mit ins Gepäck… 🙂

Tag 3 – Vom Col de la Moutière zur Cime Plate. Über Saint-Étienne-de-Tinée und Saint-Dalmas-le-Selvage ging es hoch zum Col de la Moutière, wo ein kleiner Parkplatz auf uns wartete. Unterwegs wurden noch Bananen und Baguette fürs Picknick gekauft. Zu Beginn der Aller-Retour (Hin-und-Zurück)-Wanderung ging es erstmal gut 100 Höhenmeter hinab, was sich psychologisch als wenig vorteilhaft entpuppte. (Man denke nur an den Rückweg!) Vorbei an alten Militärbunkern zog sich der Weg in die Länge und das Ziel der Wanderung lag weit oben in der Höhe. So veränderte sich der Blick auf die Landschaft nur graduell – keine überraschenden Ausblicke – und Birgit fühlte sich an die legendäre Rondane-Wanderung in Norwegen erinnert, die als Bezeichnung für lange & langweilige Touren herhalten muss. Nachdem wir ein Zwischenplateau erreicht hatten, schien es, dass wir die Tour abbrechen würden. Noch immer lagen 200 steile Höhenmeter vor uns! Oben auf dem Pass konnten wir ein paar Gestalten erkennen, die sich in unsere Richtung aufmachten. Keine 20 Minuten vergingen, und sie waren schon fast bis zu uns abgestiegen. Das weckte unseren Ehrgeiz und ein-zwei-drei standen auch wir auf der Cime Plate. Der Pass entpuppte sich als recht schmaler Grat und die letzten Meter des Pfads verliefen über steil abschüssiges und wenig Halt gebendes Geröll. Wir wollen nicht verheimlichen, dass Ralf etwas weiche Knie bekam und schnell wieder hinab wollte. Stolz traten wir den Rückweg an und an einem schönen Wasserfall genossen wir unser wohlverdientes Picknick. Den krönenden Abschluss der Tour stellte zweifellos das kurze Auftauchen eines Steinbocks dar.

Tag 4 – Rundreise durch den Parc national du Mercantour. Regen war vorhergesagt – daher wurde dieser Tag einer Autorundreise durch den Nationalpark Mercantour gewidmet. Zunächst ging es zum Col de la Bonette, dem höchsten Gebirgspass Europas (2715 m). Wir erklommen den Gipfel der Cime de la Bonette (2860 m), von wo sich ein einmaliger 360-Grad Rundblick eröffnete. Frisch war’s da oben (8 Grad Celsius)! Weiter ging’s hinab ins Tal der Ubaye. Nach Kurzbesichtigung des Örtchens Jausiers hielten wir fürs Mittagessen (Ravioliauflauf) in Barcelonette, einem Mekka für Rennrad- und Motorradfahrer/innen. Donnergrollen schwoll an und ein erster kräftiger Regenschauer ging hernieder. Anschließend fuhren wir durch das malerische Tal des Bachelards hinauf zum nächsten Pass, dem Col de la Cayolle (2326 m). Auf der anderen Seite fuhren wir entlang grau-schwarzer Bergrücken, die uns an Lavalandschaften auf Island oder La Réunion erinnerten, gefolgt von der Daluis-Schlucht (Gorges de Daluis) mit ihren steilen, roten Felswänden. Als wir uns dem Ort Entrevaux mit seinen auf Vauban zurückgehenden Befestigungsanlagen näherten, entschlossen wir uns zu einer Stadtbesichtigung. Als Highlight stellte sich das kleine, aber feine Motorradmuseum heraus, in dem ein passionierter Sammler seine voll funktionstüchtigen Schmuckstücke auf zwei Etagen ausstellt. Weiter ging’s – und plötzlich Stau! Ralf bemerkte, dass unsere Tour wenige 100 m weiter abzweigen sollte, und fuhr dreist auf der Gegenspur am Stau vorbei. 🙂 Eine weitere Schlucht schloss sich an, die ebenfalls imposanten Gorges du Cians. Ein letzter Pass hinter Beuil, bevor es auf enger Straße hinab nach Saint-Sauveur-sur-Tinée ging. Doch oh Schreck, plötzlich ein Bus im Gegenverkehr. Per Rückwärtsgang ging’s dutzende Meter bergauf, bevor das Ungetüm uns passieren konnten. Nun aber nichts wie nach Hause in unser Feriendomizil!

Tag 5 – Monte dell’Aver & Colle dei Morti. Da es uns so gut gefallen hatte, machten wir uns noch einmal nach Italien auf und fuhren zum Col de la Lombarde. Ca. 2,5 km hinter der Grenze lag ein kleiner Parkplatz am Straßenrand, von dem eine Rundwanderung über zwei Pässe ausgeht. Ein angenehm zu gehender Pfad zog sich ins Tal hinein und dann hinauf auf eine erste Anhöhe, an der uns ein Wanderpärchen entgegen kam. Dieses berichtete uns, dass sich der Weg unterhalb des Passes verliert und sie eine Rinne hinaufgekraxelt waren, an deren oberen Ende es aber nicht weiterging. Nun, wir waren also gewarnt! Tatsächlich stand unterhalb der Rinne ein irreführendes Steinmännchen, aber Dank Komootine und wacher Augen sahen wir, dass sich der Weg weiter rechts zum Pass hinaufzog. Etwas Kraxelei und Trittsicherheit gehörten dazu, aber wir kamen frohen Mutes auf der Passhöhe, dem Colle Aver, an. Die ersten 350 Höhenmeter waren geschafft. Ein malerischer Anblick lag vor uns; unter uns der Lago d’Aver soprano. An diesem angekommen kam uns ein weiteres Pärchen entgegen – Vater & Tochter oder ein Liebespärchen? – plus Hund. Wir baten die zwei um ein Foto von uns beiden. 🙂 Danach ging es eine weitere Felsstufe hinab zum Lago d’Aver sottano, an dem wir die erste Türkenbundlilie unseres Urlaubs sahen. Nun lag der Aufstieg zum zweiten Pass vor uns, dem Colle dei Morti – zu deutsch « Pass des Todes ». 😮 Was würde uns erwarten? Weiche Knie? Schwindelanfälle? Nichts dergleichen, stattdessen zwei Rudel Gämsen (die Älteren unter uns kennen die Tiere noch als Gemsen 😉 )! Dann ein Regenschauer, den wir unter dem Blätterdach eines Baumes abwarteten. Oben am Pass fanden wir einen windgeschützten Picknickplatz. Es dauerte nicht lange, bis es erneut Regen gab, der schnell in Hagel überging. Der Wind fegte von vorn über den Pass und uns blieb nichts weiter übrig, als rückwärts vom Pass abzusteigen, um den piksenden Hagelkörnern keine Angriffsfläche zu bieten. Ein neue Wandererfahrung! 🙂 Doch bald legte sich die Wetterunbill und auf einem schönen Pfad, beäugt von Murmeltieren, ging es zurück zum Auto.

Tag 6 – Vom Col de la Moutière zur Cime de la Blanche. Unser letzter Tag im Tal der Tinée führte uns nochmal hinauf zum Col de la Moutière (2454 m), von wo aus wir schon am Tag 3 zu einer Tour gestartet waren. Diesmal ging es in die andere Richtung, wo wir für knapp 7 km dem GR56 folgten. Ein herrlicher Höhenweg, der über den Col de Colombart (2539 m) und den Col de l’Alpe (2590 m) zur Cime de la Blanche (2534 m) führt. Schneereste und schneebepuderte Gipfel zeugten von den kühleren Temperaturen des letzten Tages. Zu Beginn des Rückwegs trafen wir auf eine Wandergruppe, die auf der Tour de l’Ubaye, einem 154 km-Rundweg, wanderten. Sie waren den vierten Tag ihrer 10 Tage-Tour unterwegs. Außerdem sahen wir wiederum vereinzelt Gämsen und natürlich die obligatorischen Murmeltiere… 🙂
Auf der Anfahrt hatten wir bemerkt, wie schon die zwei Tage zuvor, dass der Col de la Bonette gesperrt zu sein schien. In der Tat beobachteten wir, dass keine Autos die Passstraße hinauffuhren. Am Abend erfuhren wir von unserem Vermieter, dass es auf der Stecke aufgrund eines unglücklichen Steinschlags zu einem tödlichem Motorradunfall gekommen war. Vorsorglich plante Ralf eine Ausweichroute, falls die Straße tags darauf noch immer gesperrt sein sollte, denn unsere Fahrt zum zweiten Feriendomizil sollte uns eigentlich ein weiteres Mal zum Col de la Bonette führen.

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Auf Entdeckung in Montpelliers Altstadt

Neugierig geworden durch Birgits Photos und Berichte entschloss ich mich, den Samstagvormittag für meine persönliche « ArchitekTOUR » zu nutzen. Zügigen Schrittes ging’s in die Altstadt. Die engen Gassen spendeten erfrischenden Schatten in diesen warmen Tagen; im Laufe des Tages sollten es wieder 35 Grad im Schatten werden. Dank Birgits Smartphone konnte auch ich diesen Ausflug dokumentieren. Überall liefen Leute mit dem ArchitekTOURplan in der Hand herum. Besonders die Kinder hatten ihren Spaß am Entdecken und Ausprobieren der Installationen, sei es das übergroße Legohäuschen, das Labyrinth aus Holzbrettern oder die Klanginstallation mit Metallscheiben, die an Metallstangen mit Gewinde heruntertaumelten. Nur zwischen den vielen roten Luftballons geriet ein kleines Mädchen in Angst, als es seine Mutti aus den Augen verloren hatte…
Immer wieder regt solch ein Stadtrundgang dazu an, die Welt mit wachen Augen zu betrachten. Mein Dank geht an die Organisatoren und Künstler, die dies ermöglicht haben!

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